Belgische Besetzung

  • Guten Abend,


    Weihnachtszeit ist wieder Zeit sich um die Hobbies zu kümmern.


    Ich habe hier zwei Briefe aus dem besetzten Belgien 1915/16. Die groben Daten sind mir bekannt.
    Trotzdem würde ich zu gerne mehr über diese Briefe wissen.
    Zb. beim ersten:
    Was heißt die Zeile oben links? Stabsarzt?.....
    Weiß jemand wo und wie lange das Lazarett 6.2 existierte?
    Heißt "bay" bayrisch?
    A.C. bedeutet?
    Beim zweiten Brief würde mich der Wortlaut der Absenderangabe interessieren.
    Warum wurden die Briefe frankiert, wo es doch die Möglichkeit der Feldpost gab?
    Und was es sonst noch wissenswertes zu der Zeit gibt...


    Wer hat Lust zu antworten?


    Lieben Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Stabsarzt beim 1. Brief lese ich auch. A. C. ist die Abkürzung für das 2. bayerische Armee-Corps:


    (Alte_Armee)#Erster_Weltkrieg


    Der Link funktioniert nicht. Mal hier probieren:



    (6. Link Alte Armee bei GenWiki klicken!)


    Fd. Laz. wird die Abkürzung für Feld-Lazarett sein.(No. 6, nicht 6.2)


    Wenn Du das Stempel-Datum noch entziffern kannst, kann man mit dem ersten Link vielleicht noch den genauen Feldzug oder das Gefecht bei Courtrai in Westflandern feststellen. Über das Feldlazarett 6 habe ich nichts im Netz gefunden.


    Zum 2. Brief:


    Abs.: Oberveterinär Beil ( B = ?), aber wohl Heil (wie im 2. Brief besser zu lesen!)
    6. Reserve-Korps
    43. Reserve-Fuss- oder Fahrzeug-Kolonne? Vielleicht kann das jemand anderes besser entziffern? Nach Fuß kommt ein Buchstabe "z", aber da fällt mir kein Wort dazu ein.
    Könnte auch Fahrz.(eug)oberkommando heissen?


    Gruß kartenhai

  • Na, da will ich meinen Senf auch noch zugeben :D:


    Absender ist: Stabsarzt Dr. Lau?(leben?)


    "Lau" dürfte sicher sein.


    Die Mitte macht mir Sorgen (ein oder sogar zwei Buchstaben?: "t"?). Das "leben" ist auch recht unsicher, weil flüchtig geschrieben. Evtl. hilft es weiter.

  • Bietet sich an, ist aber nicht nachvollziehbar. Begründung:


    bei "S"wäre ein geschlungenes "Anstrich-"S", wie bei meiner eigenen Unterschrift (oder im "S" von Stabsarzt) nötig :D
    a= o.k.
    scheinbares "n mit langem Überstrich" = "u"
    die "Knotenschlinge unten" im nächsten Buchstaben deutet auf "t". Für ein mögliches "f" fehlt eine obere Schlinge.
    ?
    das "-leben", wie oben bereits geschrieben ist nicht sauber eindeutig (hin geschludert, wie üblich in den letzten Teilen eines Wortes beim auslaufen der Schrift)


    B-reeze , wäre ein größerer / deutlicherer Scan des Namens möglich?


    Nachtrag:

  • Beim ersten Brief geruhten Herr Stabsarzt lateinische und deutsche Schreibschrift zu mischen (siehe Adresse), da ist "Sanftleben" schon naheliegend.


    Beim zweiten schrieb der Herr Oberveterinär recht seltsame "p" (man beachte, wie er "Korps" schrieb), so dass ich da "Res. Fuhrpark. Kolonne" lese. Dan "n" in "Kolonne" ist überstrichen, also verdoppelt.


    -jmh

  • Zitat

    Original von jmh67
    Beim ersten Brief geruhten Herr Stabsarzt lateinische und deutsche Schreibschrift zu mischen (siehe Adresse), da ist "Sanftleben" schon naheliegend.


    -jmh


    ohja, da hatte ich gar nicht daran gedacht :O_O:. Ich korrigiere meine Meinung.

  • @ jmh:


    Fuhrpark-Kolonne klingt gut, die gab es wirklich im 1. Weltkrieg. Außerdem steht die Abkürzung dafür auch im Stempel drin, den ich gar nicht beachtet habe. :jaok:



    Das fand ich noch in einem anderen Forum zum Thema:


    Fuhrpark-Kolonnen gehörten zum "Train". Das waren Versorgungs- und Unterstützungstruppen. Fuhrpark-Kolonnen stellten Fahrzeuge und Fahrer für den Transport von Kriegsmaterial zur Verfügung und wartete/reparierte diese.


    Gruß kartenhai

  • Das verstehe ich auch nicht. Auf dem 2. Brief steht ja Feldpost drauf, der hätte sicher nicht frankiert werden müssen. Auf dem 1. Brief dagegen fehlt dieser Begriff. Die Briefe wurden wohl versehentlich frankiert, oder der Absender wußte nichts über die kostenlose Feldpost-Versendung?


    Sehe aber gerade, auf beiden Briefen stehen auf den Stempeln der Einheiten die Buchstaben S.B. = Soldatenbrief. Das bedeutet eigentlich automatisch kostenlosen Versand für Soldaten:



    Gruß kartenhai

  • Guten Morgen,


    danke erst mal für diese fruchtbare Diskussion. Es ist wirklich schön und interessant, wieviel Fachwissen immer wieder sichtbar wird.


    Das Datum des ersten Briefes (mit der 10er Marke) ist womöglich der 20.1.1916. Sowei wie aus den Bruchstücken der Farbe erkenntlich. In Courtray abgestempelt.


    Ich habe versucht, den Namen etwas größer zu fotografieren.....


    und freue mich auf weitere Spekulationen und Erkenntnisse.
    Vielleicht auch bezüglich des Ortes Eisenberg (Sachsen-Altenburg)
    Der Fabrikbesitzer musste ja ziemlich bekannt sein, wenn er keinen Straßennamen brauchte....


    Schöne Weihnachten
    Thomas

  • Im Adressbuch von Eisenberg von 1913 findet man folgendes:


    Rebling Theodor, Ingenieur und Fabrikbesitzer, Wiesenstr.3


    Später findet man ihn wieder auf einem Grundstück gegenüber zusammen mit mehreren Inhabern:


    Päßler R. & Co., (Inh.: Ing. Th. Rebling) landwirtsch. Maschinenfabrik, Wiesenstr.2


    Gruß kartenhai

  • Ahhh,


    da ist noch ein Brief aufgetaucht aus dem Jahre 1915. Er ist nicht so schön wie die zwei anderen aber er geht an eine Hilde Rebling in der Wiesenstraße 2


    Der Absender mag vielleicht wieder Dr. Sanftleben gewesen sein. Der Absender ist aber unleserlich. Man kann nur Sanitäts-Kraft.....Kolonne der VI Armee, Etappen Inspektion 6 erkennen.


    Die Vorderseite (besser erhalten) habe ich angefügt: