Neufundland

  • Hallo zusammen,


    Neufundland hat von 1857 bis 1947 eigene Marken herausgegeben. Da Neufundland ziemlich arm war, musste das Dominion aufgrund der desaströsen Finanzlage die Selbstverwaltung aufgeben und wieder unter britische Kolonialverwaltung schlüpfen, 1948 wurde es kanadische Provinz. Damit endet auch das Markenland Neufundland.
    Ich sammel Neufundland nach Stanley Gibbons und dem kanadischen Katalog von Walsh & Butt: "Newfoundland Spezialized Stamp Catalogue"


    Neufundland hatte zunächst britische Währung. Die ersten Marken kamen 1857 in verschiedenen Auflagen heraus und wurden 1865 durch die Marken in der neuen Dollar-Währung abgelöst.


    Speziell die beiden ersten Auflagen von 1857 und 1860 gehören zu den Weltraritäten und sind in ihrer Seltenheit mit den Ochsenköpfen der Moldau vergleichbar. Dementsprechend hat sich die Fälscherszene schon frühzeitig an die Arbeit gemacht. die wirklich teuren Marken sollte man nur kompetent geprüft erwerben.


    Die Auflage von 1861 ist, insbesondere ungebraucht, wesentlich leichter zu beschaffen. Die Unterscheidung zwischen dickem und dünnem Papier hält nur der Michel aufrecht. Die Übergänge sind fliessend, eine Abgrenzung deshalb willkürlich. für Marken auf besonders dickem Papier werden aber von Spezialsammlern Aufschläge gezahlt.


    Hier die Ausgabe 1861 ungebraucht und einige wenige gestempelte Exemplare.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    die erste Ausgabe in cent-Währung kam 1865 an die Postschalter. Diese Marken wurden auch nicht mehr in Großbritannien, wie ihre Vorgänger in pence-Währung, gedruckt, sondern bei der Recess A.B.N. Co. in New York. Der Kabeljau, die Robbe und der Schoner sollten die Säulen der Okonomie Neufundlands darstellen: Fischerei, Jagd und Handel. Zudem kamen Marken mit den Portraits von Königin Victoria und Prinz Albert zur Ehrung des Königshauses heraus. Prinz Albert kam übrigens nur selten zu Markenehren, eine zeitgenössische englische Marke gibt es meines Wissens nicht.
    Die 12 cent Marke ist übrigens auf weißem dickem Papier billiger als auf gelbem dünnen. Die gezeigten 12 cent Marken haben dieses dicke Papier, sind also SG33 und nicht SG28. Die 13 cent Marke gibt es nur auf dünnem gelbem Papier, auf dem scan sieht man, dass eine Unterscheidung nach der Papierfarbe kaum möglich ist.
    Die ungebrauchte 2 cent Marke zeigt den Druckvermerk unten. Es gibt auch Marken mit Druckvermerk oben bzw. an den Seiten. Diese Marken sind von Spezialisten gesucht und verdienen einen Preisaufschlag.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ab 1868 kam eine neue Markenserie an die Postschalter. Sie wurde unter anderem durch das neue Zeitungsporto zu einem 1 cent und durch das reduzierte Briefporto notwendig. Aufgrund einer Farbänderung ist die 3 cent "vermilion" ziemlich selten. Gedruckt wurden die Marken wieder bei der National Bank Note Company in New York.


    Ich zeige, soweit vorhanden, die Marken ungestempelt und gestempelt. Wie man sieht, gibt es nicht nur Lücken sondern auch noch Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung in meiner Sammlung ;)


