Stempel von 1923 ohne Stern - gefälschtes Stempelgerät?

  • Hallo Forum,


    ich bin gerade am Studieren von Literatur zu Stempelfälschungen (ENDLICH!!!)


    Dabei ist mir untergekommen dass alle Stempel vor 1933 einen Stern drin haben mit Ausnahme der Stempelgeräte aus den altdeutschen Staaten.


    Jetzt habe ich ich hier einen Abschlag von einem Stempelgerät ohne Stern (die wurden ja dann erst ab 1933 aus bekannten Gründen entfrent) allerdings aus der Inflazeit.


    ODER ist das ein altes Stempelgerät aus Sachsen? Ich meine allerdings auch gelesen zu haben dass die Zweikreisstempel mit Steg dort noch nicht Gang und Gäbe waren.


    Kann mir jemand bitte etwas dazu schreiben? Ich bin erst in den Anfängen was dieses Thema angeht.


    Danke und Gruß


    Wolfgang

  • Chiccer Stempel oder so.....


    Hallo Wolfgang, du überschlägst dich ...oder willst alles zu schnell erfassen.


    Du hast dir Literatur gekauft und das ist auch gut so. Du schafft es aber nicht mal es richtig umsetzen. Lass dir Zeit dabei. Übrigens gibt es auch echte Württembergstempel ohne Stern zur Inflazeit.


    Der Stempel stammt aus Aue/Sachsen und sieht zunächst sehr schön aus.


    Du musst nur logischer und langsamer an die Sache heran gehen,


    Stempelform 3 sowie die 12-Stundenzeitangabe mit N/V sind vorhanden.

    Stempel nach Ausgabe der Marken

    Stempel im Gültigkeitszeitraum

    Stempelfarbe- allgemein schweres Thema.


    Und jetzt zu deiner Frage mit dem Stern. Wenn man etwas entfernt bleibt da zumindest eine vergleichsweise große Lücke. Dein Stempel ist symetrisch aufgebaut. Absolut gleichmäßig. Der Stern könnte theoretisch höchstens vor (Erzgeb.) gestanden haben. Da müsste dann aber ein Loch sein und was hat hinter (Erzgeb.) gestanden? Da hätte auch etwas stehen müssen, Sonst wäre der Stempel total assymetrisch hergestellt worden.


    Also kein Stempel aus dem ein Stern aptiert wurde.


    Da du dir je bestimmt auch den Inflaband 13 zugelegt hast wirst du ja wissen, dass dein abgebildeter Stempel dort als Falschstempel gelistet ist. Das ist aber eine andere Geschichte,


    schreibt ein hart arbeitender Familienvater hier gerne im Forum, wenn er jemanden helfen kann, selbst wenn es manchmal sehr viel Zeit kostet die einige andere hier allerdings auch gerne investieren.


    Irgendwann dürfen diese ganzen kleinen Helferlein aber auch erwarten dass etwas hängen bleibt.


    Das musste auch mal raus.


    Ich habe fertig...


    Schildescher

    Ich mag Vollstempel (keine Versandstellenstempel) folgender Gebiete;


    Bund (bis zum Mauerfall)
    Berlin (insbesondere Berliner Bauten , Mi.- Nr. 42- 60)
    DR
    und Neu: Dt. Kolonien / DSWA (gestempelt)


    dazu noch alles aus Cöln/ Coeln/ Köln bis 1940

    2 Mal editiert, zuletzt von Schildescher ()

  • Was hast du gelesen? Dein Stempel ist so in der stampsx-Datenbank zu finden. Und was soll 1933 aus bekannten Gründen entfernt worden sein?


    Betrachtet man die Stempel von Aue in der Zeit nach der Inflation hat sich nur geändert, dass erst (Erzgeb.) drin stand und später (Sachsen). Und da hat sich nichts zum Datum 1933 geändert an den Stempeln.


