Briefmarkensammeln für Einsteiger

Eigentlich ist eine Briefmarke nur so etwas wie ein käuflich erworbener Gutschein für die Beförderung einer Briefsendung. Doch diese Wertzeichen sind seit jeher ganz besonders gestaltet. Viele Briefmarken zeigen sich förmlich als wahre Kunstwerke im Kleinformat. Und genau das macht die Faszination der Marken aus. Was schon bald nach der Ausgabe der ersten Wertzeichen ab 1840 dazu führte, dass Briefmarken zu gern gesammelten Objekten wurden. Auch heute, im Zeitalter von E-Mails und digitaler Nachrichtenübermittlung, gibt es immer noch von Briefmarken begeisterte Menschen, die den Einstieg in das Hobby der Philatelie suchen.


Sammeln kann man im Prinzip ganz einfach, was gefällt. Und zumindest in der Vergangenheit, als Briefmarken nicht wie heute nahezu ausschließlich für Privatsendungen verwendet wurden, erhielt jeder Haushalt automatisch eine Vielzahl von Briefmarken. Und damit immer wieder die ein oder andere Marke, die vielleicht zum Aufbewahren animierte. Doch schon seit Langem wollen viele Briefmarkenfreunde nicht einfach nur „wahllos“ drauf los sammeln. Eine besondere Faszination geht vielmehr von jenen Wertzeichen aus, die nicht allein bezüglich ihrer kunstvollen beziehungsweise außergewöhnlichen oder sonst wie ansprechenden Gestaltung beeindrucken. Gesucht werden insbesondere außergewöhnliche sowie seltene und damit oftmals wertvolle Briefmarken. Somit stellt sich die Frage: Wie kann man den ungefähren Wert einer Briefmarke bestimmen?


Grundvoraussetzung für die Sammelwürdigkeit einer Briefmarke ist ihr Erhaltungszustand. Mit Blick auf den Wert macht es nur Sinn, Marken zu sammeln, deren Zustand erstklassig ist. Passionierte Sammler akzeptieren allenfalls geringste Mängel bei Wertzeichen, die sehr selten sind. Etwa bei Marken, die unbedingt noch in die Sammlung sollen, um diese beispielsweise unter einem bestimmten Aspekt zu ergänzen. Am Anfang der Wertbestimmung steht, zu recherchieren, um welche Briefmarke es sich handelt. Welches ist das Herkunftsland? Wann wurde sie herausgegeben? In welcher Auflage ist die Marke erschienen? Bei der Klärung der Fragen zeigt sich, wie heute in vielen Fällen, das Internet als wertvolle Hilfe. Die Standardreferenz für den Wert einer Briefmarke ist Dieser Link von Amazon ist nicht gestattet*.


Diesen gibt es – allerdings kostenpflichtig – auch online, siehe www.briefmarken.de. Gelistet sind über 750.000 Briefmarken aus der gesamten Welt sowie über zwei Millionen Preisnotierungen aus neutralen und unabhängigen Quellen. Zu beachten ist jedoch, dass die aufgeführten Preise in der Regel nicht gezahlt werden. Händler geben beim Ankauf oftmals nur 20 oder 30 Prozent.


Wie bei allen zum Verkauf stehenden Dingen, spielt auch bei Briefmarken das Verhältnis von Angebot und Nachfrage die maßgebliche Rolle. Eine gute Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck bezüglich Preisen zu verschaffen, zu denen Briefmarken angeboten werden, bieten eBay und andere Online-Börsen sowie spezielle Sammlerportale. Auch unser Forum Identifizierung und Wertbestimmung von Briefmarken bewährt sich für die erste Einschätzung. Wer nicht mit dem Smartphone oder am Computerbildschirm recherchieren möchte, besucht die landauf, landab stattfindenden Briefmarken- und Sammlerbörsen. Ein Überblick über Veranstaltungen im Jahresverlauf verschafft unser Terminkalender. Auch ist es ratsam, Hilfe bei Fachleuten zu suchen. Wer nicht gerade einen engagierten Philatelisten im Freundeskreis oder in der Verwandtschaft hat, kann Rat in Vereinen und Interessengemeinschaften suchen. Empfehlenswert ist, auch bei ankaufwilligen Händlern Angebote einzuholen. Zudem empfiehlt es sich, die Ergebnisse von Auktionen zu beobachten. Wichtig für eine realistische Preiseinschätzung ist jedoch, dass die veräußerte Marke vom Zustand her exakt der Marken aus der eigenen Sammlung entspricht.


Bedeutsam für den Wert von Briefmarken ist nicht allein, die einzelne Marke. Den wahren Wert macht vielmehr die Sammlung in ihrer Gesamtheit aus. Deshalb ist es ratsam, eine Sammlung systematisch zusammenzustellen. Eine wertvolle Kollektion entsteht nicht durch das wahllose sammeln noch so schöner oder interessanter Marken, vielmehr, indem man sich auf nur wenige Länder oder ganz bestimmte Themen und Epochen konzentriert. Ziel muss dabei stets sein, die größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen.


Ob eine Sammlung hochkarätig oder weniger wertvoll beziehungsweise sogar wertlos ist, hängt neben den Marken selbst auch davon ab, wie gesammelt wurde. Die Wertzeichen sollten sich durchdacht geordnet in einem Album befinden. Nicht ordnungsgemäß aufbewahrte Briefmarken sind anfällig für Knicke und sonstige Beschädigungen. Der Ort der Lagerung muss trocken sein, da sich auf Briefmarken Stockflecken bilden und Verfärbungen auftreten können. Ob eine Marke gestempelt oder ungestempelt wertvoller ist, lässt sich nicht verallgemeinernd beantworten. Ein bestimmtes Wertzeichen kann gestempelt seltener sein, und wird somit höher gehandelt. Genauso kann es umgekehrt der Fall sein.


Das Sammeln von Briefmarken ist nicht nur ein reizvolles Hobby. Mit einer ordentlich zusammengestellten Kollektion lassen sich echte Werte schaffen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden können. Das Briefmarkenhobby muss für den Sammler trotzdem keineswegs eine statische Angelegenheit sein. So scheint es durchaus sinnvoll, eine Sammlung oder einzelne Kollektionen zu bestimmten Bereichen zu verkaufen, wenn man sich etwa neuen Themen widmen möchte.