Landkreis Görlitz/Schlesien

  • Hallo zusammen,


    Vichy hat mich gebeten, doch mehr Ansichtskarten zu zeigen. Als wenn dies so einfach wäre. Ich kann die Neuzugänge für meine Sammlungen auch nicht aus dem Hut zaubern ;)
    Es gibt aber zwei Heimatsammlungen, die vorwiegend aus Ansichtskarten bestehen, die ich bislang nicht oder in ganz anderem Zusammenhang gezeigt habe (z.B. KOS). Mit einer, Lkr. Görlitz, will ich beginnen.
    Ein Teil meiner Vorfahren stammt aus Schlesien, wiederum ein Teil dieser schlesischen Vorfahren stammt aus dem Landkreis Görlitz und zwar aus dem Teil, der heute polnisch ist.
    Ich selbst habe Polen vor langer Zeit (vor dem Fall des eisernen Vorhangs) besucht und fand die in Deutschland weit verbreiteten Vorurteile in keiner Weise bestätigt. Man war mir gegenüber gastfreundlich und hilfsbereit.
    Der Kreis Görlitz der preussischen Provinz Schlesien hat natürlich nur wenig mit dem heutigen Kreis Görlitz zu tun, ich beschränke ich mich mit meiner Sammlung auf den Kreis in den Grenzen von 1938. Dies ist willkürlich, aber irgendeine Linie musste ich ja für meine Sammlung finden.
    Von der Stadt Görlitz werde ich zunächst nichts zeigen, ich konzentriere mich auf die Landgemeinden, Karten aus der Stadt gibt es wie Sand am Meer, da läuft mir nichts weg.
    Eine Besonderheit des Landkreises Görllitz ist die Arisierung einiger Gemeindenamen (Orte mit slawischem Ursprung) im Dritten Reich, sie wurde zwar nicht konsequent durchgeführt, aber, diese Arisierung wurde in der damaligen DDR auch nicht zurückgenommen! Das kenne ich aus Schleswig-Holstein anders. Aus Grebin wurde Greben und kaum waren 1945 die Briten da, forderten die Einwohner den alten Gemeindenamen zurück.


    Soviel zur Einleitung, ich werde (mehr oder weniger) alphabetisch vorgehen, eigentlich will ich meine Sammlung schon seit längerem so umorganisieren, dass ich die Dörfer unter ihrenPostorten zusammenfasse, aber das habe ich noch nicht konsequent durchgezogen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    hier nun die erste Ansichtskarte. Sie stammt aus Arnsdorf / Oberlausitz. Dieses Arnsdorf gehört heute zur Gemeinde Vierkirchen.
    Zur Geschichte des Ortes ist folgendes zu sagen (Quelle: Wikipedia): Der Name leitet sich wohl von Arnold (evtl. Arnold von Radebeul) ab. Der sorbische Name Warnolcicy ist nicht mehr gebräuchlich. Der Ort wurde erstmals 1366 als Arnoldsdorf urkundlich erwähnt.


    Viele Grüße
    DKKW


    PS: Beitrag geändert, da das slawische l (mit dem Querstrich) nicht korrekt übertragen wurde, ich habe es jetzt (zwangsweise) durch ein lateinisches l ersetzt.

  • @ DKKW


    das ist doch schon einmal ein netter Anfang :)


    Vielen Dank.


    Vichy


    PS: wo du von Schlesien etc. schreibst, es ist immer wieder erstaunlich, für wieviel Geld manche Karten da weggehen.

  • Hallo zusammen,


    hier eine zweite Karte aus Arnsdorf. Das Dorf hat heute knapp 500 Einwohner, die höchste Einwohnerzahl war natürlich kurz nach dem 2. Weltkrieg (durch Flüchtlinge und Vertriebene) zu verzeichnen: 824 Einwohner im Jahr 1946.
    Die Mehrbildkarte aus dem Jahr 1914 zeigt neben der bereits bekannten Kirche noch das Schloss sowie zwei Warenhandlungen (vermutlich hatte sich die beiden Händler zu einer gemeinsamen Bestellung zusammengetan um Kosten zu sparen).
    Leider hat irgendein Hohlkopf die Marken abgelöst, abgestempelt war die Karte in Reichenbach.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in meinem heutigen Beitrag zeige ich eine Ansichtskarte aus Hilbersdorf. Diese Siedlung gehört heute ebenso wie Arnsdorf zur Gemeinde Vierkirchen und hatte im Jahr 2008 210 Einwohner.