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in den Jahren 1876 bis 1879 kam eine neue Ausgabe Neufundländischer Briefmarken an die Postschalter, diesmal allerdings mit Duchstich anstelle einer Zähnung.
    Der Druck erfolgte wieder bei der Recess National Bank Note Co, New York.
    Es fehlt natürlich die ungebrauchte 3 cent, diese ist wirklich rar (SG 42 = brit. Pfd.: 300.00).
    Warum man auf im Jahr 1876 auf die eher archaische Trennungsart Durchstich zurückgriff, habe ich nicht herausfinden können.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in Britisch Nordamerika wuchs Ende der 1870er Jahre der Wunsch, die eigenen Banknoten- und Markenausgaben (für Kanada und Neufundland) im eigenen Land zu produzieren. Die American Bank Note Company in New York gründete darauf die British American Bank Note Company of Montreal and Ottawa als Tochtergesellschaft und sicherte sich so die weiteren Aufträge.
    Die Marken wurden in Bögen zu 10 x 10 Marken gedruckt und erhielten an allen vier Seiten Druckereivermerke (die natürlich von den Sammlern gesucht werden).
    In den Jahren 1880 - 1882 wurden fünf Werte verausgabt (SG 44-48)
    Bei den 1cent und die 3cent Marken werden von SG drei bzw. zwei Farbvarianten katalogisiert. Walsh & Butt fassen die Ausgaben von 1880 bis 1896 zusammen und kommen dadurch natürlich zu einer Vielzahl an Katalogunternummern.
    Mir fehlen (wie so häufig in dieser Periode) die ungebrauchten 3 und 5 cent Marken, diese werden nicht häufig angeboten. Nach gut gezähnten und zentrierten Marken muss man suchen. Und wenn man dann noch deutliche Stempelabschläge haben möchte, dann sucht man lange.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im Jahr 1887 wurde der Zeitungstarif auf 1/2 cent gesenkt. Ein neuer Markenwert war notwendig. Es wurde die berühmte "Neufundländer" Marke, meines Wissens die älteste Briefmarke mit Hundedarstellung. Außerdem wurde erstmals eine 10 ct. Marke herausgegeben. Die Marke zeigt einen Schoner unter vollen Segeln, ein ähnliches Markenbild kennen wir ja von der Ausgabe 1865.
    Die ungebrauchte 10 ct. Marke weist nicht nur einen fehlenden Zahn unten auf :( , sondern auch einen Plattenfehler! Oben durch das CE von CENT geht ein feiner Riss.
    Der Sammler steht vor den drei Neufundland-typischen Problemen: Wann finde ich die gesuchte Marke gut gezähnt, gut zentriert und (wenn gestempelt) schön und sauber gestempelt. Irgendwas ist bei Neufundlandmarken immer vermurkst.
    Gedruckt wurden die Marken wieder bei der British American Bank Note Company in Montreal in 100er Bögen (10 x 10). Die Restauflagen der 2, 5 und 10 ct. Marken wurden 1900 vernichtet.
    Von dieser Ausgabe kann ich endlich auch mal einen Brief zeigen. Einen mit einem Fünferstreifen der 1 ct. Marke korrekt frankierter USA-Brief an einen dortigen Markenhändler aus dem Jahr 1892.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im Jahr 1890 kam eine neue 3 Cent Marke an die Postschalter Neufundlands. Die Marke wurde von der British American Bank Note Company in Ottawa gedruckt. Von dieser Marke gibt es unzählige Farbtöne, warum auch immer. Diese Farbvielfalt kenne ich bislang nur von gebrauchten Marken, allerdings ist es in Europa ohnehin nicht leicht an ungebrauchte Exemplare zu kommen.
    Obendrein gibt es ungebrauchte Marken auf rosa bzw. rötlichem Papier. Diese marken (ohne Gummi) stammen von einer Partie, die auf dem Weg nach Neufundland Schiffbruch erlitt. Die Markensendung landete im Salzwasser und auf den Einfluss dieses Salzwasserbades ist die rötliche Papierverfärbung zurückzuführen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im Jahr 1894 kam eine neue Auflage einiger Werte der neufundländischen Marken heraus und zwar die Werte zu 1/2, 5, 6 und 12 cent. Die 1/2 cent Marke wurde nun in schwarz gedruckt, die 5 cent Marke in lichtblau (bright blue), die 6 cent Marke in einem sehr kräftigen bräunlichrosa (crimson-lake) und die 12 cent Marke in lilabraun.
    Gedruckt wurden die Marken bei der British America Bank Note Company in Montreal. Für die 12 cent Marke wurde übrigens die Druckplatte der 12 cent Marke Ausgabe 1865 von New York nach Montreal geschickt und wiederverwendet. Die 1865er Marken sind aufgrund ihrer Farbe (Kastanienbraun) leicht von ihren lilabraunen Schwestern aus dem Jahr 1894 zu unterscheiden.
    Die recht umfangreichen Restbestände der 6 und 12 cent Marken wurden am 3. Januar 1900 vernichtet.
    Mir fehlt mal wieder die ungebrauchte 5 cent aber auch eine gestempelte 12 cent Marke. Bei der 5 cent schreckt meist die schlechte Zentrierung, bei gebrauchten 12 cent Marken die Stempelqualität vom Kauf ab. Aber das ist ja nichts Neues bei Neufundland-Marken dieser Epoche.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im Jahr 1896 erhielt die British American Bank Note Company den Auftrag je 20.000 Marken (200 Bögen) von verschiedenen Nominalen Neufundländischer Marken zu drucken. Sie sind anhand der etwas leuchtenderen Farben von ihren jeweiligen Vorgängern zu unterscheiden. Ungebrauchte Marken erkennt man zudem am gelblichen Gummi (Vorherige Auflagen: weißer Gummi). Bob Dyer beschreibt in BNA Topics 2/2006 den Fund eines Briefes mit fünf Werten der Neuauflage: "Newfoundland cover Rosetta Stone for 1896 re-issues"
    Bei den von mir gezeigten Marken lege ich nicht die Hand ins Feuer, dass es sich wirklich um 1896er Ausgaben handelt, nach meinem "subjektiven" Empfinden müssten es welche sein.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,
    im Jahr 1897 endet gewissermassen die Zeit der seriösen Ausgabepolitik Neufundlands. Der große kommerzielle Erfolg der Kolumbus-Ausgabe aus den USA im Jahr 1893 spornte die Postverwaltung an etwas ähnliches auf die Beine zu stellen.
    Das Jahr 1897 mit dem Doppeljubiläum 60-jähriges Thronjubiläum Königin Victorias und dem 400sten Jahrestag der Entdeckung Neufundlands durch Cabot bot den passenden Anlass.
    Alle Restbestände der Marken der vorhergehenden Ausgaben wurden mit Ausgabe der neuen Serie eingezogen.
    Die Auflagen orientierten sich offenbar nicht am Bedarf, von den Wertstufen 1 bis 6 cent wurden je 400.000 gedruckt, mit Ausnahme der 3 cent Marke (Inlandsbrief), hier wurden 1.000.000 Marken gedruckt. Von den Wertstufen 8 bis 15 cent wurden jeweils 200.000 Marken hergestellt und von den hohen Wertstufen 24 bis 60 cent je 100.000 Marken.
    Die 1 cent Marke war bereits Ende September 1897 ausverkauft, die 60 cent Marke war bis 1936 bei der Post erhältlich! Einige Markenrestbestände wurden später überdruckt, andere kamen in den zwanziger Jahren mit roten(!) Gefälligkeitsstempeln auf den Sammler-Markt (cto-Stempel).
    Die Cabot-Serie war der Beginn, es folgte eine Vielzahl an Markenserien, mit denen immer auch auf das Portomonnaie der Sammler geschielt wurde. Der Verkauf von Briefmarken wurde eine wichtige Einnahmequelle für Neufundland.
    Ab jetzt ist es auch kein Problem mehr, die ungebrauchten Marken zu bekommen (Ausnahme einige Flugpostmarken), gestempelte Marken sind problematisch. Saubere Killerstempel sind bereits gern gesehen, vielfach findet man Korkstempelentwertungen, also unförmige Tintenklekse, besonders auf den höheren Nominalen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im letzten Beitrag schrieb ich, dass die 1 cent Marke der Cabot-Ausgabe bereits im September 1897 ausverkauft war. Also war Holland bzw. Neufundland in Not, denn 1 cent entsprach dem Porto für Ortsbriefe und Inlandsdrucksachen. Um dem Mangel entgegenzuwirken behalf man sich folgendermassen: zum eine wurden Franco-Stempel "PAID ALL" verwendet, zum anderen wurden die Restbestände der 3 Cent der Ausgabe 1890 überdruckt. Es entstanden hierbei drei Untertypen von denen ich hier die zwei häufigeren ungebraucht zeigen kann. Norris R. Dyer schreibt in "Postal Shortages and Surcharged Issues of Newfoundland" dass hierbei als mangelhaft zentriert zunächst aussortierte Bögen verwendet wurden. Dies erklärt die meist grauenhaft dezentrierten Provisorien.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    schon im Spätsommer des Jahres 1897 kam die Nachfolgeausgabe zur Cabot-Ausgabe heraus. Die Ausgabe mit Portraits der Royal family stellt nochmals eine echte Freimarkenausgabe dar. Die 3 cent Marke mit dem Portrait der Queen Alexandra als Princess of Wales wurde sogar im Jahr 1918 nochmals aufgelegt (rotorange auf bläulichem Papier). Diese Nachauflage kann ich leider nur gestempelt zeigen.
    Diese Marken wurde, wie übrigens auch die Cabot-Ausgabe, bei der American Bank Note Company in New York gedruckt und kam zwischen August 1897 (1/2 cent Marke) und Oktober 1901 (4 cent Marke) heraus. Von der 1/2 cent kann ich auch einmal einen 8er Block zeigen. Zudem die 5 cent Marke auf Brief nach Philadelphia/USA, 5 cent war die foreign letter rate (Ausland ohne British Empire). Rückseitig ein früher Maschinenstempel von Philadelphia als Ankunftsstempel (Received). Man beachte die Spren auf Vorder- und Rückseite, die die Transportwalze hinterlassen hat.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im September 1908 kam in Neufundland eine 2 cent Marke, die sogenannte "Map stamp" an die Postschalter.
    Die Entstehung der Marke ist etwas mysteriös. Im April 1908 ging die S.S. "Silvia" der Red Cross-Line auf dem Weg von New York nach St. Johns verloren. An Bord befand sich eine Markenlieferung mit 2 und 5 cent Marken der "Royal family" Ausgabe.
    Die Markenpakete wurden schließlich bei Cuttyhunk/Massachusetts angespült und von Vertretern der American Bank Note Company sichergestellt.
    Man vermutet, dass die neufundländische Regierung befürchtete, die Marken könnten in unrechtmässige Hände gelangen und plante die Außerkurssetzung der 2 cent Marken und den Druck neuer Marken in abweichender Zeichnung.
    Eine hübsche Geschichte und bislang meines Wissens nicht widerlegt.


