Alte Ansichtskarten aus M-V

  • In diesem thread möchte ich Euch alte Ansichtskarten aus Mecklenburg - Vorpommern zeigen, die Anfang des 20. Jahrhunder geschrieben wurden. Anfangen möchte ich mit Karten aus der Stadt, in der ich heute lebe, Neubrandenburg. Die erste Karte zeigt Belvedere, das auch heute noch existiert und für Konzerte, Hochzeiten und ähnliche Veranstaltungen genutzt wird.
    Die zweite Karte zeigt unter anderen Behmshöhe. Der Aussichtsturm ist heute wieder betretbar und bietet mit 34 Höhe einen herrlichen Ausblick. Der Turm wurde 1905 eingeweiht. Zur DDR Zeit war der Ort militärisches Sperrgebiet. Die letzte Abbildung zeigt den Turm im heutigen Zustand

  • Guten Morgen,


    nach längerer Pause und von DKKW inspiriert ;) etwas Neues in diesem thread.
    Heute möchte ich historische Ansichtskarten von Neustrelitz vorstellen.
    Neustrelitze liegt knapp 30 km südlich der Stadt Neubrandenburg.


    Neustrelitz wurde 1733 als barocke Planstadt nahe der Stadt Strelitz (heute Stadtteil Strelitz-Alt) gegründet, nachdem das Strelitzer Wasserschloss des regierenden Herzogs Adolf Friedrich III. 1712 abgebrannt war. Dieser bezog daraufhin 1731 sein neu erbautes Residenzschloss im nahen Glienecke. Es folgte der Bau einer Siedlung für Hofstaat und Landesverwaltung sowie am 20. Mai 1733 ein Aufruf des Herzogs zur Ansiedlung von Neubürgern. Dieses Schriftstück gilt heute als Gründungsurkunde der Stadt Neustrelitz.


    Das Neustrelitzer Residenzschloss, einst wichtiger baulicher Bezugspunkt an Rande des Stadtkerns, brannte am Ende des Zweiten Weltkriegs aus. Die Reste wurden bis 1950 abgerissen. Erhalten blieben der Neustrelitzer Schlosspark, die neogotische Schlosskirche, die klassizistische Orangerie, der Luisentempel und eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten im Neustrelitzer Residenzviertel. Auch der historische Stadtkern mit vielen Baudenkmalen ist weitgehend erhalten.


    Zu Beginn möchte ich 2 fast identische Karten vom Schlosspark, der heute noch gut erhalten ist, zeigen. Die Karten liefen von Neustrelitz nach Neddemin, das in der Nähe von Neubrandenburg liegt. Die erste Ansicht zeigt den Schlosspark heute.


    Der Schlossgarten von Neustrelitz wurde 1731/1732 ursprünglich vom Kunstgärtner Julius Löwe als Barockgarten konzipiert. Im Laufe der Jahre ist er allerdings immer wieder umgestaltet bzw. erweitert worden. In seinen Grundzügen ist er aber bis heute erhalten.
    Der Park führte über ein großes Parterre vom Schloss zum See, war mit Alleen gegliedert und mit einem Hebetempel gekrönt. Um den Gartenbereich tiefer und länger erscheinen zu lassen, wurde die Sichtachse in Richtung des Sees verengt. Peter Joseph Lenné gestaltete etwa 1825 einen Großteil der Parkanlage zum englischen Landschaftsgarten um. Die barocke Sichtachse aber blieb unverändert und ist noch heute zu bestaunen.
    Darüber hinaus kamen im Laufe der Zeit neben dem Schloss den Park prägende Gebäude hinzu wie beispielsweise die als Winterquartier für Orangenbäume, Lorbeer und andere Pflanzen dienende Orangerie. Auch verschiedenste Plastiken runden den reizvollen Gesamteindruck des Parks ab.
    Das Residenzschloss wurde durch Brandstiftung im April 1945 weitgehend zerstört. Im Jahr 1998 gründete sich der "Residenzschlossverein Neustrelitz e.V.", um den Wiederaufbau des Schlosses zu fördern.

  • Heute zeige ich Ansichtskarten aus Altentreptow. um 1900 hieß die Stadt "Treptow an der Tollense."

    Altentreptow liegt an der Landesstraße 35 (ehemals B 96), 15 Kilometer nördlich von Neubrandenburg und 45 Kilometer südlich von Greifswald. Der Fluss Tollense fließt durch die Stadt. Eine Besonderheit für die Region ist, dass Altentreptow einen weitgehend erhaltenen historische Altstadt besitzt.