    Hilbersdorf wurde 1419 erstmals als Hilbersdorff urkundlich erwähnt und gehörte zur Pfarre Arnsdorf. Bei Hilbersdorf, einem Waldhufendorf, handelt es sich wohl um eine Neugründung deutscher Kolonisten.


    Die recht hübsche Litographie wurde im Jahr 1914 in Görlitz der Post übergeben.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    Vichy schrieb in einem früheren Beitrag, dass Ihn die Preise für manche Ansichtskarten aus Schlesien überraschen. Einer der Orte, die (für den Verkäufer) für positive Überraschungen gut ist, ist Deutsch-Ossig.


    Dies mag daran liegen, dass diesr Ort dem Braunkohlenbergbau zum Opfer fiel, im Jahr 1988 wurde der Ort "abgesiedelt" (was für ein Wort, sozusagen "schönsprech"). Hier mag die Nachfrage ehemaliger Bewohner preistreibend wirken.


    Bei der Siedlung handelt es sich um ein so genanntes Strassenangerdorf mit (1905) 751 Einwohnern. Die früheste Namensform stammt aus dem Jahr 1336 (Dutsche Osseg)


    Die ungelaufene Karte zeigt als Motiv "Eine Straßenpartie" aus Deutsch Ossig.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    die heute gezeigte Karte stammt aus Kunnerwitz, dieses Dorf ist heute nach Görlitz eingemeindet. Ich habe sie deshalb nach Deutsch-Ossig eingereiht,weil zum einen Deutsch-Ossig eine Zeit lang das zuständige Postamt für Kunnerwitz war und sich zum anderen viele Deutsch-Ossiger in Kunnerwitz niederliessen, als dieses "entsiedelt" wurde.


    Kunnerwitz ist auch ein Beispiel dafür, dass die Nazis bei der Arisierung der slawischstämmigen Ortsnamen nicht konsquent vorgingen. Der Ortsname (die Endung -witz ist ein typischer Hinweis auf einen slawischen Ursprung) geht auf "Kunrewicz" zurück, als solches ist der Ort im Jahr 1404 erstmals urkundlich erwähnt.


    Das Gasthaus zur Windmühle (diese wurde bereits 1891 abgebrochen) war 1865 erreichtet worden und existiert noch heute.


    Die Karte ist nicht gelaufen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich springe etwas und komme zum Dorf Gersdorf. Der Ort hat heute knapp 600 Einwohner und gehört seit 1994 zur Gemeinde Markersdorf im Kreis Görlitz.


    Im Jahre 1241 wird der Ort als Gerhartesdorph erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich war ein Ritter namens Gerhard der örtliche Lokator, der der Neuansiedlung deutscher Zuwanderer vorstand.


    Das zugehörige Rittergut war bis ins 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Gersdorff und ging später an die Familie von Nostitz und noch später an die Familie von Nidda über.


    Ich zeige zwei Ansichtskarten aus Gersdorf. Die erste ist eine Farblithographie aus dem Jahr 1910 (auch so eine "teure" schlesische AK, vor Jahren bei Hilmer in München erworben) mit verschiedenen Ansichten (teils herrlich naiv). Die zweite stammt aus dem Jahr 1939, zeigt ebenfalls verschiedene Ortsansichten und rückseitig den Zweikreisstegstempel "Gersdorf über Görlitz"


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich gehe im Alphabet einen Schritt zurück und zeige eine Karte aus Ebersbach.


    Ebersbach gehört heute zur Gemeinde Schöpstal im Kreis Görlitz und hatte 2012 knapp 2.500 Einwohner.


