Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Die Frage hatte ich gestellt und auch die Antwort erhalten sowie diese hier gepostet.

    Zitat


    Kleiner Tipp : Es ist nie anzuraten, gleich hinter eine URL, ohne Abstand, einen Punkt zu setzen.

    Du hast Recht, Jean Philippe. Ich habe da nicht darauf geachtet. Und wenn ich es jetzt bearbeite, ändert sich nichts.

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    Einmal editiert, zuletzt von 241264hsv-fan ()

  • Dieser Brief stammt aus der gleichen Korrespondenz wie voriger. Daher kann ich den Zensurstempel dann auch leicht zuordnen. Da weitere Poststempel außer dem von Kertsch fehlen, wäre es am sonsten schwierig.

    Speeckaert listet den Stempel im Nachtrag als Typ 15.



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  • Hier habe ich mal wieder einen Zensurstempel, der nur über den Namen des Zensors zugeordnet werden kann. Der Typ 1 trägt den Namen des Zensors: SCHUBIN, der Typ 2 in größerer Form hat zusätzlich den Namen der Zensurstelle - SEMIPALATINSK. Fer Stempel war von Oktober 1914 - Februar 1915 in Gebrauch.



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  • Diese Karte vom 17.12.1914 aus Tomsk wurde dort auch geprüft. Speeckaert notiert diesen Stempel unter Typ 3 und stuft ihn als sehr selten ein. Unter Typ 2 ist der gleiche Stempel mit Rahmen verzeichnet. Bei genauerem Hinsehen kann man hier Spuren erkennen, die durchaus auf einen Rahmen hinweisen könnten. Daher frage ich mich, ob es sich nicht um den selben Typ handelt.



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  • Hallo zusammen,


    ich zeige heute keine Zensurstempelrarität sondern die ganz alltägliche Stempeltype 24 der 1. Ekspeditsija Petrograd mit der Zensorennummer 136 (Speeckaert 1, sehr häufig)


    Es handelt sich hierbei um eine Ansichtkarte "Made in Japan" mit unbekanntem Motiv der japanischen Küste mit Fischer samt Boot am Strand im Vordergrund.


    Interessant für mich die Transsibirienroute von Japan nach Schweden.


    Die 4sen Marke (Mi. 115I mit Wz.1) wurde mit einem japanischen Gitterstempel entwertet. Daneben finden wir einen weiteren Gitterstempel mit europäischer Schrift "Tokio 24.7.17 Nippon" Zudem einen russischen Maschinenstempel "Petrograd 12.8.17" Der untere Teil des Stempels ist leider extrem schwach und unleserlich. Ob es sich um den Eingangs- oder den Ausgangsstempel von Petrograd vor bzw. nach erfolgter Zensur handelt kann man leider nicht erkennen. Zudem ist der handschriftliche Vermerk "via Siberia" angebracht.


    Viele Grüße

    DKKW


  • Nach einer Woche Funkstille kann ich eine neue Karte zeigen, welche im Juni 1917 nach Pskow lief. Die Marke ist entwertet mit dem Bahnpoststempel Petrograd - Riga. Der Zensurstempel ist der Typ 2 des Dwinkser Militärbezirks.



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  • Zensurstempel aus Orenburg konnte ich schon ein paar zeigen. Der seltene Typ 2 fehlte mir bisher.

    Die Karte wurde am 11. September in Lodz geschrieben. Wann genau sie in Orenburg ankam, ist hier nicht zu erkennen. Ob es sich bei dem stummen Stempel von dem aus Warschau handelt, kann ich nicht sagen. Es gibt ein Buch, das dieses Thema behandelt. Allerdings fehlt es mir.



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  • Hallo 241264-hsv-fan,


    die Stempeltype 512 (stummer Mehrringstempel mit Punkt im Zentrum) ist laut Arnold Levin von mehreren Orten bekannt. Ich habe das Werk als Übersetzung von David Skipton.


    Demnach ist dieser Stempel (Sechsring-Stempel mit Punkt) auch von Lodz registriert. Der Stempel ist auch aus Warschau bekannt, meist würde dort aber ein Fünfring-Stempel mit Punkt verwendet.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Hallo zusammen,


    diesen Brief habe ich, glaube ich, noch nicht gezeigt. Keine seltene Postroute, kein seltenerZensurstempel, aber wieder mal ein Sankt Petersburg Stempel auf einem Zensurpostbeleg.


    Dieser hier wurde am 3.12.14 beim Postamt S. Petersburg d 11 d abgestempelt. Lt. Dobin / Ratner wurde dieser Stempel (Type Cb) von 1912 bis 1915 verwendet (siehe S. 218). Da ist also noch Luft nach oben ;)


    Der Brief wurde mit einer 3kop und 7kop. Marke der Romanow-Ausgabe frankiert und lief nach Göteborg in Schweden, Rückseitig ist der Ovalstempel der 1. Ekspeditatija "Geöffnet / Militär / Zensur" (Speekaert Type 2, häufig) abgeschlagen, auf der Vorderseite finden wir den Ra2-Zensorenstempel "No. 6 / Paraphe" (Speeckaert Nr. 7, ebenfalls häufig).


    Kann mir jemand erklären, was die Verschlußvignette bedeutet? Vielen Dank im Voraus.


    Viele Grüße

    DKKW


  • Danke für deine Erklärung zum stummen Stempel.


