Südsudan moderne Rarität?

  • Der Südsudan ist seit dem 9.7.2011 unabhängig. Man darf auf die ersten eigenen Briefmarken gespannt sein. Sicherlich ist schon eine rührige Agentur bei der Arbeit, um den Sammler-Markt mit neuen Briefmarken und philatelistischen Artikeln zu überschwemmen, die eigentlich niemand braucht. Es gibt unzählige Motive, die nur darauf warten, vom Südsudan abgebildet zu werden. :D


    Sollte es jedoch anders kommen, und ein neues seriöses Gebiet entstehen, das man ab Nr. 1 sammeln und weiterempfehlen kann, wäre ich sehr überrascht! :O_O::D


    Gruß kartenhai

  • Manche neuen Länder geben in der ersten Zeit bis zur Ausgabe regulärer Briefmarken Provisorien heraus, die später echt gelaufen von den Sammlern sehr gesucht werden. Entweder spezielle provisorische Aufdrucke auf den normalen Sudan-Marken, oder primitive Aushilfe-Marken, die noch nicht über eine Agentur hergestellt werden.


    Aber um so etwas zu bekommen, muß man schon gute Verbindungen haben. Wie es beim Südsudan läuft, weiß noch niemand, auch im Internet findet man nichts darüber.
    Aber meistens dauert eine Neuausgabe von Briefmarken nicht besonders lange, ein neuer Staat braucht ja viel Geld am Anfang, und da müssen auch die Sammler ein Stück dazu beitragen. :)


    Gruß kartenhai

  • Ich bin da auch sehr gespannt was für neue Marken dieses neue afrikanische Land rausbingt.


    Ich nehme mal an dass es zuerst Marken mit Währungs-Überdruck geben wird bevor es offizielle Landesmarken gibt. Dann kann es eine Sondermarke zur Unabhängigkeit geben sowie eine Dauerserie mit dem amtierenden Konig. So würde ich mir das vorstellen.


    Wenn es aber gleich eine Flut von Marken-Neuheiten gibt die nur den Sammlern bereichern sollten, würde man sicherlich davon abstand nehmen.


    Grüße BB

    :cool: Sei wie eine Briefmarke: Halte dich an irgendwas fest, bis du am Ziel bist. 
    (Josh Billings, amerik. Schriftsteller, 1818-1885)

  • Bei der Marke mit der höchsten Wertstufe und dem Präsidenten sieht das "A" in "Sudan" irgendwie winzig aus im Vergleich mit den anderen beiden Marken. Nachdem das aber Muster sein sollen, wird das wohl bei den Originalmarken repariert sein.


    Gruß kartenhai

  • Mhh, ob der Süd Sudan das nötig hat sich so Geld zu beschaffen? Schließlich hat gerade der Süden sehr große Ölvorkommen und sollte, wenn sie es intelligent anstellen, keine Geldsorgen haben. Daher mal schauen, könnte mir schon vorstellen das es eine vernünftige Ausgabepolitik geben wird.


    Grüße

  • Zitat

    Original von Ron Alexander
    Mhh, ob der Süd Sudan das nötig hat sich so Geld zu beschaffen? Schließlich hat gerade der Süden sehr große Ölvorkommen und sollte, wenn sie es intelligent anstellen, keine Geldsorgen haben. Daher mal schauen, könnte mir schon vorstellen das es eine vernünftige Ausgabepolitik geben wird.


    Grüße


    Das Land ist von 20 Jahren Bürgerkrieg gebeutelt, die einzige Pipeline läuft über den "Nord"-Sudan, hohe Flüchtlingszahlen müssen rückintegriert werden. Dieses Land wird auf Jahre hinaus Probleme haben, weitere kriegerische Handlungen mit dem Norden eingeschlossen. Dass es dort keine Geldsorgen geben wird ist wohl Wunschtraum.