    Der Ort wurde erstmals im Jahr 1285 urkundlich erwähnt und wurde wohl von deutschen Zuwanderern als Waldhufendorf angelegt. De Siedlung wurde wie auch die Nachbarorte immer wieder durch Kriege verheert.


    Meine Karte zeigt verschiedene Ansichten des Ortes. Aufgegeben wurde sie im benachbarten Girbirgsdorf im Jahr 1913.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich kehre mit diesem Beitrag zur Post Gersdorf zurück und zeige eine Ansichtskarte aus Deutsch Paulsdorf aus dem Jahr 1907.


    Deutsch Paulsdorf gehört wie Gersdorf heute zur Gemeinde Markersdorf im Kreis Görlitz. Der Ort hatte 2009 210 Einwohner und war damit der kleinste Ortsteil von Markersdorf.


    Paulsdorf hat auch einen sorbischen Namen, nämlich Nemske Pawlice (fragt mich jetzt bitte nicht nach der deutschen Übersetzung), allerdings ist sorbisch seit langer Zeit im Kreis Görlitz (Kreisgrenzen von 1938, siehe mein erster Beitrag) nicht mehr gebräuchlich. Ich werde gelegentlich darauf zurückkommen.


    Der Ort hiess bis in 12. Jahrhundert noch Wizlawinendorf, der Name Paulsdorf findet erstmals 1285 als Pawilsdorf urkundliche Erwähnung. Erst 1791 taucht erstmals die Bezeichnung Deutsch Paulsdorf auf. Das Gut Deutsch Paulsdorf, das ursprünglich dem Kloster St. Marienstern gehörte wechselte im Lauf der Zeit vielfach seine Besitzer. Im Zuge des Wiener Kongresses 1815 kam die Lausitz und damit Deutsch Paulsdorf zu Preussen.


    Meine Karte zeigt wohl das Herrenhaus des Gutes. Die französisch geschriebene Karte aus dem Jahr 1907 wurde in Gersdorf der Post übergeben und ist nach Brüssel/Bruxelles in Belgien gerichtet.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Zitat

    Original von DKKW
    Paulsdorf hat auch einen sorbischen Namen, nämlich Nemske Pawlice (fragt mich jetzt bitte nicht nach der deutschen Übersetzung)


    Hallo DKKW,


    nun, svw. Deutsch Pauldorf :)


    zur Bezeichnung für "deutsch" in slawischen Sprachen s. z.B. die interessante Aufstellung bei Wikipedia:


    Pawel / Pavel sind slawische Formen für Paul.


    Viele Grüße
    nst


    P.S.: ein wie immer lesenwerter Thread

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Hallo northstar,


    vielen Dank für Deine Übersetzung und den Hinweis auf den interessanten Wikipedia-Artikel. Witzigerweise habe ich in meinem Kunden- und Kollegenkreis zwei "Deutsche." Einen Herrn Nemec, er kam als Kind aus Prag nach Deutschland als seine Eltern nach dem Zusammenbruch des Prager Frühlings in den Westen flüchteten und eine nette Kollegin aus Ungarn namens Nemet (klingt bei ihr etwa wie "Nämäd").


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in meinem heutigen Beitrag geht es um Friedersdorf. Der Ort gehört heute zur Gemeinde Markersdorf im Kreis Görlitz und hatte (lt. Wikipedia) am 31.12.2013 638 Einwohner.


    Friedersdorf ist als sogenanntes Bachreihendorf ein typisches Kolonistendorf der deutschen Ost-Expansion. Es dürfte um 1200 entstanden sein, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1286. Ähnlich wie in den holsteinischen Marschen stammten die Zuwanderer wohl vorwiegend aus Holland, Friesland und Flandern.


    Meine Karte zeigt eine Ortsansicht mit Blick auf die Landeskrone sowie den Gasthof und Gerichtskretscham.


