Poststelle I & II Stempel

  • Hallo phila Butler,


    Belege mit PLZ vor 1945 scheinen mir nicht so häufig zu sein. Ich habe aus meinen Sammelgebieten (vorwiegend Schleswig-Holstein) bislang keinen einzigen zu Gesicht bekommen. Vielen Dank fürs Zeigen und herzlichen Glückwunsch zu diesem Fund.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Vielen Dank DKKW,


    Schleswig-Holstein lag zu der Zeit im Postleitgebiet 24 (Die Gaue Hamburg und Schleswig-Holstein waren zusammengefasst).

    Hier ist ein Beleg vom 05.1.45 aus (24) HAMBURG 1 -f- mit einem neu angefertigten Zweikreis-Maschinenstempel mit Werbeeinsatz "Vergiß nicht Straße / und Hausnummer / anzugeben", sowie "Eigene Vorsicht - Bester Unfallschutz" und PLZ (24) im Kreis vor der Ortsangabe. Die symetrische Anordnung deutet auf eine Neuanfertigung hin, denn bei nachträglich hinzugefügten PLZ beginnt und endet der Schriftzug "(24) HAMBURG 1" in der Regel nicht auf gleicher Höhe. Laut Literatur war der Maschinenstempel seit dem 03.1.45 in Verwendung.

    Auch im Adresseindruck des Absenders unten links ist "seine" PLZ (24) eingedruckt.


    Hier der Beleg:

    [IMG:]


























    Zum Vergleich noch ein asymetrischer Stempel aus (24) HEILIGENHAFEN (HOLST) -b- vom 16.2.45.

    In den alten Zweikreis-Tagesstempel wurde nachträglich die PLZ (24) in Klammern vor die Ortangabe gesetzt.

    Deutlich zu Erkennen ist, dass der Schriftzug tiefer beginnt, als er aufhört. Die ursprüngliche Ortsangabe "HEILIGENHAFEN (HOLST)" ist symetrisch angeordnet.


    Hier der Beleg:

    [IMG:]



























    Vor 1945 liegen mir nur zwei Belege aus (24) HUSUM vom 23.11.44 und 12.12.44 vor:

    [IMG:]


























    [IMG:]



























    Hab gerade nochmal nachgeschaut und einen PSt II Stempel "(24) Nützen / über Bad Bramstadt (Holst)" gefunden, der in der bekannten Literatur nicht gelistet ist. Ist allerdings vom 3.4.45 und nicht vor 1945.


    [IMG:]

  • Hallo,


    vor einiger Zeit habe ich diesen Stempel bereits vorgestellt:

    Poststelle I & II Stempel


    Nun folgt ein Vorgängertyp.


    Der Absender damals fuhr mit einem Schiff auf dem Mittellandkanal. Auch diesesmal ist der Absender auf dem Wasser unterwegs gewesen.

    Man muss wissen, das "Hollandsmühle" im engen Sinne nie eine Ortschaft war - vielmehr nur eine Gastwirtschaft mit großem Garten am Mittellandkanal in unmittelbarer Nähe zum Hafen gelegen.

    Wer am Hafen anlegte konnte hier Post einwerfen.


    In meinem AK Thread werde ich in Kürze eine Ansicht einstellen. :-)


    Zum Beleg:

    Das zuerst verklebt Porto von 5 Reichspfennig galt für den Ortsverkehr. Der Poststellenstempel wurde abgeschlagen und im Postamt Peine wurden die offensichtlich fehlenden 10 Reichspfennig (Auslandspostkarte 15 Rpf) verklebt und entwertet. Wobei ich mich frage: Wer hat das dann bezahlt?


  • Es kann auch sein, dass die Karte schon mit dem Poststellenstempel abgegeben worden war (manche Postämter und Poststellen verkauf(t)en auch Ansichtskarten), oder dass in der Poststelle zuerst der Stempel aufgebracht wurde und dann die Briefmarken verkauft und aufgeklebt wurden (vielleicht vom Postler selbst). Auch bei der Post geht nicht immer alles der Reihe nach ;-)


    -jmh

  • Liebe Sammlerfreunde,


    gibt es eigentlich Literatur zu den einzelnen Poststellen und deren übergeordneten Postämtern? Mich würde da sehr der Leipziger Raum interessieren. Gibt es da eventuell was bei google-books?

    In den mir online (http://adressbuecher.sachsendigital.de/startseite/) zur Verfügung stehenden Adressbücher habe ich bisher keine Daten finden können. Oder schau ich da in die falschen Adressbücher? Amtsblätter wo die Eröffnung oder Schließung von Poststellen oder -argenturen zu finden wären, habe ich ebenfalls bisher noch nicht im www finden können.


    In Anlage zeige ich einen Poststellen-II-Stempel von Kulkwitz-Braunkohlenwerk auf einer Postkarte vom 4.5.1934 nach Leipzig über das Leitpostamt Leipzig C 2. Kulkwitz (ca.15 km südwestlich von Leipzig) ist heute eine Ortsteil von Markranstädt und liegt in einem ehemaligen Braunkohlenrevier.


