Sonder,- und Ortswerbestempel im Deutschen Reich

  • Hallo Forum,


    anfangen möchte ich mit einem Sonderstempel vom 14.7.1939 aus München, der "Hauptstadt der Bewegung".


    "Tag der Deutschen Kunst"


    Kennt jemand den abgebildeten Gott aus der griechisch/römischen Mythologie der dargestellt ist?


    Gruß


    Wolfgang

  • Kann natürlich auch sein dass es nur Irgendein Krieger ist ja... Vielleicht wüsste hier jemand mehr hab gedacht ich frag mal. Es wäre . doch aber eigentlich ganz schön wenn man das Thema Sonderstempel und deren Motive irgendwie weiter beleuchtet. Ich würde gerne das Thema weiter ausführen und meinen Sonderstempel die ich in meiner DR Sammlung habe, hier zeigen.

  • "vermeidet Rundfunkstörungen"


    Ich habe hier als nächstes einen Maschinenstempel mit Werbetexteinschluss aus dem Jahr 1941.


    Es war früher in der NS Zeit für jeden quasi Pflicht einen sogenannten"Volsempfänger " zu besitzen. Wer keinen besaß oder schlechten Empfang hatte (oftmals beabsichtigt...) dem drohten Strafen und er konnte denunziert werden. Was dann mit demjenigen geschehen konnte das will man sich heute nicht mehr vorstellen.


    Dieser Stempel diente somit auch nicht nur als Hinweis sondern auch als dezente Warnung an "Regimegegner".


    aus Wikipedia:


    (...)

    Auf Veranlassung von Joseph Goebbels wurde zum 1. Januar 1939 für den Reichsrundfunk die Bezeichnung Großdeutscher Rundfunk eingeführt. Mit Kriegsbeginn ging der Goebbels-Vertraute und neu ernannte Leiter der Rundfunkabteilung des Propagandaministeriums, Alfred-Ingemar Berndt, daran, die Rundfunklandschaft den Erfordernissen der Kriegsführung anzupassen. Ein Großteil des journalistischen und technischen Personals wurde in die Propagandakompanien der Wehrmacht eingezogen, die Sendepläne wurden ausgedünnt, Programme zusammengelegt und ab Juni 1940 nur noch zwei Vollprogramme mit regionalen Fenstern für das gesamte Reichsgebiet gesendet.

    Das Reichsprogramm wurde über alle Reichssender und ihre Nebensender übertragen. Am Vormittag gab es für ein bis zwei Stunden lokale Eigenprogramme. Etwa ab Mitternacht bis zum Sendebeginn um 5.00 oder 6.00 Uhr morgens war eine Sendepause. Diese wurde durch das Programm des Deutschlandsenders ausgefüllt, der mittags um 12.30 Uhr mit seinen Sendungen begann, die nach den Frühnachrichten endeten. 1942 stellten die Reichssender Köln, Saarbrücken, Stuttgart und Leipzig ihre Programmzulieferung ein.

    Da die Rundfunksender bei der Annäherung feindlicher Flugzeuge ihre Übertragung beendeten, übernahmen in mehreren Landesteilen die lokalen Drahtfunksender das Rundfunkprogramm, so konnte zum Beispiel im Gau Hessen-Nassau auf einer Frequenz das Reichsprogramm, auf der anderen das Programm des Deutschlandsenders empfangen werden. Bei unmittelbarer Luftgefahr wurden nur Luftlagemeldungen gesendet. In anderen Teilen des Reiches, etwa in Nordbayern, benutzte der Sender des Luftgau-Kommandos Nürnberg bei Luftgefahr die Frequenz des abgeschalteten Nebensenders Nürnberg, um über die Zielrichtung der Bombergeschwader zu berichten.

    Mit dem Vormarsch der alliierten Truppen von Ost und West gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühjahr 1945 beendete ein Reichssender nach dem anderen seine Tätigkeit. Als letzter Sender des Großdeutschen Rundfunks war der zum Reichssender aufgewertete Nebensender Flensburg zu hören. In Flensburg-Mürwik befand sich zudem bis zum 23. Mai 1945 die letzte Reichsregierung. Der Reichssender Flensburg stellte seinen Betrieb ebenfalls im Mai 1945 ein.(...)



  • "Europäischer Postkongress"


    1942 in Wien ausgetragen.