    Was wir heute dank der Forschungen von John M. Walsh wissen, ist beispielsweise die Tatsache, dass die Marken in Doppelbögen gedruckt wurden, denn im Archiv der American Bank Note Company befanden sich Probedrucke mit Zwischensteg (so genannte gutter pairs). Boggs ging noch von 100er Druckbögen aus.


    Sauber in guter Erhaltung auf Inlandsbrief oder auf Postkarte in die USA gar nicht so leicht zu finden, auch ungebraucht in guter Erhaltung nicht so häufig.
    Die gestempelte Marke trägt große Teile des split-circle Datumstempels "Tilt Cove" ein Ort mit 1940 gerade mal 58 Einwohnern.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im Jahre 1910 brachte die Post in Neufundland wieder eine große Sondermarkenserie zum Gedenken an den 300. Gründungstag der ersten Ansiedlung auf Neufundland an die Postschalter. Es handelt sich um "The Guy Issue" nach John Guy aus Bristol, dessen Portrait auch als Vorlage der 3 cent Marke diente.
    Obwohl der Postmaster general zu bedenken gab, dass es keinen postalischen Bedarf für viele der geplanten Wertstufen geben würde, wurde die Ausgabe im Hinblick auf den Briefmarkensammlermarkt gedruckt.
    Die Markenausgabe wurde von Whitehead, Morris und Co. Ltd. in London im Steindruckverfahren hergestellt. Es handelt sich neben den Portomarken um die einzigen Steindruckmarken (lithographes) Neufundlands. Alle anderen "lithographes" sind Fälschungen (z. B. die massenhaft vorkommenden Fälschungen der pence und frühen cent Ausgaben der Gebrüder Spiro).
    Die Marken wurden mit einer Linienzähnung 12 versehen. Es gibt Nachauflagen in der Zähnung 12: 14 (bzw. 14:12), 12:11(1 cent) und 12:11 1/2 (2 cent)
    Außerdem sind einige Plattenfehler registriert.
    Ich zeige diesmal nur den Satz ungebraucht, zudem die Werte zu 2 und 5 cent mit der Zähnung 12:14 bzw. 14:12. Desweiteren den Plattenfehler SG106b, 1 Cent mit JAMRS-varity (Pos. 42, rechter Druckbogen). Außerdem einen eingeschriebenen Auslandsbrief in die Schweiz (10 cent foreign registered letter rate)
    Die 6 cent Marke wurde zunächst mit verkehrtem Z gedruckt (Michel 73II), schließlich wurde der Fehler korrigiert (Michel 73I).
    Das Publikum kritisierte die "billig aussehenden" Steindruckmarken, deshalb kamen 1911 die Wertstufen 6 bis 15 cent nochmals im Stichtiefdruck heraus, aber davon ein andermal.
     
