Berlinbelege, suche nach Erklärungen

  • Hallo Forumskollegen!

    Anbei zeige ich Euch drei Belege aus meinen Neuerwerbungen.

    Eine Ganzsache, die ich überhaupt nicht richtig einschätzen kann, und zwei Postkarten mit "Gebühr bezahlt" -Stempel und jeweils mit einer Mi 271 frankiert. Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass diese "Gebühr bezahlt" -Stempel nur in Notzeiten eingesetzt worden sind.

    Für jeden erhellenden Hinweis schon jetzt herzlichen Dank


    Gruß frimer14

  • Hallo Frimer14,


    das war/ist wohl ein eigenes Sammelgebiet. Diese Portoentrichtung war bis zur "Neuzeit" möglich. Dabei gab es wohl unterschiedliche Möglichkeiten je nach Ausstattung des Postamtes konnte man den Vermerk "Gebühr bezahlt" auch handschriftlich anbringen. Bei einigen Postämtern gab es Stempel auf denen man den Betrag eintragen konnte bei anderen nicht. Das ist mir tatsächlich erst eben aufgefallen. Ich habe hier auch noch ein kleines Kistchen von solchen Besonderheiten. Allerdings kann ich dir nicht mit Daten helfen bis wann diese Möglichkeit bestand. Eventuell ist es heute noch so??


    Schildescher

  • Hallo Schildescher!


    Danke für die schnelle Antwort. Vielleicht gibt es noch weitere Hinweise zu diesen Stempeln. Ich fand es auch übrigens verwunderlich, dass die eine Postkarte in Osterholz-Scharmbeck aufgegeben und in das nahe gelegene Worpswede verschickt worden ist. Warum wurde dabei eine Marke mit dem Zusatz Berlin verwendet?


    Gruß frimer14

  • Hallo,


    die beiden Karten mit der 8 Pfennig-Marke und dem Zusatzstempel "Gebühr bezahlt" scheinen mir philatelistisch motiviert zu sein. Man konnte solche Stempel bekommen, wenn am Postschalter die passenden Marken nicht vorhanden waren. Natürlich gab es 1981 in Worpswede keine 2-Pfennig-Briefmarken, so dass die Karte überfrankiert gewesen wäre. Aber: Der Absender aus Osterholz fährt extra nach Worpswede, um dort eine Karte an einen Empfänger in Worpswede einzuliefern? Eher unwahrscheinlich. Die Rückseite ist vermutlich leer? Die zweite Karte (ungelaufen) ist auf die gleiche Art entstanden. Der Absender hätte sie nun ohne weitere Mühen adressieren und beschriften können und in einen Briefkasten einwerfen können. Das ist aber nicht passiert.


    Die Ganzsache aus Berlin ist, wie unten mit Bleistift richtig vermerkt ist, eine P110. Sie wurde als Auslandspostkarte (Carte postale) für die Portoperiode von 1979 bis 1982 aufgelegt. Die auffrankierten 30 Pfennig sind der Luftpostzuschlag für die Länderzone 2. Dass eine Berlin-Ganzsache in Westdeutschland verwendet wurde, ist eher selten, aber kommt durchaus vor. In Frankfurt bei der Versandstelle konnten diese Karten käuflich erworben werden.


    Gruß

    Christoph

  • Hallo Christoph 1!

    Du hast recht, die Rückseite der Postkarte ist leer. Worpswede liegt m.E. im Landkreis Osterholz-Scharmbeck. U.U. war das Postfach des Absenders sogar in Worpswede angesiedelt, also eine Ortspostkarte ausschließlich zur Abstempelung oder sogar eine Gefälligkeitsentwertung.

    Bezüglich der Ganzsache bin ich mir bei der Bewertung nicht so sicher. Im Ganzsachen-Michel, habe leider nur ein ganz olles Ding von 1991, gibt es für die Ganzsache eine Bewertung von 20,00 DM. Welchen Einfluss eine Zusatzfrankierung für Luftpost hier ausübt, wäre ja deutlich seltener, ließ sich aber nicht feststellen.

    Vielleicht gibt es im Forum einen Spezialisten für eine Bewertung.

    Dir herzlichen Dank für Deine Mühe.


    Gruß frimer14

  • Bezüglich der Ganzsache bin ich mir bei der Bewertung nicht so sicher. Im Ganzsachen-Michel, habe leider nur ein ganz olles Ding von 1991, gibt es für die Ganzsache eine Bewertung von 20,00 DM. Welchen Einfluss eine Zusatzfrankierung für Luftpost hier ausübt, wäre ja deutlich seltener, ließ sich aber nicht feststellen.

    einen aktuellen Ganzsachen-Katalog habe ich leider auch nicht. Aber solche Belege werden, obwohl selten, nicht zu hohen Preisen gehandelt. Ein realistischer Verkaufspreis wären hier m.E. 2,- €, wobei sich die Verwendung außerhalb Berlins eher nachteilig auswirkt.


    Gruß, Christoph