    Wikipedia:


    (...)

    Am 15. September 1874 begann in Bern ein Postkongress, bei dem auf Vorschlag des deutschen Generalpostmeisters Heinrich von Stephan am 9. Oktober 1874 der Allgemeine Postverein (ab 1878 Weltpostverein) gegründet wurde. Der Postverein regelte auf seinen Postkongressen die internationale Zusammenarbeit der nationalen Postverwaltungen. (...)


    Dieser Postkongress trat seitdem in regelmäßigen Abständen zusammen um die Leit,- und Richtlinien sowie Verordnungen und Gebühren zu besprechen.

  • "Neumarkt - St. Veit Eingangspfort zum Rottal"


    -auf 854 Stempel vom 10.8.1943

    Wikipedia:

    (...) (bis 1934 Neumarkt an der Rott) ist eine historische Stadt an der Rott im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.(...)


    abgebildet ist vermutlich das Stadttor, genannt "Unteres Tor" ehemals auch Pflasterzollstelle. Erbaut 1542. Im Hintergrund der Ansicht rechts sieht man die katholische Pfarrkirche St. Baptist erbaut in der zweiten Hälfte des 15 Jhdts.


    Vergleich mit kompletter Abbildung des Abschlages kopiert aus Stempeldatenbank stampsx.com

  • "Internationale Arbeitsamt Tagung" / Berlin 10.-15.10 1927


    Sonderstempel des Sonderpostamts IAA


    auf 407 - 409 Motive Ludwig van Beethoven, (1770 -1827); Immanuel Kant (1724- 1804); Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

  • Zu Beitrag #9 findest sich im Amtsblatt des Reichspostministeriums 1942 folgende Mittteilung Nummer 1077/1942:


    I. Aus Anlaß der Ausgabe der Sondermarken zum Heldengedenktag (AmtsblVf. Nr. 110/1942 S. 143) werden am 15. März 1942 bei folgenden Postämtern Sonderstempel geführt:

    a) Berlin C2, NW7, W9, Berlin-Charlottenburg 2,

    b) München 1, 2,

    c) Wien 1, 9 (Nähe des Heldengedenkplatzes), 56.


    Die Sonderstempel tragen neben den üblichen Orts- und Tagesangaben die bildliche Darstellung eines Schwertes und die Inschrift "Sie starben für Großdeutschland".


    II. Bei den Postämtern werden am 15. März für die Abgabe der Sondermarken und für Gefälligkeitsstempelungen Sonderschalter von 9 bis 19 Uhr durchgehend offen gehalten. Die abzustempelnden Sendungen müssen entweder an diesen Schaltern oder durch die besonders bezeichneten Briefkästen eingeliefert werden.


    III. Mit den Sonderstempeln werden nur die Sondermarken zum Heldengedenktag abgestempelt. Ebenso werden Gefälligkeitsstempelungen mit diesen Stempeln nur für die Sondermarken ausgeführt.

    Schriftliche Abstemplungsanträge (keine Markenbestellungen) sind für Berlin an die Sonderstempelstelle des Postamts Berlin-Charlottenburg 9 (Soorstr. 61/62, Eingang Fredericiastr.), für München an das Postamt München 2 (Hopfenstr. 2), für Wien an das Postamt Wien 1 (Postgasse 10) zu richten. Die Anträge sind auf den Umschlägen mit dem Vermerk "Sonderstempel" zu versehen. Falls die Rücksendung unter Umschlag gewünscht wird, sind entsprechend vorbereitete Umschläge beizufügen. Die Erledigung wird einige Zeit in Anspruch nehmen, vorzeitige Erinnerungen sind deshalb zwecklos.


    IV. Die Versandstelle für Sammlermarken in Berlin SW 68, Zimmerst. 97, liefert auf Wunsch die bei ihr bezogenen Sondermarken unter den üblichen Bedingungen auch abgestempelt. An den Schaltern der Versandstelle werden keine Abstempelungen ausgeführt.

  • Zitat

    III. Mit den Sonderstempeln werden nur die Sondermarken zum Heldengedenktag abgestempelt. Ebenso werden Gefälligkeitsstempelungen mit diesen Stempeln nur für die Sondermarken ausgeführt.

    Also hätte die untere Marke in Beitrag #9 eigentlich gar nicht mit dem Sonderstempel abgestempelt werden dürfen?