    Mit lieben Sammlergrüßen

    Totalo-Flauti.

  • Hallo Totalo-Flauti,

    da gibt es bestimmt Literatur zu finden.

    Da es aber immer wieder mal Gebietsreformen, Umgemeindungen etc. gegeben hat, wäre der

    Zeitraum interessant, zu dem Du diese Informationen suchst.

    Denn sicherlich wurden die Ortsverzeichnisse der Post (oder des RPM) nach solchen Reformen

    auch irgendwann aktualisiert.

    Ich habe für meine Zwecke hier das "Ortsverzeichnis I" vom RPM ausgegeben in Berlin-Tempelhof im Mai 1944

    im Original vorliegen. Es listet auf 479 DIN A4 Seiten die Postämter und -amtsstellen, sowie die Bahnhöfe der Eisenbahnen, der Schiffsanlegeplätze und Flughäfen in "Großdeutschland". Zu den jeweiligen Orten ist dann

    auch die entsprechende OPD eingetragen.

    Eventuell findet man das Verzeichnis in Antiquariaten oder auf entsprechenden Messen.

    Vielleicht schaust Du mal hier:

    https://www.zvab.com/servlet/S…n=%22Ortsverzeichnis+I%22

    zum Beispiel unter Punkt 5. oder 6. (da ist eine Abbildung, so sieht meins auch aus)

    Viel Erfolg bei der Suche

  • Lieber Phila Butler,


    vielen Dank für Deine Antwort. Mich interessieren alle mit der Post in Leipzig in Verbindung stehenden Poststellen. Das von Dir genannte Ortsverzeichnis habe ich auch. Hier stehen allerdings nicht die Daten der Eröffnung bzw. Schließung der hier besprochenen Poststellen. Ich denke, das diese Daten in den Amtsblättern oder ähnlichen Publikationen der Reichspost und Deutschen Post zu finden sind. So bleibt nur die empirische "Forschung" um diese relevanten Daten zu erhalten.


    Mit lieben Sammlergrüßen

    Totalo-Flauti.

  • Hallo Totalo-Flauti,

    ich habe hier die Amtsblätter des RPM von 1939 bis 1945 in mehreren Aktenordnern.

    Könntest Du ein Beispieldatum einer Eröffnung / Schließung in der Zeit nennen?

    Dann schaue ich gerne mal in dem Zeitraum in den Amtsblättern nach, ob da etwas entsprechendes zu finden ist.

  • Mit dem Thema Poststelle I & II Stempel habe ich mich nie befasst, und musste mich erst einmal etwas belesen. Dann habe ich mal etwas gewühlt, und so ein paar Dinge gefunden, die ich jetzt mal zeigen würde, in der Hoffnung, dass es wie von mir vermutet Poststelle II wäre. 8)


    Da fange ich mal mit etwas an, was ich nicht in Deutschland vermutet hätte. Konstantinopel. ^^


    Konstantinopel über Amelinghausen

    (24a)

    27.5.58 14

    c


    Passt der?


  • Hallo Wolfgang,


    da hast Du ja etwas sehr Schönes ausgegraben.


    Ich habe mal ein wenig recherchiert: Einen Ort namens Konstantinopel gibt es in Deutschland nicht, jedenfalls nicht im Westdeutschland der Grenzen des Jahres 1958. Aber ich bin dann doch fündig geworden:

    In Ehlbeck, heute ein Ortsteil der Gemeinde Rehlingen im Landkreis Lüneburg, ca. 7 km von Amelinghausen entfernt, gab es einen Gasthof Konstantinopel, der offensichtlich über eine kleine Poststelle verfügte. Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/…#Kultur_und_Infrastruktur

    Dein Stempel dürfte recht selten sein und würde auch gut in die philastempel-Datenbank passen. ;)


    Viele Grüße

    Christoph

  • Ich hatte gedacht, dass das Gasthaus ‚Fehler‘ hiess oder gehörte und es ein Örtchen Konstantinopel gab oder gibt.


    Gruss aus Konstantinopel mit 4 Bildern... und untergeordnet eins davon das Gasthaus.

    Die Rückseite spricht aber klar vom Gasthaus Konstantinopel.


    Edit —> Bild zu gross


    Daher jetzt ein Link:

    http://www.akpool.de/ansichtsk…hausen-pension-fehler-weg

  • Nachdem ich mit dem ersten Beitrag hier direkt eine Diskussion auslösen konnte, und viele vertiefende Hinweise kamen, heute etwas wahrscheinlich deutlich unspektakuläreres.


    Mottschieß über Sigmaringen.


    SIGMARINGEN / b / 748 (würde ich daraus lesen: beim "b" bin ich was unsicher)

    Stempelform: Kreisstempel mit Sehnensegment oben

    Motivstempel: Ortsansicht

    9.5.62 - 14