    Ich glaube, der Stern oder die Sterne, waren immer nur so eine Art Platzfüller und war kein Platz, wie eben durch das (ERZGEB.), was man ja auch abkürzte, war natürlich auch kein Platz für Sterne.

  • danke. Aber in der Literatur gelistete Stempel als fälschungsgefährdet müssen DIES nicht zwangsläufig sien, oder liege ich da jetzt wieder falsch?


    .... das mit der angesprochenen Lücke links oberhalb des Zusatzes ist natürlich eigentlich logisch.


    Das heißt für mich jetzt wiederum, dass alle Stempelgeräte (insbesondere Zweikreisstempel) mit Zusatz, deren Länge keinen weiteren Platz für die Anbringung von Sternen und dergleichen - wie ja in dieser Zeit für die meisten Stemepltypen vorgeschrieben- keine Stempelfälschungen sind, es sein denn sie sind in der einschlägigen Literatur gelistet.


    ???

  • Hallo narnia2009,


    beim Thema Stempelabschläge hilft nur vergleichen. Vergleichen mit Stempelabschlägen in den Stempeldatenbanken, der Fachliteratur, den Foren, den Onlineverkaufsplattformen und vor allem mit der eigenen Sammlung.


    Du zeigst einen Kreisstegtsempel mit Bogen oben und unten. Hast du dieses Stempelgerät schon einmal in den Stempeldatenbanken von stampsx https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php Philastempel.de gesucht und verglichen? Mit entsprechender Software (in RonAlex Briefmarkenecke auf youtube vorgestellt) lassen sich solche Abschläge übereinander legen und vergleichen. Auch kann man die Farbe der Stempelfarben aus den entsprechenden Zeiträumen vergleichen.


    Hier wirst du auch fündig: https://www.inflaseiten.de/belege/suchen/kombi

  • @ narnia2009


    die Entfernung (Stichwort aptiert) der Sterne in deutschen Stempeln ist ab 1938 belegt - nicht 1933 ! Nur weil da jemand im Januar Kanzler wurde, heißt das nicht gleich das alles nach seiner Nase tanzte... ;-)


    In Ergänzung zu Schildeschers Aussagen: Das Wissen wächst nicht über Nacht, habe Geduld.


    Gruß

  • Ich habe hier vor mir Infla - Band 48. Dort heisst es :


    (...) Alle Kreisstegsstempel (und daer gezeigte ist einer) alter und noch gebräuchlicher Form, aber OHNE STERN im linken unteren Teil stammen aus der Zeit nach 1933 (...)


    Jetzt bin ich schon ein bisschen irritiert


    Und ich muss mich natürlich an dieser Stelle korrigieren: Es ist ein Kreisstegstempel und KEIN Zweikreisstempal (s on Quatsch...)

  • Solche verallgemeinerten Aussagen sind mit Vorsicht zu geniessen.


    Wenn belegt ist, das ein Stempelgerät ursprünglich Sterne aufwies, die später entfernt wurden, ist ein Abschlag mit aptierten Stempelgerät auf einer Marke aus der Inflationszeit natürlich erst nachträglich aufgebracht worden.


    Es gab aber auch Stempelgeräte, die ohne Stern geliefert wurden. Dort konnte auch nie ein Stern entfernt werden.


    Wie schon einmal gesagt, hier hilft nur vergleichen. Quellen habe ich dir bereits genannt.

  • Narnia, du musst genau überlegen was das heißt!


    Es heißt in anderen Worten:


    Bei den Stempeln wurde teilweise (es heißt ja das es nicht immer befolgt wurde) nach 1933 der Stern entfernt. Wenn du also einen Stempelabschlag mit Stern hast und du hast Selbigen ohne Stern (weil adaptiert), so wurde letzterer nach 1933 abgeschlagen. Findet sich das auf einer Inflamarke -> nachträglich gestempelt. Aber wie gesagt musste der Stempel vorher schon einen Stern haben.