    Viele Grüße
    DKKW



    Viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    in meinem letzten Beitrag hatte ich "The Guy Issue" aus dem Jahre 1910 vorgestellt. Diese Ausgabe wurde im Steindruckverfahren hergestellt. Dies kam beim Publikum nicht gut an, also erschienen im Jahr 1911 die Werte ab 6 cent aufwärts im Stichtiefdruck.
    Die neue Ausgabe war zudem mit einer Linienzähnung 14 versehen. Laut Neufundland Spezialkatalog von Walsh & Butt betrug die Auflage der Ausgabe 1911 jeweils 15.000 Marken. Allein 2.000 Sätze (die niedrigen Werte im Steindruck) sollen im Oktober 1911 im Pavillion Neufundlands in Chrystal Palace an englische Sammler verkauft worden sein.
    Bereits Ende 1911 waren die Marken ausverkauft, fast alles ging in Sammler- und Händlerbestände. Gebrauchte Marken der hohen Werte sind selten.
    Ich zeige den Satz ungebraucht und die 6 cent Marke mit einer Korkstempelentwertung. Einen Bedarfsbrief mit Marken der Stichtiefdruckausgabe habe ich noch nicht gesehen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    die Krönung König George V am 19. Juni 1911 bot der neufundländischen Postverwaltung den Anlass zur Herausgabe einer neuen Briefmarkenserie mit verschiedenen Mitgliedern der königlichen Familie sowie dem Siegel der Kolonie.
    Die Marken kamen am 19. Juni 1911 an die Postschalter und waren mit Ausnahme der Werte zu 1, 2 und 5 cent rasch ausverkauft. Während die drei genannten Wert in Millionenauflagen bis zum Erscheinen der Karibu-Serie im Jahr 1919 weiterproduziert wurden, produzierte man die übrigen Wertstufen in Auflagen von 50.000 (3 und 4 cent), 30.000 (6 cent) und 20.000 (alle übrigen Werte).
    Bei der 1 u. 2 cent Marke werden Farbtöne unterschieden, die 8 cent Marke kam in zwei deutlich unterscheidbaren Farben heraus. Die 8 cent wurde unter anderem mit einer Anilinfarbe gedruckt, die nicht nur einen typischen grünlichblauen Farbton ergab sondern auch dafür sorgte, dass die Markenrückseite grünlichblaue Färbung annahm.


    Ich zeige den Satz untergebraucht, soweit vorhanden auch gebraucht. Außerdem zwei Briefe in die USA einmal aus der 2 cent Portoperiode bis 1918 und dann aus der 3 cent Portoperiode 1918-1921.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallozusammen,