    Bei der Vignette handelt es sich um eine Werbevignette. "Schwefelsüre Ammoniak - Sonne ist der beste Stickstoffdünger von Hauspflanzen mit 20% Stickstoff". So in etwa steht´s da drauf.

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  • Vor vier Wochen zeigte ich bereits den Typ 15 von Ufa in violett zeigen. Hier kommt er nun auch in blau. Zudem muss ich eine Korrektur vornehmen. Im Speeckaert steht der Name M. Porubalski, was ich dann auch so übernahm, denn der Anfangsbuchstabe des Vornamen war auf meiner Karte nicht erkennbar. Hier ist es klar erkennbar ein I. Der obere Zweizeiler steht dagegen gar nicht im Speeckaert drin.

    Diese Karte wurde mehr als ein halbes Jahr vor der erst gezeigten Karte aufgegeben. Möglicherweise wurde die Stempelfarbe dann in der Zwischenzeit ausgetauscht.

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  • Hallo zusammen,


    241264hsv-fan : Wieder ganz großes Kino! :] Deine Funde zeigen zum Einen wieviel Neues man noch bei diesem Sammelgebiet entdecken kann. Zum Anderen frage ich mich schon wo denn die anderen Zensurpoststempel-Sammler geblieben sind? Haben alle aus Altersgründen aufgehört?


    Ich kann jetzt endlich auch einen Südamerika-Beleg präsentieren! Es handelt sich um eine Postkarte aus Peru die im Jahr 1916 nach Reval gelaufen ist. Als Frankatur wurden vorderseitig zwei 2 Centavos Marken der Markenausgabe 1909 "Berühmte Persönlichkeiten" mit dem Portrait Christoph Columbus frankiert. Die Marken stammen vom unteren Bogenrand, dieser ist auf die Adressseite umgeknickt worden (mit Teilen des Druckereivermerks). Den peruanischen Stempel kann ich nicht entziffern, ebensowenig das Absendedatum.

    Die Karte wurde in Petrograd bei der 1. Ekspeditajia zensiert. Zum Einen ist vorderseitig ein Ra3-Zensurstempel Speeckaert Type 15 mit der Nummer 572 (sehr häufig) zum Anderen ein Ra1-Prüferstempel "7" (Speeckaert Nr. 27, sehr häufig) abgeschlagen worden. Als Ankunftstempel finden wir einen Maschinenstempel von Reval vom 10.1.16. Ein weiterer Stempelabschlag vom 9.1.16 ist zu schwach um den Ort identifizieren zu können.


    Der kryptische Text weist in meinen Augen auf eine Tauschsendung zwischen Ansichtskartensammlern hin. Die Karte zeigt den Palacio de la Exposicion in Lima, er beherbergt heute ein Kunstmuseum.


    Viele Grüße

    DKKW


  • Zitat

    Deine Funde zeigen zum Einen wieviel Neues man noch bei diesem Sammelgebiet entdecken kann. Zum anderen frage ich mich schon wo denn die anderen Zensurpoststempel-Sammler geblieben sind?

    Der ein oder andere und bietet schon mal gegen. Vielleicht wird dann auch etwas anderes gesammelt und der Zensurstempel ist nur zweitrangig, denn zeitweise frage ich mich, warum die dann nicht häufiger gegenbieten.

    Bei den Funden sind wir mit Sicherheit noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Ich muss zwar noch einige Zeit warten, bis meine Neuerwerbungen (hoffentlich) eintreffen (zumindest bei den meisten), aber dann kann ich wieder viele tolle Belege präsentieren und auch den Beweis dafür antreten.

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  • Etwas überraschend ist heute bereits ein Beleg eingetroffen. Es ist eine Karte über eine Mitteilung einer Überweisung. Sie wurde im April 1917 am russischen Postamt in Tientsin aufgegeben. Dort wurde auch die Prüfung vorgenommen. Vorderseitig abgeschlagen ist der sehr seltene Zensurstempel Typ 2.



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  • Hallo zusammen,


    241264hsv-fan : Stimmt, üblicherweise erfolgte die Zensur der Postsendungen der russischen Postämter in China erst in Moskau bzw. Petrograd und nicht schon in China. Allerdings habe ich nur Transitpostsendungen "via Sibirien" in meiner Sammlung. Diese Kriegsgefangenensendung war offenbar nach Sibirien gerichtet, da wäre eine Zensur in Moskau ein Riesenumweg gewesen.


    Ich zeige eine zweite Ansichtskarte an Hr. Jul Kütt in Reval. Diese Karte wurde als Drucksache bildseitig frankiert von Pietermaritzburg in Südafrika nach Reval geschickt. Die Karte wurde mit einer 1/2c Marke King George V-Ausgabe von 1913 frankiert. Entwertet wurde die Marke mit einem K2-Stpl. "Pietermaritzburg 24. APR. 17 5.30 AM" . Auf der Adressseite sehen wir zwei schwache Maschinenstempelabschläge von Petrograd. Zum einen vom 22.6.17 (Eingang) und dann vom 18.7.17 (Ausgang nach erfolgter Zensur).

    Die Postzensur der 1. Ekspedatija in Petrograd ist mit den beiden sehr häufigen Stempeln der Speeckaert Type 24 mit der Nr. 697 und dem Prüferstempel Type 27 mit der Nr. 11 vertreten.


    In Reval kam die Karte offenbar am 20.7.17 an, wurde aber erst am 22.7. verteilt (alle russischen Stempeldaten nach julianischem Kalender).


    Viele Grüße

    DKKW