Neufundland

  • Hallo Ron und alle anderen Newfie-Fans,


    zunächst habe ich nur die canadischen Feldpost-Stempel (CAPO und FMO) gesammelt. ist ja mit CAPO No.1 bis CAPO No.5 plus CAPO No.10 sowie den beiden Avalon FMO-Stempeln ein sehr überschaubares Sammelgebiet. Wobei mir der Avalon FMO #2 noch immer fehlt.


    Durch den Kontakt mit Paul Binney zu dessen Artikel ich einen bescheidenen Beitrag liefern konnte begann ich mich für die Circular Army Censorship Markings zu interessieren, da diese wirklich nicht so häufig vorkommen.


    Also zunächst reiner Stempelsammler. Mit zunehmendem Material kommen neue Fragestellungen auf. Zum Beispiel nach den Portoregelungen für Feldpostsendungen. Bislang habe ich nur etwas über die CAPO-Luftpostbriefe gefunden.


    Zu den verschiedenen Stempelformen: Hier hatte offenbar jede Waffengattung ihr eigenes System. Die Army die Kreisstempel mit Nummer (zumindest habe ich bislang keine anderen Stempelformen gesehen). Die Royal Canadian Air Force (R.C.A.F) verwendete entweder Kastenstempel "Passed By (Nummer) R.C.A.F. Censor" oder L2-Stempel " Passed By R.C.A.F. / Censor" Die Navy hatte wieder ein anderes System. Wenn ein System hinter der Verwendung der verschiedenen Stempeln der Air Force steckte, dann habe ich es aufgrund meiner bescheidenen Bestände noch nicht entdeckt.


    Ich habe bislang keinen einzigen Feldpostbrief mit Zensurbanderole in meiner Sammlung. vermutlich waren die Briefe offen einzuliefern. Auf zivilen Postsendungen aus der Zeit des 2. Weltkrieges findet man häufig auch Zensurbanderolen. Allerdings habe ich mich auch damit bislang nicht näher beschäftigt, ich weiss also nicht welche Zensurbanderolen auf Neufundland und welche erst im Empfängerland angebracht wurden.


    Da die Amerikaner für ihre Feldpost us-amerikanische Briefmarken zur Frankatur verwendeten habe ich mich bislang um die auf Neufundland verwendeten APO-Stempel nicht gekümmert.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo DKKW,


    danke für das Update. Klingt sehr interessant. Vor allem wenn man betrachtet wie die Zensuren in den einzelnen Ländern umgesetzt wurden. Mich würde mal ein zensierter Brief interessieren, sprich wenn etwas Zensur würdiges im Brief steht, dieser dann komplett entfernt wurde oder die Stellen einfach geschwärzt war. Ich meine mal einen Brief gesehen zu haben wo ein Teil herausgetrennt wurde. Bin mir da aber nicht mehr ganz sicher.


    Grüße,
    Ron

  • Hallo Ron, kartenhai und alle anderen Interessierten,


    das, was kartenhai hier zeigt ist m.E. schon großes Kino. Zensurbelege mit Inhalt sind nicht so häufig und dann noch Zensurbelege mit Schwärzungen! Richtig selten. Ich habe so etwas gefühlt in keiner meiner Sammlungen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    zum Abschluss dieses Durchgangs möchte ich ein Objekt zeigen, dass zu den "Randerscheinungen" der Philatelie gehört.


    Es handelt sich um eine Preisliste des canadischen Händlers Victoria Stamp Company aus London/Ontario aus dem Jahr 1936. Die Preisliste hat insgesamt 10 Seiten und erstreckt sich bis zur Silver Jubilee Ausgabe des Jahres 1935. Die Preise sehen auf den ersten Blick natürlich lächerlich niedrig aus, ich kenne zwar nicht die Kaufkraft des canadischen Dollars im Jahr 1936 aber ein Kaufkraftvergleich würde die niedrigen Preise mit Sicherheit relativieren.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für diesen informativen Thread, besonders an DKKW. Ich sammle schon länger Kanada und USA, und unter anderem durch diesen reizt es mich schon eine Weile, mich ebenfalls mit Neufundland zu beschäftigen.