    Was die Markenpolitik angeht, wird man sehen. Aber warum soll diese auch anders sein als in allen anderen Ländern. Auch bei Bund wird ja seit langer Zeit völlig am Bedarf vorbei produziert. Was seriös ist und was nicht bezogen auf die Ausgabepolitik ist wohl nur noch eine Frage der persönlichen Sichtweise, bzw. des persönlichen Geschmacks. In meinen Augen gibt es heute keine seriöse Markenpolitik mehr. Alle Länder produzieren heute (weit) überwiegend für den Sammlermarkt. Die einen mehr, die anderen weniger, aber trotzdem bei allen in die gleiche Richtung. Mehr noch überleben sich Briefmarken im Alltag immer mehr. Also wird die Produktion für den Sammlermarkt mit jedem Tag deutlicher. Im Jahre 2007 wurden in Deutschland von 22 Milliarden Briefsendungen noch 2,2 Milliarden mit nassklebenden Marken freigemacht. Nimmt man 2011 wird auch diese Zahl weiter, sicherlich deutlcih geschrumpft sein.

  • Das sind wohl die ersten drei Marken des Süd-Sudans.


    [IMG:]


    Gerne nehme ich alle Bedarfspost die es aus den letzten Wochen und den kommenden Monaten gibt.


    Zitat

    Original von dietbeck
    Was die Markenpolitik angeht, wird man sehen. Aber warum soll diese auch anders sein als in allen anderen Ländern. Auch bei Bund wird ja seit langer Zeit völlig am Bedarf vorbei produziert. Was seriös ist und was nicht bezogen auf die Ausgabepolitik ist wohl nur noch eine Frage der persönlichen Sichtweise, bzw. des persönlichen Geschmacks. In meinen Augen gibt es heute keine seriöse Markenpolitik mehr. Alle Länder produzieren heute (weit) überwiegend für den Sammlermarkt. Die einen mehr, die anderen weniger, aber trotzdem bei allen in die gleiche Richtung. Mehr noch überleben sich Briefmarken im Alltag immer mehr.


    Da möchte ich aber stark widersprechen! Gerade in den afrikanischen Ländern, habe Briefmarken noch eine große Bedeutung im täglichen Gebrauch. Es gibt kaum Freistempler und ähnliches und keine Schalterlabels. Post wird vorwiegend mit Briefmarken freigemacht!


    Dazu gibt es auch in Afrika durchaus seriöse Ausgabeländer, die eine seriöse Ausgabepolitik haben! Ein Beispiel ist das dem Süd-Sudan benachbarte Kenia. Da werden in 10 Jahren so viele Marken herausgegeben, wie in Deutschland im Jahr!


    Man darf also weder von unseren Zuständen auf Afrika schließen, noch die unseriösen Ausgabeländer dort verallgemeinern.

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • Offensichtlich gibt es auch mit dem Landesnamen Süd-Sudan schon Phantasieausgaben um Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen:


    [IMG:]



    [IMG:]


    [IMG:]


    ... und so weiter (natürlich auch geschnitten...) :

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

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  • Diese Schwindelausgaben mit dem horrenden Preis sind schon 2010 erschienen, weder die Landesbezeichnung noch die Währung stimmen mit den ersten offiziellen Marken überein.


    Immer wieder gibt es so üble Geschäftemacher, die die Sammler übers Ohr hauen wollen. Ebay sollte solche Verkäufer rauswerfen! X(


    Delcampe ist ja richtig zugemüllt von diesem Schrott, unglaublich!!! X(


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von kartenhai
    Ebay sollte solche Verkäufer rauswerfen! X(


    Delcampe ist ja richtig zugemüllt von diesem Schrott, unglaublich!!! X(


    Gruß kartenhai


    Bei eBay gibt es weltweit nur ein einziges Angebot - bei Delcampe bedeutent mehr. leider scheint sich Delcampe immer mehr zum Negativen zu entwickeln. Ich finde da mehr und mehr Fälschungen etc., ohne dass etwas dagegen unternommen wird.


    Bei eBay.de kann man Fälschungen, die nicht als solche beschrieben sind, wenigstens über die BDPh Fälschungsbekämpfung löschen lassen - Delcampe hat daran kein Interesse mehr.

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • Die neuen Süd-Sudan-Marken werden auch bei Ebay nicht angeboten, wenn man mal von einigen Schwindel-Ausgaben absieht, die vor kurzer Zeit noch hauptsächlich bei Delcampe zu überirdischen Preisen zu haben waren. Auch FDC sowie echt gelaufene Briefe der ersten regulären Ausgabe sind noch nirgends zu bekommen. Vielleicht herrscht hier noch die Kamelpost, wie man auf einer alten Briefmarke vom Sudan sieht?