    Kretscham ist ein Wort slawischer Abstammung (Karczam) das Gericht bedeutet. Da die Dorfgerichtsbarkeit häufig in der Hand der Schultheissen lag, die gleichzeitig das Schankrecht inne hatten, wurde Kretscham auch ein Synonym für Schänke. Auch der Familienname Kretschmer, Kretzschmer etc. leitet sich davon ab.
    .
    Abgestempelt ist die Karte in Gersdorf am 11.5.07


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute möchte ich zwei Ansichtskarten aus Girbirgsdorf zeigen.


    Girbirgsdorf gehört heute zur Gemeinde Schöpstal im Kreis Görlitz. Die Gemeinde hatte am 31.12.2012 laut Wikipedia 2.479 Einwohner. Gemäß Ritters Ortslexikon von 1874 hatte (der heutige Ortsteil) Girbirgsdorf 701 Einwohner.


    Girbirgsdorf wurde 1282 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine für die deutsche Kolonisation typische Waldhufensiedlung. Wie die anderen Ortsteile der heutigen Gemeinde Schöpstal wurde auch Girbirgsdorf häufig durch kriegerische Ereignisse verheert.


    Ich zeige zwei Karten: Zum einen eine ungelaufene Farblithographie des Gasthauses "Im Krug zum Grünen Kranze" und zum anderen eine Schwarz/Weiss-Mehrbildkarte aus dem Jahr 1926 mit Abbildungen der Dorfstraße, des Schlosses. der Gärtnerei und der Materialwaren-Handlung Brückner.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich komme nochmals auf meine ersten Beiträge in diesem thread zurück. Die Orte Arnsdorf und Hilbersdorf gehören zur heutigen Gemeinde Vierkirchen im Kreis Görlitz. Heute habe ich eine Karte aus einem weiteren heutigen Ortsteil der Gemeinde Vierkirchen erhalten, nämlich aus Prachenau.


    Prachenau ist ein Runddorf mit 2011 155 Einwohnerm. Der Name ist slawischen Ursprungs und geht vermutlich auf Prochno (= morsches Holz) zurück.


    Die von mir gezeigte Karte stammt aus dem Jahr 1926 (Datum des Poststempels des Postamts Melaune = heute ebenfalls Teil der Gemeinde Vierkirchen) und zeigt Dorfstrasse, Kriegerdenkmal, das Gasthaus Mätzig und das Haus des Händlers Herrmann.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    meine heutige Ansichtskarte führt uns nach Groß-Krauscha, das heute zur Gemeinde Neißeaue im Kreis Görlitz gehört. Im Jahr 2008 hatte der Ortsteil Groß-Krauscha 350 Einwohner.


    Über Groß-Krauscha habe ich so gut wie nichts im Netz gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1315, damals wurde der Ort als "de Crushin" bezeichnet. Ich gehe mal von einem slawischen Namensursprung aus, eventuell von Krusida = Faulbaum.


    Meine Karte stammt aus dem Jahr 1915 und wurde als Feldpostkarte im benachbarten, damals zum Kreis Niesky gehörenden, Kodersdorf aufgegeben. Sie zeigt das Gut, den Gerichtskretscham, die Schule und die Warenhandlung Kretschmar.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    Gruna liegt heute in Polen und nennt sich seit 1945 Gronów. Ich habe sehr wenig zu diesem Ort gefunden. Ritters Ortslexikon von 1874 schreibt nur, dass Gruna im Regierungsbez. Liegnitz, Kreis Görlitz gelegen, 718 Einwohner hatte. 1933 hatte der Ort noch 580 Einwohner, 1939 nur noch 511 Einwohner. Das heutige Gronów hat nur noch 316 Einwohner. Obwohl an der Strasse von Görlitz nach Lauban gelegen offenbar ein Ort, der sich seit weit über hundert Jahren im Niedergang befindet.


    Zur Namensherkunft bzw. zur Geschichte habe ich nichts gefunden auch wenn es eine interessante deutsch/polnische Seite von Tomasz Mietlicki gibt. Der heutige Ortsteil Dresdens gleichen Namens wird auf "Grüne Au" zurückgeführt.