    Einzig der richtige Einstieg fehlte mir. Als Fan schöner Stempel hat man es in Nordamerika nicht leicht, und so hat es einige Wochen gedauert etwas passendes zu finden.


    Jetzt hat es endlich geklappt, in einem Lot fand ich diese Marke aus der "Pictoral Issue" von 1923/24. Bin jetzt also auch Neufundland-Sammler ;-)


    Grüße
    Jens

  • Hallo jpd,


    herzlichen Glückwunsch zu diesem Kauf und herzlich Willkommen im illustren Kreis der sehr überschaubaren Schar der deutschen Neufundland-Sammler.


    Ein wunderschönes Exemplar, saubere Zähnung, überdurchschnittlich zentriert und ein klarer lesbarer Datumstempel. Summa summarum ein weit überdurchschnittliches Exemplar.


    Gerne mehr :)


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    es sind ungefähr sechs Monate vergangen, seit ich am 25.7.2016 die Zusammenfassung für den 6. Durchlauf durch meine Neufundland-Sammlung schrieb.


    Ich konnte seitdem das eine oder andere schöne Stück als Neuzugang präsentieren, obwohl mir inzwischen doch deutlich geringere finanzielle Mittel für mein Hobby zur Verfügung stehen als in früheren Jahren.


    Glanzlichter des letzten Durchgangs waren sicherlich der komplette Druckbogen der 6d Marke der 3. Pence Issue, 1861 (Beitrag vom 1.8.16), das UPU-Specimen der 4c Marke der Royal Family Isue, 1897 (Beitrag vom 19.9.16) und der eingeschriebene Brief in die USA, u. a. frankiert mit einer 7c Sir Humphrey Gilbert Issue mit Linienzähnung (Beitrag vom 29.11.16).


    In der Zwischenzeit sind wieder einige Marken und Belege hinzugekommen, es geht also weiter.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    auf gehts zur Präsentation meiner Neuzugänge.


    Der erste Neuling ist gleich ein Knaller. Es handelt sich um die 3c vermillon der cents issue 1868. Die früheste bekannte Verwendung der 3c Marke ist der 27.10.1870. Knappe drei Jahre später wurde die 3c Marke vermilion durch die 3c blue abgelöst (früheste bekannte Verwendung 3.7.1873).


    Kürzlich bekam ich eine deutlich überdurchschnittlich erhaltene gestempelte Marke von einem renomierten canadischen Händler angeboten und ich konnte trotz 100% Katalog nicht nein sagen.


    Zum Vergleich habe ich das Exemplar eingescannt, das bislang meine Sammlung zierte. Die Neuerwerbung ist perfekt zentriert und hat einen aufrecht abgeschlagenen "Fancy-cancel" von St. John's der im Zeitraum 1870-73 verwendet wurde (gemäß David Piercey: "Corks and other Cancellations found on Newfoundland Cent Issues Newfie newsletter no. 48/05.1994).
    Das bisherige Exemplar ist farbfrischer, hat aber zwei Teilabschläge eines Balkenstempels und ist deutlich schlechter zentriert und gezähnt.


    Meine Neuerwerbung wurde von einem Attest von Richard Gratton aus dem Jahr 2005 begleitet. Richard Gratton ist Mitglied der AIEP und gehört nach der Vincent Greene Foundation zu den renomiertesten Prüfern von British North America.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo Ron,


    bis zur 1911 Royal Family issue wurden meines Wissens alle gezähnten Ausgaben mit einer Linienzähnung versehen. Auch ab (inklusive) der 1911 Royal Family issue wurden entweder einzelne Werte bzw. Teile der jeweiligen Markenausgabe mit einer Linienzähnung versehen.