    Anbei noch zwei der 3 Marken, die bisher nur als Muster vorlagen. Das kleine „A“ in der Mustermarke der höchsten Wertstufe wurde im Original korrigiert und ist jetzt gleich groß wie alle Buchstaben. Die abgebildete Person auf dieser Marke ist übrigens der frühere Rebellenführer der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) John Garang de Mabior, der 2005 auf dem Rückflug von einem Treffen mit Vertretern der USA und der EU bei einem Helikopterabsturz in den Imantong-Bergen ums Leben kam:



    Quelle:


    Kaum hat sich der Süd-Sudan selbständig gemacht, geht unter rivalisierenden Stämmen dieses neuen Staates ein großes Massaker an, dem schon Hunderte von Menschen zum Opfer fielen. Jeder möchte wieder die Vorherrschaft über die anderen haben, immer das gleiche! Zu allem Übel hat der neue Staat auch noch 80 % des Erdölvorkommens, was dem anderen Sudan überhaupt nicht gefällt.



    Gruß kartenhai

  • Seht Euch mal die ersten Briefmarken vom Süd-Sudan an. Monatelang hört man nichts von ihnen, es gibt keine Angebote, und plötzlich wird da ein ganz normaler Satz versteigert, der bis heute schon bei sagenhaften 74,26 EUR steht, knapp 4 Stunden vor Auktionsende!
    Angeboten ist dieser Satz in Deutschland, die Gebote werden aber in US-Dollar abgegeben, schon 21 Gebote bis jetzt. :O_O:



    Weiß jemand den Grund, warum dieser erste und bis jetzt einzige Satz dieses Landes so begehrt ist? Seinerzeit waren diese Marken ja nur schwer zu beschaffen. Hat diesen Satz jemand damals zu einem moderaten Preis beschaffen können?


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von HoomySimpson
    Die marken wurden wohl von der VR China produziert.
    vg henning


    Ob sich da die chinesischen Sammler etwa deshalb auch alle einen Satz hingelegt haben? Dann sind die 100.000 Stück Auflage ratz fatz weg und der Preis steigt noch ins Unermeßliche! :O_O:;):)


    Gruß kartenhai

  • 170,- EUR !!! Unglaublich!!! :O_O::O_O::O_O:


    Die Marken wurden seinerzeit auf die Postämter des Landes verteilt, dann hörte man nichts mehr von ihnen, aber anscheinend konnten sie nicht so einfach von Sammlern dort bestellt werden.


    Den Satz kann mal wohl aus Sondermarken bezeichnen. Von anderen "neuen" Ländern kommt als erste Ausgabe zumeist auch ein Freimarkensatz mit allen möglichen Wertstufen heraus, der nominal auch ziemlich teuer ist. Hier aber nicht.


    Kann mir irgendwie vorstellen, daß damals ein oder mehrere schlaue Briefmarken-Händler im Lande herumreisten, und größere Bestände bei den Postämtern aufgekauft haben. Das war natürlich gefährlich, weil hier noch teilweise Kriegsgebiet war.


    Um eine Spekulation wie diese ein für alle Mal zu unterbinden, sollten die Chinesen noch mal 900.000 Sätze nachdrucken und nach Südsudan schicken, der Bedarf ist ja vorhanden, bei dem Marktpreis müßte es ja bei allen Postämtern des Landes heissen: Leider ausverkauft.


    Meist unterscheidet sich dann aber die zweite Auflage von der ersten, so daß der Preis trotzdem bleibt. :D


    Mit was die Südsudanesen aber zurzeit dann ihre Briefe frankieren ?( , fragt sich


    kartenhai


    PS.: Bin schon auf den ersten FDC gespannt, der bei Ebay auftaucht. Bei der voraussichtlichen Miniauflage müßte der ja unbezahlbar sein!

  • Im gesamten Internet ist nicht der winzigste Hinweis zu finden, was da im Südsudan wieder als philatelistische Schweinerei passiert ist. Das wird wohl noch etwas dauern, bis die Hintergründe dieser Preisexplosion beim ersten und einzigen Satz dieses neuen Landes zum Vorschein kommen.


    Gruß kartenhai