  • Nein, so eng mit der markenbezogenen Sonderstempelentwertung darf man das nicht sehen.

    Die 16er aus dem Postkameradschaftssatz (II) habe ich auch mit dem Sonderstempel "Heldengedenktag" auf Briefstück - allerdings aus München.

    Die Sonderstempel, die an mehreren Orten gleichzeitig verwendet wurden, nennt man übrigens auch Serienstempel.

    Von der Protektoratspost Böhmen und Mähren habe ich auch noch ein paar Blankoumschläge mit Sondermarken und Sonderstempeln für andere Markenausgaben...


    MVG Z

  • Das ist kein Sonderstempel. Es handelt sich hier um einen Ortswerbestempel!


    MVG Z

  • "Reichsgartenschau Stuttgart"


    Am 22. April 1939 wurde die Reichsgartenschau im Stile der für die Zeit des Nationalsozialismus üblichen Propaganda mit großem Pomp und viel Pathos eröffnet. Mit 4,5 Millionen Besuchern innerhalb von vier Monaten stellte sie sich als Besuchermagnet heraus und übertraf die in sie gesetzten Erwartungen erheblich.

    Sie endete am 2. September 1939 aufgrund der „gegenwärtigen Umstände“, obwohl sie bis Ende Oktober des Jahres hätte geöffnet sein sollen.


    Dargestellt ist ein in der Erde steckende Spaten mit Sonnenhut danebenist das Stadtwappen Stuttgarts abgebildet.


    Abgestempelt am 4. August 1939 auf der zum Anlass ausgegebenen 692.

  • "Radebeul / Karl May Museum"


    Ortswerbestempel vom 15.1.1939 auf 5 und 6 PF aus Markenheftchen 111B.


    Dargestellt sind vermutlich Winnetou und Old Shatterhand zu Pferd



    (...)Die Ausstellung in Karl Mays einstigem Wohnhaus, der „Villa Shatterhand“, widmet sich dem Lebensweg des Abenteuerschriftstellers, seinen Fantasien und Romanhelden. Der Empfangssalon, das Arbeitszimmer und die Bibliothek lassen sich noch heute in ihrem ursprünglichen Zustand besichtigen. Eindrucksvoll ist vor allem der Empfangssalon, welcher mit Original-Gemälden von Sascha Schneider dekoriert ist. Ein besonderer Blickfang sind sicher auch Winnetous Silberbüchse und Old Shatterhands Henrystutzen, welche sich Karl May eigens nach seiner Vorstellung anfertigen ließ.

    Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich in dem Wild-West-Blockhaus „Villa Bärenfett“. Seit 1928 beherbergt sie eine faszinierende Sammlung über die Indianer Nordamerikas und gibt einen authentischen Einblick in die einstige Lebenswelt und Handwerkskunst der nordamerikanischen Ureinwohner. (...)http://www.radebeul.de/museen

  • narnia2009

    Hat den Titel des Themas von „Motive auf Sonderstempeln im Deutschen Reich“ zu „Sonder,- und Ortswerbestempel im Deutschen Reich“ geändert.
  • und weiter gehts diesmal wieder mit einem Sonderstempel :D


    "Tag der nationalen Solidarität /Gau Sachsen"


    Abgestempelt in Dresden am 4.12.1937 auf W 132 (Zusammendruck aus Markenheftchen)


    (...) Als Tag der Nationalen Solidarität bezeichneten die deutschen Nationalsozialisten einen jährlich wiederkehrenden Sammeltag zum Auftakt des „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“, bei dem

    prominente Parteifunktionäre und Künstler mit der Sammelbüchse um Geldspenden warben.


    Am 11. Oktober 1934 rief Adolf Hitler mit einer Rede in der Krolloper (Gebäude in der Nähe des Brandenburger Tores, am heutigen Berliner Platz der Republik) zur Spendensammlung beim zweiten

    „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ auf.


    Der Begriff „Nationale Solidarität“ wird Joseph Goebbels zugeschrieben und wurde von Adolf Hitler in der Eröffnungsrede am 13. September 1933 verwendet. Er sollte in propagandistischer Absicht den „im Bewusstsein der Arbeiter verankerten Slogan internationale Solidarität“ verdrängen.


    (...) wikipedia.de