    im Jahr 1919 wurde eine neue Briefmarkenserie zum Andenken an das neufundländische Truppenkontingent während des 1. Weltkrieges herausgegeben.
    Für das Markendesign wurde ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben, die beiden Siegerentwürfe wurden für die Herstellung von Probedrucken an die Firma Whitehead, Morris & Co. geschickt. Der eine zeigte einen kanadischen Elch, der andere ein Karibu.
    Boggs schreibt in seinem Buch, dass der Kopf des endgültigen Markenentwurfs eine Mischung aus Elch und Karibu darstellt ;)
    Die Serie stand unter dem Slogan "The trail of the Caribou" und nimmt Bezug auf das Karibu im Wappen des Newfoundland Regiment. Es werden verschiedene Einsatzorte der Neufundländischen Truppen genannt, darunter Suvla Bay auf der halbinsel Gallipoli oder Langmarck in Flandern. Ubique steht für den Einsatz neufundländischer Marinesoldaten. Die Marken wurden teils in Millionenauflagen gedruckt (1, 2, 3, 5 cent) teils wurden "nur" 50.000 Marken gedruckt (6, 8,12,15,24 und 36 cents). Trotz der niedrigeren Auflage waren die beiden hohen Nominal bis Ende der 20er Jahre an den Postschaltern erhältlich.
    Von den 2, 3, 4 cent Marken gibt es Farbtöne, die im Stanley Gibbons unterschieden werden, die 15 cent gibt es auch in einem anilinblauen Farbton (selten).
    Ich zeige den Satz ungebraucht und gestempelt mit den Farbunterschieden, soweit vorhanden. Um den Satz in der gezeigten Stempelqualität zu erhalten, musste ich lange nach entsprechenden Einzelwerten suchen.


    Die bildseitig frankierte Postkarte mit Doppelentwertung Hand- und Maschinenstempel (so etwas gab es also auch schon in der guten alten Zeit) war an einen Postkarten- und Briefmarkensammler in Argentinien gerichtet. 2 cents = Auslandspostkartenporto.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    Neufundland und Pionierluftpost stehen in einem festen (und leider sehr teuren) Zusammenhang.
    Die seltenen frühen Marken und Belege bewegen sich preislich in für mich derzeit unerschwinglichen Höhen, deshalb bin ich hier sehr besetzt. Die Belege sind recht selten, werden aber immer wieder gehandelt, sind also für den Sammler mit der passenden Brieftasche nicht unerreichbar.


    Im November 1921 wurde ein Versuchspostflug zwischen Botwood auf Neufundland und Halifax/Neuschottland unternommen. Es blieb beim Versuch, die Maschine musste auf dem zugefrorenen Deer Lake notlanden und wurde dabei schwer beschädigt. Auch die Ersatzmaschine musste wegen technischer Probleme notlanden und ererichte ihr Ziel nicht. Die Post wurde auf dem Land- und Seeweg zugestellt.
    Für den Flug wurden Restbestände der 35 cent Marke der Cabot-Ausgabe überdruckt. Es gibt zwei Haupttypen mit großem bzw. kleinen Abstand zwischen Air und Mail. Zudem gibt es diverse Untertypen, z. B. mit oder ohne Punkt hinter 1921.


    Ich zeige die Marken ungebraucht mit weitem Abstand sowie mit und ohne Punkt nach 1921 sowie mit engem Abstand ohne Punkt nach 1921. Außerdem einen der (nicht seltenen) Briefe des abgebrochenen Versuchsfluges.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    mit meinem letzten Beitrag habe ich versehentlich einige Ausgaben übersprungen, den ersten Teil hole ich hiermit nach. Es handelt sich dabei um verschiedene Luftpost - Überdruckausgaben aus dem Jahr 1919.
    Im Jahr 1919 wurden von Neufundland aus verschiedene Versuche unternommen, den Atlantik mit dem Flugzeug zu überqueren. Die Neufundländische Verwaltung unterstützte diese Vorhaben und brachte verschiedene Überdruckmarken für die Pionierflüge heraus.
    Die Marken für den Hawker-Flug (SG 142 und 142a) sind für Normalsammler unerschwinglich, von den wenigen Briefen gar nicht zu reden. Der Flieger musste allerdings wegen technischer Probleme neben einem dänischen Frachter notwassern. Piloten, Post und Flieger wurden gerettet.
    Für beiden nächsten Flugversuche wurden knapp 10.000 15 cent Marken aus den Restbeständen der Cabot-Serie überdruckt. Es gibt Aufdruckvarianten.
    Ich zeige die Haupttype ungebraucht.
    Briefe vom erfolgreichen Alcock-Brown Flug sind genauso unerschwinglich wie die Briefe von den missglückten Versuchen mit dem Handley-Page Flugzeug.


    Viele Grüße
    DKKW