Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Heute zeige ich etwas sehr seltenes. Der Einschreibebrief lief im Mai 1915 von Riga nach Charkow. In Riga erfolgte auch die Prüfung, was mit dem Zensurstempel Typ 6 bestätigt wurde. Der Zensor Nr. 8 ist bei Speeckaert unbekannt. Verschlossen wurde der Brief zunächst mit einem Bogenrand und darüber hinaus mit einem Siegel des Postamtes.


  • Diesen Brief habe ich erworben, weil er mir gefällt und sehr günstig war.

    Der Brief aus Moskau wurde dort zunächst geprüft (Typ 4 mit den Initialen N. I.) und dann ein zweites Mal in Petrograd (Typ 2). Nach Verschluß erfolgte der Versand nach Schweden.


  • Auch hier handelt es sich keineswegs um einen seltenen Zensurstempel (Typ 24 + Verschlußstreifen). Optisch finde ich den Brief jedoch sehr ansprechend.

    Der Brief lief von Petrograd nach Holland. Die engliche Zensur öffnete ebenfalls.


  • Nach den zwei optisch schönen Stücken zeige ich nun wieder einige Belege mit seltenen oder gar unbekannten Stempeln.

    Anfang macht dieser Antwortteil einer schwedischen Vordruckkarte für Kriegsgefangene. Sie lief im August 1915 von Tjumen nach Stockholm. Der Zensurstempel aus Tjumen ist der sehr seltene Typ 2. Rückseitig befinden sich noch der Petrograder Stempel Typ 3 sowie der vorgedruckte Text: Ich bestätige durch die Güte der Sibirischen Handelsbankvon der Deutschen Bank Rbl. 25,- erhalten zu haben. 


  • Diese Zensurstempel von Ufa hat Speeckaert anders notiert. Geprüft - Militärzensur - der S.(tadt) Ufa sind im Nachtrag als Typ 14 gelistet. Военный Цензоръ (Militärzensor) - Стас. Совѣт. (Staatsrat) - М. Порубальскiй (M. Porubalski) sind als dreizeiliger Typ 15 gelistet. Hier sieht es aber so aus, als ob das Militärzensor zum Typ 14 gehört. Eventuell sind es sogar drei Stempel statt nur zwei. Verwendung laut Speeckaert ist der März 1915, hier auch noch im Juni.



  • Den Beleg mit dem Zensurstempel des Prüfers M. Porubalski habe ich auch in einem russischen Forum gezeigt mit anschließender Frage, ob jemand weitere Stempelabschläge hat, um zu klären, ob es sich um zwei oder drei Stempel handelt.

    Ein Forumsmitglied konnte dann gleich sechs weitere Stempel zeigen. Ich machte mir dann die Mühe, alle sechs Stempel auf die gleiche Größe und in die gleiche Stellung zu bringe. Anschließend legte ich die Stempel übereinander. Das Ergebnis ist, das es sich um zwei Stempel handelt; genau so, wie ich es oben zeigen konnte. Somit ist die Abbildung im Speeckaert nicht ganz korrekt.

  • Natürlich zeige ich heute auch noch einen weiteren Beleg. Und wieder einmal habe ich einen Zensurstempel, den ich im Handbuch nicht finden konnte. Auch über den Namen des Prüfers - General-Major L. S. Baikow - kam ich nicht weiter.

    Die Karte habe ich privat erstanden. Laut Verkäufer stammt die Karte aus Nowo Wileisk (vermutlich stammt der Tarnstempel von dort) und lief dann nach Onikschten.



  • Heute zeige ich einen Brief, den ich vom gleichen Verkäufer habe wie die Karte zuvor. Nach seinen Angaben ist der Brief vom August 1914 (ein Poststempel oder handschriftliche Daten sind nicht vorhanden) und lief von Sasmaken nach Doblen. Der Zensurstempel stammt aus Talsen und ist der äußerst seltene Typ 1. Speeckaert gibt als Verwendungszeitraum auch nur den August 1914 an.



  • Heute zeige ich eine Karte von Jurjew ins ehemals finnische Vammelsuu. Der Zensurstempel ist der Typ 5 von Armeeeinheiten. In diesem Fall ist es die 356. Livländische Infantrieabteilung. Wo diese sich im März 1915 genau befand, entzieht sich meiner Kenntnis, läßt sich höchst wahrscheinlich aber über das russische Forum klären. Der Zustand der portofreien Karte ist leider nicht so toll.



  • Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Es liegt natürlich ein Fehler meinerseits vor, denn die Karte lief nicht von, sondern nach Jurjew. Somit lief die Karte von Finnland aus. Und genau dort befand sich dan auch die 356. Infantrieabteilung.