  • ich denke das werde ich auch tun. Das "h" ist meines Erachtens auf den Abbildungen in der Datenbank viel klarer zu erkennen. Auf meinem Scan steht vom h-Bogen eindeutig der Strich nach oben ab der für das "k" signifikant ist.


    Briefmarkentor : sollte ich hier Falschstempel hochladen, werden diese dann automatisch ausgefikltert oder gibt es Personen die da nochmal drüberschauen?


    Und desweiteren müsste ich mich ja auch erstmal intensiv mit den Stempelformen beschäftigen; nicht dass ich da einen Einkreisstempel hochlade und benenne diesen als Kreisstegstempel. Also wird demnach eine ganze Weile dauern bis ich das peu a peu mache - aber immerhin steht das auf meiner Agenda

  • Meines Wissens werden in den beiden mir bekannten Stempeldatenbanken die Scans vor der endgültigen Freigabe durch fachkundige Sammler geprüft.


    Zum Thema Stempelformen möchte ich anmerken, dass schon eine Vielzahl von Stempelgeräten angelegt wurden. Zum Teil muss also keine Neuanlage erfolgen, sondern man erweitert nur die Datenbasis über den Verwendungszeitraum. Legt man wirklich ein noch nicht vorhandenes Stempelgerät an, kann man sich bei der Bezeichnung an bereits anderen angelegten Geräten aus diesem Zeitraum orientieren. Erwähnen sollte man noch, das in beiden Datenbanken unterschiedliche Bezeichnungen für die Stempelformen verwendet werden.

  • Hallo narnia,


    ich schließe mich der Meinung von Briefmarkentor an. Der von Dir gezeigte Stempel hat den UB h und ist vom gleichen Stempelgerät wie die Abschläge bei stampsx (https://www.stampsx.com/ratgeb…bank.php?stempel_id=88902). Auch bei philastempel findet man Abschläge dieses Stempelgeräts insgesamt 4 mal aus dem Zeitraum zwischen November 1923 und Mai 1924 (siehe https://philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1060). Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der Bruch der unteren Steglinie im linken Bereich.


    Bei philastempel.de durchlaufen alle von Reportern eingestellten Stempelabschläge ein zweistufiges Prüfungsverfahren durch die Redaktion. Es werden also keine Stempel einfach so ohne Prüfung in der Datenbank zugänglich gemacht. Trotzdem kommen natürlich immer wieder Fehler vor, die dann manchmal durch Fehlermeldungen der Nutzer zutage treten. Beim Hochladen von Stempeln kannst Du die Stempelform auch weglassen, diese wird dann im Rahmen der redaktionellen Prüfung vor Freischaltung ergänzt.


    Als Literatur zum Thema Stempelformen empfehle ich den Band 193 der Poststempelgilde von Lothar Goedicke und Volkmar Werdermann "Die Bezeichnung der Poststempelformen". Bei philastempel.de verwenden wir die Bezeichnungen aus diesem Buch.


    Viele Grüße

    Christoph

  • Als Literatur zum Thema Stempelformen empfehle ich den Band 193 der Poststempelgilde von Lothar Goedicke und Volkmar Werdermann "Die Bezeichnung der Poststempelformen". Bei philastempel.de verwenden wir die Bezeichnungen aus diesem Buch.

    habe ich auch ...die nötigen Mittel stehen mir also jetzt zur Verfügung. Diesen Anstoß habe ich nicht zuletzt dem Forum hier zu verdanken und der "Genervtheit" einiger Leute (das ist jetzt etwas überspitzt), die rückwirkend durchaus positiver Natur war!


    Mir gelingt es jetzt hoffentlich das theoretische Fachwissen richtig anzuwenden. Ich weiß es auf jeden Fall zu schätzen dass der eiserne Kern der Forumsgemeinde immer mit Rat und Tat einem zur Seite steht.


    Vielen Dank an dieser Stelle auch für die Geduld und die Bereitschaft trotzdem auf Fragen einzugehen die bei den meisten Augenverdrehen verursachen.


    Gruß


    Wolfgang