Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Die nächste Karte, die ich heute zeige, ist eine Kriegsgefangenenkarte aus Krasnojarsk. Der dortige Zensor schlug den Stempel Typ 2 ab. Die östereichische Zensur prüfte bei Eingang der Karte noch einmal.



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  • Im August 1915 wurde nachfolgender Brief Richtung Schweiz aufgegeben. Als Zensurstempel verwendete der Prüfer den seltenen Typ 6 und unterschrieb dort auch. Bei Speeckaert ist der Stempel erst ab Februar 1916 bekannt.



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  • Von der Zensurstelle Arensburg auf der Insel Ösel hatte ich schon die Typen 1 und 2 zeigen können. Heute kommt der Typ 4 hinzu. Die Stempel sind allesamt selten.

    Die Karte lief im April 1917 nach Reval. Dieser Stempel ist nur mit der Zensornummer '4' bekannt.



    Allen einen gutn Rutsch ins neue Jahr. Ich kann schon einmal versprechen, das auch dann weitere schöne und seltene Neuerwerbungen zu sehen sein werden.

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  • Hallo zusammen,

    allen ein frohes Neues Jahr mit viel Glück und vor allem Gesundheit.

    Wie versprochen zeige ich weitere tolle und seltene Belege zumal die Karte gestern wenigstens einem gut gefiel.

    Den Anfang macht die Karte eines Kriegsgefangenen, der eine Nachricht vermutlich an seinen Arbeitgeber schreibt. Der Gefangene befindet sich in Sibirien. Wegen fehlender Poststempel kann weder vom Ort noch der Zeit eine genaue Angabe gemacht werden.

    Fest steht, das die Karte zunächst in Tomsk geprüft wurde. Der violette Д.Ц.-Stempel im Rahmen ist der Typ 1. Dieser war von September 1914 bis April 1915 in Gebrauch. Soweit, so gut.

    Unter Typ 23 führt Speeckaert den Namensstempel 'A. SAWICKI.' auf. Dies führt bei mir etwas zur Verwunderung. Ein Stempel in lateinischen Lettern? Da liegt bestimmt ein Irrtum vor. Hat der Autor nur eine Information über den Namen bekommen? In roter Kursivschreibschrift ist hier in kyrillischen Buchstaben der Name А.В. Савицкiй. zu lesen. Der Stempel war im März / April 1915 in Gebrauch.

    Die Karte wurde nach erfolgter Prüfung nach Petrograd weitergeleitet, wo sie ein weiteres Mal unter die Lupe genommen wurde. Dieses bestätigte der Zensor mit dem ovalen Stempel Typ 78. Bei diesem erwähnt Speeckaert die Initialen Gr. (links) und Nr. (rechts). Auf dieser Karte ist deutlich aber ein Kr. zu erkennen, so das ich auch hier von einem Fehler ausgehe.

    Die Karte lief anschließend nach Österreich.




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  • Die Karte wurde nach erfolgter Prüfung nach Petrograd weitergeleitet, wo sie ein weiteres Mal unter die Lupe genommen wurde. Dieses bestätigte der Zensor mit dem ovalen Stempel Typ 78. Bei diesem erwähnt Speeckaert die Initialen Gr. (links) und Nr. (rechts). Auf dieser Karte ist deutlich aber ein Kr. zu erkennen, so das ich auch hier von einem Fehler ausgehe.

    Die rechten Initialen sind nach Kosoj (1987) Kr. [Кр.].

    Vgl. Рис.18, auf http://www.opentextnn.ru/censo…v/libraries/book/?id=3620

    Wahrscheinlich lag Speeckaert seinerzeit nur ein undeutlicher Abschlag vor.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Die nächste Karte geht ebenfalls nach Österreich. Auf der Karte ist zwar das Jahr 1916 vermerkt, eine genauere Angabe fehlt aber. Geprüft wurde in Witebsk. Der Zensurstempel unten ist bei Speeckaert nicht notiert. Die '3' rechts oben ist vermutlich auch ein Zensustempel. Im Nachtrag ist eine '12' unter Typ 6 angegeben. Der dortige Stempel ist 8 mm hoch, diese '3' nur 7 mm. Im zweiten Nachtrag ist zwar noch eine '6' vermerkt, diese ist jedoch ohne Abbildung.



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  • Im letzten Jahr schon hatte ich einige Stücke gezeigt, bei denen ich auf die Hilfe von northstar angewiesen war und die er auch immer toll lieferte. Bei diesem Stück geht es mir nicht anders.

    Die Karte lief im April 1915 von Kronstadt nach Riga. Hilfe benötige ich dann beim Zensurstempel sowohl bei der Komplettierung als auch der Übersetzung. Lesen kann ich oben: Съ дбйствующаго(?) флота. Und unten: ? судовой цензурой.



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  • Vielen Dank für das Lob!


    Lesen kann ich oben: Съ дбйствующаго(?) флота. Und unten: ? судовой цензурой.

    Der obere Stempel ist praktisch richtig gelesen, nur das б ist ein е:

    действующаго

    Aus der aktiven (kämpfenden) Flotte


    Der untere kann wie folgt ergänzt werden:

    Просмотрено судовой цензурой

    Geprüft durch die Schiffszensur

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Wie in einem früheren Beitrag erwähnt, machen mir Abkürzungen mangels Sprachkenntnissen Schwierigkeiten.

    Auf dieser japanischen Karte fehlen die Poststempel, einzig alleine ein Prüferstempel ist vorhanden. Die Rückseite zeigt nur zwei japanische Damen. Somit ist über die Herkunft erst einmal nichts zu sagen. Zumindest das Datum, den 16. August 1916, hat der Schreiber auf der Karte notiert. Vielleicht kannst du, northstar, auch hier mich noch einmal unterstützen.



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  • Der Stempel ist ja insgesamt schön klar abgeschlagen:

    Просмотрѣно

    Пос.[ёлок] Песчанка

    Апрѣля 25 [1]917 г.

    Завѣдывающий

    Почтовымъ Бюро

    Прапорщикъ [Unterschrift unleserlich]


    Geprüft

    Sied.[lung] Pestschanka

    April 25 [1]917 J.

    Leiter

    des Postbüros

    Fähnrich [Unterschrift unleserlich]


    Es gibt eine ganze Reihe von Orten mit dem Namen Pestschanka, hier könnte es sich wohl um den am weitesten östlich gelegenen Ort mit diesem Namen handeln, der heute zur Stadt Tschita in der Region Transbaiklaien gehört. Dort gab es auch ein entsprechendes Kriegsgefangenenlager (http://obozrenie-chita.ru/read/70).


    Bei der handschriftlichen Datumsangabe lese ich April 25, 1917. Ich weiß nicht, ob es vorkam, dass die Zensur für die Berarbeitung der Korrespondenz 8 Monate brauchte!?!

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Nach dem seltenen Stück zuvor zeige ich heute etwas einfaches. Das Einschreiben lief im August 1916 von Simbirsk nach Kopenhagen. Der Prüfer verwendete den Rahmenstempel Typ 6 sowie den Typ 14, welcher bei Speeckaert nur bis Juni notiert ist. Beide Stempel kannte Speeckaert auch nur in violett.

    Die seit Ende 1915 eingesetzten, recht häufigen Stempel zeigen heir schon deutliche Abnutzungsspuren, der Briefumschlag selber Leimspuren vom Verschliessen.



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  • Wieder zeige ich eine Kriegsgefangenenkarte wie demnächst noch häufiger. Wie schon einmal erwähnt, sind sehr viele der Stempel anders gar nicht zu bekommen.

    Diese nach Ungarn gesandte und in Zarizyn geprüfte Karte hat die Zensurstempel Typ 5 (die Zensornummer 71 hat Speeckaert nicht verzeichnet) sowie den Typ 12. Diese Initialen sind nur im Januar 1916 notiert.



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  • Die nächste Karte ist aus Semipalatinsk (März 1915). Dort wurde sie geprüft (Typ 3) und dnan nach Omsk weiter geleitet. Dort wurde die Karte der Zensur erneut vorgelegt und im Anschluß in die Schweiz versendet.

    Bei den Zensurstempeln von Omsk gibt es auch mit gleicher Nummer verschiedene Typen - ohne und mit Initialen. Die Nummer '1' mit den Initialen 'M Sch' ist bei Speeckaert nicht verzeichnet.



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  • Und noch eine weitere Karte an die selbe Adresse (nur ein anderer Vorname). Der Zensurstempel ist dieses Mal der Typ 29. Ob nach dem Buchstaben (B ) noch ein weiterer steht? Es würde Sinn machen. Allerdings ist der Stempel bei Speeckaert exakt so abgebildet.



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