    Was nur wenige wissen, in Atenreptow gibt es den Großen Stein, ein Findling auf dem Klosterberg (Bild 4). Er ist der größte auf dem Land liegende Findling Norddeutschlands . Seine oberirdischen Maße sind: Länge 8,2 Meter, Breite 6 Meter, Höhe 5,2 Meter bei einer Masse von etwa 360 Tonnen. Das Volumen des 2,6 Meter aus der Erde ragenden Steins beträgt 133 m³ bei einem Umfang von 23 Metern.


  • Hallo heckinio,


    Respekt, ein Findling mit 360 t Gewicht, da kann meine norddeutsche Heimat Schleswig-Holstein nicht mithalten. Der größte Findling in meiner Heimat ist der "Düwelsteen" in Großkönigsförde und der hat "nur" ca. 200 t Gewicht. Der "Alte Schwede" am Hamburger Elbufer bei Övelgönne mit ca. 217 t Gewicht ist etwas schwerer kann aber mit Nachbarn aus Altentreptow ebenfalls nicht annähernd mithalten.


    Vielen Dank fürs Zeigen der interessanten Karten

    DKKW

  • Hallo Briefmarkentor,


    schön, dass Du eine Ansichtskarte vom Residenzschloss Neustrelitz zeigst. Es gab immer Bestrebungen, dass Schloss wieder aufzubauen, aber dies war vom Land wohl nicht gewollt. Ab 2001 hatte man dem Mittelrisaliten des Schlosses nachempfundene Zeltfassade auf der Terrasse der Gartenseite aufgestellt, die ich mir auch angesehen habe.

  • Heute kann ich euch eine Ansichtskarte aus dem Dorf Sülsdorf bei Selmsdorf im äußersten Nordwesten Mecklenburgs zeigen. Dieses Dorf hatte um 1924 etwa 203 Einwohnen (1).


    Quellenangaben:

    (1) Dorfpostämter und Postagenturen im Bereich der Ober/Reichs-Postdirektion Schwerin - Postgeschichte 1868-1945 - Band 2 Strelitz-Ratzeburg

  • Heute zeige ich 3 Ansichtskarten aus Friedland.

    Friedland ist eine Kleinstadt im östlichen Teil des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Friedland liegt an der Datze etwa in der Mitte zwischen den Städten Neubrandenburg und Anklam und nordwestlich der Brohmer Berge. Östlich der Stadt breitet sich die nach ihr benannte Friedländer Große Wiese aus. Durch ein zum Zentralen Jugendobjekt erklärtes Meliorationsvorhaben des Bezirkes Neubrandenburg wurde von 1958 bis 1962 der Großteil der Friedländer Großen Wiese trockengelegt. Während dieser vier Jahre waren insgesamt 6.264 Jugendliche an den Arbeiten beteiligt. Das Jugendobjekt ist Teil der Handlung des Jugendbuches Egon und das achte Weltwunder und war einer der Drehorte der gleichnamigen Verfilmung. Ältere aus der DDR werden sich sicher an den Film mit Günter Schoß erinnern.

    Heute sieht man die damalige Aktion sehr kritisch. Durch Melioration und intensive Bewirtschaftung wurde das Durchströmungsmoor nachhaltig geschädigt. Die Grundwasserabsenkung führte zum Zusammensacken des Moorkörpers um bis zu 2,5 Meter. Das Moor vererdete zunehmend und verarmte durch Auswaschung freigesetzter Nährstoffe. Daher ist heute der ebenfalls gesunkene Wasserspiegel des Galenbecker Sees höher als der Wasserstand im umliegenden Gelände.


  • Nun möchte ich Euch Karten aus der schönen Hansestadt Stralsund vorstellen. Hier habe ich meine Jugend verbracht und bis zu Beendigung meines Studiums gewohnt. Die Gründung der Stadt konnte man sich gut merken, 1234.

    Die erste Karte zeigt die Marienkirche, deren Kirchturm man auch heute noch zu Fuß ersteigen kann. Vom 104 Meter hohen Turm der Marienkirche bietet sich ein Blick über Stralsund, die Umgebung und Rügen. Die Kirche gilt als ein Meisterwerk der der Spätgotik im mitteleuropäischen Raum. Es war von 1549 bis zur Zerstörung seiner damaligen, nach ungesicherter Überlieferung 151 Meter hohen gotischen Spitze durch Blitzschlag 1647 angeblich das welthöchste Bauwerk.

