Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Speeckaert hat die Initialen (Abkürzungen) O.A.O., O.K.O., E.F.Sch., K.S.M., A.K.F., K.N.K. sowie ohne Abbildung N.K.O. und E.A.B. gelistet. Dann müssten diese alle wohl auch eine für eine Abkürzung stehen.

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  • Zum Thema Pokrowsk/Samara möchte ich eine weitere Initiale "E.A.B." zeigen. Diese ist im ersten Nachtrag bei Speeckaert gelistet, jedoch nicht abgebildet. Hier zusammen mit Typ 4.


    Genutzt wurde ein spezieller Vordruck für Kriegsgefangene des Post und Telegraphendistriks Saratow.


  • HKO könnte auch:

    НКО -Народный комиссариат (комиссар) обороны- Volkskommissariat für Verteidigung

    Das Kommissariat trägt diese Bezeichnung erst seit 1934. 1917 wurde es unter dem Namen Народный комиссариат по военным делам eingerichtet.


    Bei den Initialen unter bzw. in den Zensurstempeln sollte es sich ausschließlich um Namen der Zensoren handeln (Vor-, Vaters-, Familienname).

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Einige Beispiele weiterer Zensuren die Initiale beinhalten.

    Oben - Kriegsgefangenenvordruck aus Astrachan mit den Initialen "Э.Б." = E.B. Typ 13 nach Speeckaert mit Typ 8 und Typ 16.

    Mitte - Kriegsgefangenenvordruck mit Zensur Typ 5 aus Petropawlowsk. In deren Mitte die in Klammern gesetzten Initialen "М.О." = M.O.

    Unten - Fotopostkarte aus Österreich nach Beresowka mit Petrograder Zensur Typ 100 und darin enthaltenen Initialen "Г.З." = G.S.


    Dieser "Reigen" ließe sich ohne weiteres fortsetzen und zieht sich durch die Zensuren des ganzen russischen Reichs, da es keine Vorgaben zur Herstellung dieser Zensurstempel gab.


  • Nachdem ich nun einen großen Teil des Artikel von A. Epstein übersetzt habe, zeige ich nun zunächst einen Brief aus Kiew vom November 1915 nach Schweden. Geprüft hat hier der Zensor Kolomejzew, der die Stempeltypen 2 und 10 verwendete.


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  • Karte aus dem Jahr 1916 an einen Kriegsgefangenen in Kadiewka. Die Prüfung erfolgte wohl in Odessa. Kadiewka steht jedenfalls nicht in der Auflistung des Artikels von A. Epstein.

    Den Zensurstempel listet Speeckaert unter Typ 13 (wie Typ 7, aber mit Zusatz "ODESSA"). Da das "ODESSA" aber in verschiedensten Stellungen vorkommt, bin ich der Meinung, es handelt sich um einen extra Stempel.


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  • Und nun der dritte Brief. Neben dem Typ 8 wurde hier ein Stempel mit Faksimileunterschrift (Typ 8B) verwendet.

    Aus Moskau gibt es übrigens auch Trauerbriefe an die selbe Adresse. Ist hier ein hochrangiger Soldat gestorben? Interessanterweise ist dieser Brief ca. vier Monate vor den anderen beiden aufgegeben worden.


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  • Heute zeige ich einen Brief mit Inhalt aus Frankreich, bei dem ich mal wieder Hilfe benötige.

    Rückseitig ist ein Stempel aus Petrograd vom 22.1.1917 zu erkennen. Dort wurde der Brief geöffnet und geprüft. Abgeschlagen sind die Stempel Typ 33 in rotviolett, Typ 27 in schwarzviolett sowie der Typ 15, welcher sich auch rückseitig und auf dem Inhalt befindet. Verschlossen wurde der Umschlag mit einem Verschlußstreifen Typ 49.

    Zusätzlich findet sich vorderseitig der Stempel "Обратно - за истече..." (Zurück wegen ...). Kann mir jemand diesen vervollständigen?

    Speeckaert führt ähnlich Retourstempel auf, diesen habe ich jedoch nicht gefunden.


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  • Okay. Besten Dank.

    Dann zeige ich einen weiteren Beleg mit Zensur aus Petrograd. Einen Ovalstempel mit Initialen S. Sch. hat Speeckaert nicht gelistet.

    Die Karte vom Januar 1915 aus Zhukst lief nach Erfurt und wurde dort ebenfalls geprüft.


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  • Ich möchte auf den Typ 13 aus Odessa zurück kommen - und stimme der Auffassung zu, dass es sich um zwei einzelne Stempel handelt (Zensurstempel + Ortsstempel).



    Fotopostkarte aus Prag an einen Kriegsgefangenen der in Semipalatinsk gefangen war. Befördert über den Zweigverein des Roten Kreuz Prag und den GZNB in Wien über Odessa. Die Karte wurde über Rumänien (zu dieser Zeit noch neutral) befördert.