    Bei der Linienzähnung wird Zahnreihe für Zahnreihe (sowohl waagerecht als auch senkrecht) separat gezähnt. Somit können schmale als auch breite, hohe als auch niedrige Marken vorkommen. Die Produktionsqualität der neufundländischen Marken lässt häufig zu wünschen übrig (es kam halt immer der billigste Anbieter zu Zug). Die meisten neufundländischen Marken sind mehr oder weniger dezentriert. Auf der anderen Seite gibt es die so genannten "Jumbos" Marken mit überbreiten Rändern auf allen Seiten. Dafür werden in Nordamerika zum Teil absurde Preise verlangt (und wohl auch bezahlt). Am ehesten zu vergleichen sind diese Jumbos mit den so genannten "Neunerblöcken" bei Thurn & Taxis: überrandige Marken mit Teilen aller acht Nachbarmarken.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in den früheren Durchgängen hatte ich bereits geschrieben, dass zur Einführung der Marken der Cabot-Ausgabe am 24.6.97 alle älteren Marken vom Verkauf zurückgezogen wurden. Zudem wurden die Druckplatten der Cabot-Marken nach Abschluss der Markenproduktion durch die American Bank Note Co. am 23.6.97 vernichtet.


    Von der 1c Marke, sie wurde als Porto für Drucksachen bis 2oz Gewicht, Orts- und Inlandspostkarten sowie für Ortsbriefe benötigt, wurden 400.000 Marken gedruckt.


    Bereits Ende September 1897 war dieser Markenvorat verbraucht. Eine Nachauflage war nicht möglich, die Druckplatten waren ja zerstört worden. Die 1c Marke, karmin, der nachfolgenden Royal Family Ausgabe kam erst am 4. Dezember in Neufundland an (früheste bekannte Verwendung: 7.12.1897).


    Man behalf sich zum einen durch die Produktion von Überdruckmarken. Hierbei wurden Restbestände der 3c Marke Queen Victoria aus dem Jahr 1890 verwendet (diese Marken waren ja Ende Juni vom Verkauf zurückgezogen worden). Insgesamt wurden 40.000 Marken in der Druckerei der Royal Gazette in St. John's überdruckt. Es sind drei Überdrucktypen bekannt. Da sich Händler und Sammler um die Überdruckmarken rissen, musste die Abgabe bald rationiert werden.
    Zum anderen wurde in St. John's ein PAID ALL Stempel eingeführt und vorwiegend auf Ortsbriefen verwendet. Die Verwendung des Stempels ist vom 24.9. bis zum 4.12.1897 nachgewiesen.


    Ich zeige hier (nochmals) meinen einzigen mit einem 1c Provisorium frankierten Ortsbrief vom 20. Oktober 1897 sowie als Neuzugang einen weiteren Ortsbrief vom 14. Oktober 1897 mit dem PAID ALL-circular handstamp.


    Ich habe bislang weder die 1c Marke der Cabot-Ausgabe noch die 1c Marke, karmin, der Royal Family Ausgabe auf Beleg in meiner Sammlung.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    im vorherigen Beitrag habe ich geschrieben, dass ich die 1c Queen Victoria, karmin, bislang nicht auf Beleg habe. Die nachfolgende 1c Queen Victoria, green, aus dem Jahr 1898 habe ich um so häufiger.


    Hier zwei Neuzugänge, beides Einzelfrankaturen:


    Zunächst eine bildseitig frankierte Ansichtskarte von St. John's nach Antwerpen in Belgien (diese Destination hatte ich bislang nicht). Portorichtig als Printed Matter verschickt und offensichtlich Tauschkorrespondenz zwischen Ansichtskartensammlern.


    Zweitens eine Drucksache aus St. John's in die USA nach Denmark, Iowa aus dem Jahr 1900.
    Ich hatte natürlich gedacht, dass Denmark eine Gründung dänischer Auswanderer war (so wie Elkhorn, Iowa) aber dem war nicht so. Der Ort hiess ursprünglich Haystack (Heuhaufen) und wie er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Namen Denmark kam ist nicht überliefert.


    Empfänger ist ein Reverend der Congregational Church. Durch diese hat der Ort eine gewisse Berühmtheit erlangt denn die Kirche soll das älteste Gotteshaus der USA westlich des Missisippi sein.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo!


    Heute gibt es von mir auch zwei Belege. Beide nicht in Top Zustand, aber ich mag nunmal saubere Stempel :D


    Beim ersten habe ich wegen des Portos von gerade mal 1c nach Deutschland etwas gerätselt. Könnte das eine Drucksache sein? Einen Vermerk auf dem Umschlag gibt es nicht, er ist aber offensichtlich nicht zugeklebt gewesen (Lasche noch gummiert). R. C. Rose war meines Wissen ein Briefmarkenhändler, vielleicht hat der damit eine Preisliste verschickt... Der zweite ist leider noch etwas mehr ramponiert und leider ohne Absender.


    Grüße
    Jens

  • Hallo jpd,


    ich weiß gar nicht was Du hast. Das sind doch zwei ganz akzeptable Belege.


    1c Second Publicity Issue auf Drucksache nach Deutschland. Seit 1887 betrug das Drucksachenporto, egal wohin, 1c (bis 1899 waren Zeitungen mit 1/2c freizumachen, die sind aber wirklich selten!). Es handelt sich also um eine sehr lange Portoperiode.
    Die Marke ist mit dem PS 9 (Postal Slogan 9) " Prevent / Forest Fires / -Save- / Our Forests" aus dem Jahr 1930 entwertet (recht häufiger Postal Slogan).


    5c First Ressources Issue auf Brief nach Canada, 5c = Canada letter rate 1932-1949. Die Marke ist mit dem Postal Slogan PS2b "Buy / Made In /Newfoundland / Goods" aus St. John's East entwertet. St. John's East ist die seltenste Variante des PS2 aber nicht wirklich rar.


    Weiter so und gerne mehr
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    bei der Caribou Markenausgabe aus dem jahr 1919 konnte ich einen eingeschriebenen Brief aus St. John's vom 17. April 1919 nach St. Louis in den USA erwerben. Es handelt sich hierbei um ein vorgedrucktes Antwortkuvert der Fa. A.H. Eilers & Co aus St. Louis.
    Frankiert wurde der Brief mit zwei 5c Marken der Caribou Ausgabe.


    Portozusammensetzung (1919):
    US letter rate: 4c per 1oz
    War Tax: 1c per letter
    Registration fee: 5c
    Zusammen: 10c


    Die Marken sind mit sehr unklar abgeschlagenen Balkenstempeln entwertet.
    Unterhalb des Rahmenstempel "R St. John's Registered" mit der handschriftlich ergänzten Laufnr. 252 finden wir einen ganz blassen Ovalstempel "Registered Apr. 17, 1919 St. John's"


    Rückseitig sehen wir drei ebenfalls schwache Stempelabschläge:
    K2-Stempel: Boston Mass. Registered Apr. 24,19
    K2-Stempel: St. Louis Mo. Reg'd Apr. 28, 19
    K2-Stempel: St. Louis Mo. (Progress St....


    Weiß jemand zufällig, wie der vollständige Stempeltext des letzten Stempels lautet?


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo!


    Zitat

    Original von DKKW
    Das sind doch zwei ganz akzeptable Belege.


    Die Drucksache ist bis auf die Flecken wirklich schön. Der andere Brief ist aber auf der Rückseite noch wesentlich mehr beschädigt, das ist schade.


    Danke für die Infos zu den Briefen, lag ich mit meiner Vermutung Drucksache richtig. Hatte bisher immer nur welche nach Canada oder USA gesehen.


    Grüße
    Jens

  • Hallo zusammen,


    aktuell machen es mir die aktuellen finanziellen Restriktionen (aufgrund eines Pflegefalls in der Familie) als auch die zunehmende Materialfülle meiner Sammlung immer schwerer wirklich interessante Neuzugänge für meine Sammlung zu erwerben.


    Hier ist es mir wieder einmal gelungen meine Sammlung sinnvoll zu ergänzen. Ich konnte einen postfrischen Viererblock, ordentlich zentriert, der 11c Pictorial Issue, für meine Sammlung erwerben.


    Somit habe ich jetzt die 8c und 11c Marke in postfrischen Viererblöcken und die 6c als gebrauchten Viererblock dieser Markenausgabe in meiner Sammlung.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    bei der First Publicity Issue, gedruckt von De la Rue in London, habe ich einige Marken in guter Qualität erwerben können. Ich hatte diese Marken schon, nun aber in teils deutlich besserer Qualität.


    Ungebraucht sind die 9c (postfrisch, Originalgummi, Linienzähnung) und 10c (ungebraucht, Originalgummi mit Falzspur, Kammzähnung) hinzugekommen.


    Gestempelt habe ich die 12c (Linienzähnung) und die 14c (ebenfalls Linienzähnung) erwerben können.


    Viele Grüße
    DKKW