    Anbei ein Foto von meiner letzten Besteigung im Jahr im Jahr 2011.



  • Heute eine Karte mit einem Panoramablick über den Frankenteich auf Stralsund. In der Nähe haben wir gewohnt. Der Frankenteich bildete den Ausgangspunkt für Schlittschuhtouren über die Stralsunder Teiche.

    Rechts von der Marienkirche steht St.-Jakobi-Kirche wurde im Jahr 1303 erstmals erwähnt und ist damit die jüngste der drei Stralsunder Pfarrkirchen. Sie wird gegenwärtig als Kulturkirchegenutzt.

    Links ist die St.-Nikolai-Kirche , die älteste der drei großen Pfarrkirchen in Stralsund zu sehen.. Sie wurde im Jahr 1276 erstmals urkundlich erwähnt. Beide Kirchen sind auch auf dem Foto vom Turm der Marienkirche gut zu sehen.



  • Heute zeige ich eine Ansichtskarte von der Karniner Brücke.

    Sie ist eine ehemals etwa 360 m langen Eisenbahnbrücke zwischen dem Festland bei Kamp und der Insel Usedom bei Karnin. Das Brückenbauwerk wurde 1875 zusammen mit der Eisenbahn von Ducherow nach Heringsdorf in Betrieb genommen. Vorgänger der zweigleisigen Hubbrücke in der Mitte war eine eingleisige handbetriebene Drehbrücke. (Siehe Ansichtskarte unten links)






    Der seit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke 1908 vermehrte Zugbetrieb und höhere Verkehrslasten hatten 1932/33 den Bau eines neuen zweigleisigen Hubbrücke zur Folge.

    Die Brückenteile beiderseits des beweglichen Hubteiles wurden 1945 zerstört. Der Hubteil der Brücke steht seit Kriegsende als unverändertes Fragment und als Denkmal mitten im Küstengewässer.

    Bei einer Fahrradtour habe ich 2013 dieses Foto von bestehenden Teil der Brücke folgendes Foto gemacht.



    Im Frühjahr 1990 sollte die Hubbrücke Karnin abgerissen werden. Das Spezialschiff zur Durchführung der Arbeiten war bereits von Stralsund aus unterwegs, als der Kreisnaturschutzbeauftragte für die Insel Usedom, Claus Schönert, und der Zirchower Pfarrer Otto Simon aktiv wurden. Sie machten, gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher, die Öffentlichkeit auf die einzigartige Brutkolonie von Turmfalken auf der Brücke aufmerksam. Dadurch konnte Zeit gewonnen werden. Um den Brückenbauingenieur Hans Nadler fanden sich schließlich Gleichgesinnte zusammen, die zur Durchsetzung ihrer Ziele (denkmalpflegerischer Erhalt und Wiederaufbau) 1992 die Usedomer Eisenbahnfreunde e. V. gründeten. Der Verein restaurierte ab 1997 das Empfangsgebäude des Bahnhofs Karnin und betrieb dort von 1999 bis 2005 eine Ausstellung zur Streckengeschichte.

    Im Rahen einer Demonstration der Usedomer Eisenbahnfreunde am 24. Januar 2018 vor dem Schweriner Landtag äußerte sich die Ministerpräsidentin Frau Manuela Schwesig wie folgt: „Ich freue mich, dass heute die Usedomer Eisenbahnfreunde vor dem Landtag für die Karniner Brücke warben. Ich habe heute viele gute Argumente gehört, die wir prüfen werden. Klar ist: für eine Umsetzung brauchen wir auch den Bund im Boot.“ Im Rahmen der Antwort auf eine Kleine Anfrage vom 9. Februar 2018 zeigt die Landesregierung von MV die Möglichkeit der Finanzierung durch einen Kredit bei der Europäischen Investitionsbank auf.

    Abschließend noch ein wunderschönes Foto (Quelle: Wikipedia) von den Resten der Brücke.



  • Hallo zusammen,


    ich möchte nicht einen oder wenige Beiträge durch die "Gefällt mir" Funktion hervorheben sondern den ganzen thread loben. Ihr alle zeigt tolle Belege.


    Dieser thread sollte vielleicht auch für Sammler aus den anderen Gegenden Deutschlands Anregung sein die Bestände zu durchforsten und uns allen etwas zu zeigen. Man kann von diesen alten Ansichten nicht genug bekommen, insbesondere wenn sie von sachkundigen Erklärungen begleitet werden.


    Viele Grüße

    DKKW