    Übrigens auch ein Grund für die manchmal etwas höheren Preise für u. a. schlesische Ansichtskarten. Seit dem Fall des Eisernen Vorhang dürfen sich die polnischen Bewohner Schlesiens offen für die Geschichte ihrer neuen Heimat vor 1945 interessieren. Sie tun es auch. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass viele heutige Bewohner bzw. deren Vorfahren, das Los der ursprünglich deutschen Bevölkerung teilen. Denn viele sind ebenfalls Heimatvertriebene (bzw. Nachfahren von Heimatvertriebenen) aus den heute zur Ukraine, zu Weissrussland und Litauen gehörenden bis 1939 polnischen Gebieten.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in meinem heutigen Beitrag geht es um Hennersdorf, heute Jedrzychowice, im Kreis Görlitz (heute Kreis Zgorzelec).
    Laut Ritters Ortslexikon von 1874 hatte Hennersdorf 680 Einwohner, ein Schloss, Mühlen, eine Ziegelei und Kalkbrüche.
    Die Einwohnerzahl wuchs bis 1939 auf 1079 Einwohner, im Jahr 2009 lag sie bei 679 Einwohnern.
    Bekannt war Hennersdorf für seine alte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, die auch auf beiden Karten abgebildet ist. Siehe auch:


    Meine beiden Karten zeigen in erster Linie Gastwirtschaften, der Ort war wohl beliebtes Ausflugsziel des nur 2km südlich gelegenen Görlitz.
    Die ältere Karte stammt aus dem Jahr 1899 und zeigt leider nur noch ein Fragment des KOS Hennersdorf- Die jüngere Karte stammt aus dem Jahr 1942, die Marke ist mit einem Zweikreis-Stegstempel "Hennersdorf über Görlitz" entwertet.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mit Hermsdorf / Oberlausitz weitermachen. Dieses Hermsdorf liegt wenige Kilometer östlich vom Görlitzer Ortsteil Moys an der Eisenbahnstrecke nach Lauban.


    Heute heisst Hermsdorf Jerzmanki und gehört (mit eigenem Ortsvorsteher) zum Landkreis und zur Gmina Zgorcelec (Görlitz). Im Jahr 2006 hatte Jerzmanki 912 Einwohner, im Jahr 1874 (nach Ritters Ortslexikon) 605 Einwohner.


    Die Dorfkirche geht vermutlich auf die Mitte der 13. Jahrhunderts zurück, das Schloss (AK 1) gehörte vermutlich der Familie von Schachmann, heute stehen nur noch wenige Wirtschaftsgebäude.


    Zum Bahnhof gibt es eine Internetseite von Michael Liedtke:
    auf ihr ist auch meine zweite Karte (AK2) zu sehen.


    Bei beiden Karten finden wir den Steggitterstempel Hermsdorf / * (Oberl.) *


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute zeige ich zwei Ansichtskarten aus Hohkirch, heute Przesieczany, ca. 8 km nordöstlich von Görlitz an der Straße nach Bunzlau gelegen.


    In Ritters Ortlexikon aus dem Jahr 1874 findet man die Gemeinde noch unter der Bezeichnung Hochkirch. Ob es sich hierbei um einen Druckfehler oder eine spätere Namensänderung handelt, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Gemeindeverzeichnis von 1908 findet man bereits den Namen Hohkirch.
    Damals hatte der Ort 420 Einwohner. Bis zum Jahr 1939 ging die Bevölkerungszahl auf 355 Einwohner zurück. Heute zählt der zur Gmina Zgorcelec Ort noch 108 Einwohner.


    Der wohl bekannteste Hohkirchner war der Schauspieler Viktor de Kowa, mit bürgerlichem Namen Victor Kowalczyk (1904-1973).


    Ich zeige zwei Ansichtskarten aus den Jahren 1928 und 1943. Die zweite ist bereits geprägt vom angeblich "Tausendjährigen Reich" unter der Führung eines fremdenfeindlichen Ausländers. Dazu fällt mir eigentlich nur der "Tapezierer-Tango" ein.


    Viele Grüße
    DKKW