• Hallo hd82hd,


    Memel ist wie alle Abstimmungs- und sonstigen abgetrennten Gebiete nach dem 1. Weltkrieg ziemlich fälschungsgefährdet (Viele Falschstempel).


    Die von Dir gezeigten Überdruckausgaben auf französischen Marken sind billig, die 5 Mark und 6 Mark haben zudem "Zahnschmerzen"
    Die drei gestempelten Überdruckmarken nach der Angliederung an Litauen sind (aber nur kompetent geprüft) besser, aber auch hier hat die 10c auf 400 Marku deutlich Zähnungsmängel. Prüfer ist übrigens Tobias Huylmans.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Tja. ich habe mir gedacht dass ein neuer Farbtupfer hier hinein passen würde.

    Als erstes wurde mir angezeigt: " Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet-.."

    Ich probier es dennoch und stelle nur mal einen Scan ein. Kommentieren werde ich ggf. 8-)

  • Also, zum ggf.:


    Es handelt sich um Frachtstempel mit Handstempel-Überdruck "MEMELGEBIET", Länge 34,4 mm, darunter das Wappen von Memel.

    (Das Wappen zeigt eine mittelalterliche Burganlage, rechts und links flankiert von zwei Holztürmen (sog. Baken), vor der Burganlage ein Schiff im Meer.


    Ich habe mal vor ca. 15 Jahren diese beiden Marken in einem anderen Forum vorgestellt und - euphorisch wie ich bei den Erwerb war - erwähnt, dass diese Marken echte Raritäten seien. Sie sind nicht philatelistisch beeinflusst (d.h. es gibt keine gemachten Belege) und es gibt ein weites unbeackertes Feld.

    Weder sind die Verwendungsdaten voll bekannt, noch gibt es Erkenntnisse über Plattenfehler. Und das Ganze ist zu einem Preis erhältlich - da muss man sich als Sammler die Hände und die Augen reiben.


    Ich war zwar übermütig diese "Raritäten" mit dem "schwarzen Einser" zu vergleichen und provozierte damit einen Erbsenzähler (?) :zungerausrein:zu der schnoddrigen Antwort 'Was, es gibt nur Bedarfsbelege mit Knicken, kaputten Marken und schlechten Stempeln, wer sammelt denn sowas?'


    Schützenhilfe bekam ich bei dem Meinungsaustausch vom Vorsitzenden der ArGe Fiskal Philatelie:


    Zitat: "Als die Philatelie am Anfang stand, beachtete man alle Gebührenzetel gleichermaßen. In England trugen die Marken sogar die Aufschrift "Postage and Revenue" und es dauerte einige Zeit bis die Sammler sich mehr dem Postalischen zuwendeten und es ist gar nicht so lange her, dass völlig zu recht die Vorphilatelie als vollwertig dazu aufgenommen wurde.

    Genauso wie der Begriff Postgeschichte viel mehr beinhaltet, als das was man heute darunter sammelt, umfasst der Begriff Philatelie alle Steuer- und Gebührenzettel, für die es eine offizielle Regelung und einen Tarif gegeben hat.


    Postwertzeichen sind genaugenommen nur eine Teilmenge. Zugegeben, populärer und bekannter und erforschter sind Briefmarken. Gebührenmarken sind allein durch den internen Gebrauch oft sehr schwer sammelbar gewesen und kamen oft erst Jahrzehnte später an die Sammlerschaft. Ungebraucht stand das Sammeln von Fiskalwertzeichen sogar teilweise unter Strafe, da so Dokumente erst im nachhinein mit sog. Sammlerbeständen valutiert werden konnten. Die Nominalen vieler Steuermarken lagen derart hoch, dass sie unerschwinglich waren und sind. Engalnd ist heute bei 1 Mio Pfund Sterling.

    Kein Wunder also, dass sich das Gros der Sammler, die eben möglichst vollständig sammlen wollten, sich von diesem Gebiet abgewendet hat.


    Man braucht daher Mut zur Lücke, um sich diesen faszinierneden Gebieten zuzuwenden. Man hat schnell kaum vergleichbare Sammlungen.........'


    :zwinklach: