Deutsche Gebiete II. Weltkrieg

  • An alle interessierten Sammler der Besetzungsausgaben des Zweiten Weltkriegs.


    In diesem neu eröffneten Thread möchte ich gerne mit Euch die Besetungsausgaben diskutieren.
    Interessante Stücke können gezeigt werden, Fragen gestellt und Antworten hoffentlich gegeben werden.


    Auch eine Diskussion über philatelistische Bersonderheiten würde mich freuen.


    Als kleinen Start möchte ich gerne zwei verschiedene Halbierungen der Mi.Nr. 201 von Großbritannien zeigen, die 1940 / 1941 auf der Kanalinsel Guernsey während der Deutschen Besetzung verwendet wurden.
    Eine Halbierung lief dabei am Ersttag, den 27.12.1940.


    Jetzt bin ich gespannt auf Eure Raritäten.............


    N.B. Bitte keine politische Diskussion veranstalten. Das hatten wir schon. Danke.

  • Na gut,
    dann tue ich auch meinen Senf dazu mit zweimal "Deutsche Besetzung
    Serbien 1941 - 45".
    1. Serbien - Brief mit Freistempel
    2. Serbien - Ganzsache mit Portomarke wegen der Portoerhöhung
    und seltenem Zensurstempel


    m.w.myname

  • Zitat

    Original von sudetenphilatelie
    Dann sollte man auch das Generalgouvernement (dt. Besetzung Polens 1944) nicht vergessen. Hier die nicht mehr zur Ausgabe gelangten Marken MiNr. I - III. Natürlich postfrisch mit Attest:


    Das ist schon ein Schmankerl :jaok: :jaok: :D

  • Zitat

    Dann sollte man auch das Generalgouvernement (dt. Besetzung Polens 1944) nicht vergessen. Hier die nicht mehr zur Ausgabe gelangten Marken MiNr. I - III. Natürlich postfrisch mit Attest:


    Hat denn einer eine Abbildung (in Original wage ich gar nicht erst nicht zu fragen) des Panjewagens??
    Also des Michel-Spezi-Wertes A P1 oder 2?
    Habe den Wert zu 12 Gr noch nie gesehen.

  • Vorstellen möchte ich euch einen Satz, den wahrscheinlich jeder Sammler der Besetzungsausgaben kennt.
    Es ist die sogenannte Landesausgabe von Litauen mit dem Aufdruck:
    "Nepriklausoma Lietuva 1941-VI-23."
    Frei übersetzt heißt dies soviel wie "Freies Litauen". Das Datum soll für den Tag der Befreiung durch dt. Truppen stehen (Unternehmen Barbarossa begann am 22.06.41). Das Wort "Befreiung" muß man in diesem Zusammenhang nicht als wertend, sondern als geschichtshistorisch verstehen. Für die damaligen Litauer bedeutete der Einmarsch zunächst Befreiung von sowjetischer Fremdherrschaft.


    Die Ausgabe dieser Marken ist nicht von dt. Seite veranlaßt worden, sondern geschah ausschließlich durch litauische Stellen. Dies ist allein schon dadurch belegbar, daß von dt. Seite von vornherein die Bildung des Gebietes "Ostland" mit eigenen Marken vorgesehen war.


    Die Marken mit Aufdruck "Freies Litauen" wurden ziemlich schnell von dt. Seite verboten. Bereits zum 31.08.1941 wurden diese Marken außer Kraft gesetzt. Spätverwendungen sind allerdings bis in den September herein möglich und werden auch als echt geprüft. Grund hierfür ist, daß die Anordnung des Verbotes sich im ländlichen Litauen in den Kriegswirren nicht sonderlich schnell verbreiten konnte und die Marken daher munter weiter verwendet wurden. Darüberhinaus wurden sie geduldet, da die Marken mit Aufdruck Ostland noch nicht zur Verfügung standen (erst ab Nov. 1941).
    Warum die Aufschrift "Freies Litauen" verboten wurde, dürfte jedem klar sein, da der dt. Seite keinesfalls ein "freies Litauen" vorschwebte.


    Mein Satz, den ich vorstelle, hat einen Befund von Prof. Klein "Einwandfrei". Rechts unten befindet sich noch ein interessantes Stück und zwar ein sauberer Abklatsch des Aufdruckes auf der Rückseite einer Litauen Nr. 3. Diese sind recht selten und verdienen allemal einen Aufschlag.


    Es soll auch angebliche Probeaufdrucke auf Sondermarken der Sowjetunion gegeben haben. Diese wurden früher als Michel-Nr. A 9 und B 9 aufgelistet. Diese werden heute durchweg als "falsch" geprüft.
    Aufgrund des enormen Michelwertes recht bitter für die heutigen Besitzer.

  • Zitat

    Original von Kontrollratjunkie
    Dann soll jetzt das Besetzungsgebiet Litauen vorgestellt werden, hier ein wohl nicht gelaufener Satzbrief der Lokalen Ausgabe für das Gebiet um die heutige Hauptstadt Wilna (Vilnius), Mi.Nr. 10 - 18. Die Auflage des Satzes betrug nur 5000 Stück !



    Toller Beleg, Kontrollratjunkie!


    Ergänzend dazu die Vilnius MiNr. 17 + 17I im Päärchen vom Unterrand. Die linke Marke ist die Normalausgabe, die rechte ist die Abart "weiter Abstand zwischen L und N".


    Und weil´s so schön ist die Nr. 18 ebenfalls ungebraucht dazu.
    Alle drei Marken mit Atteslt Krischke BPP

  • Da wir zur Zt. beim Thema Litauen sind, ein weiteres Beispiel für die Marken dieses Gebietes:


    Hier seht Ihr Marken der Lokalausgabe Ponewesch. Michel-Nr. 4 bis 9 in allen existierenden a, b, c-Varianten. Die Erhaltung der Marken ist postfrisch, geprüft vom zuständigen Verbandsprüfer des BPP.
    Die Marken wurden im 100er-Bogen mit einem waagerechten 20er-Druckklischee 5x überdruckt. Die Aufdrucke gibt es in rot, schwarz, lila und grün.
    Die Auflagezahlen schwanken zwischen 5000 und 10.000 Stück, die 8c hat 20.000 Stück Auflage. Also auch nicht gerade gigantisch hoch.

  • Da uns sammelfreak schon mit Marken der estnischen Lokalausgabe für Pernau (Pärnu) erfreut hat, möchte ich gerne als kleine Ergänzung einen netten Plattenfehler vorstellen.
    Es ist die Mi.Nr. 8 in Type II mit dem Plattenfehler IV.


    Statt der Jahreszahl "1941" findet sich in der dritten Aufdruckzeile ein zweites "Pernau".
    Diese Besonderheit findet sich auf den Feldern 95 - 98 des Hunderterbogens, hier schön dokumentiert durch ein Unterrandstück.


    Übrigens sammelfreak , natürlich zählen auch die Privaten Ausgaben zum Thema Besetzung II. Weltkrieg..........

  • Zum Thema Privatausgaben im Bereich der Dt. Besetzung 2. WK möchte ich folgende Marke vorstellen:


    Es handelt sich um eine Privatausgabe der dänischen Legion, die Dänische Legion Nr. IV, die sogenannte Schalburg-Marke. Interessant ist sie vor allen Dingen deshalb, da sie zwar im Michel-Spezial als Fußnote erwähnt und auch bewertet wird, aber nie als Abbildung zu sehen ist.
    Vielen wird diese Marke deshalb vollkommen unbekannt sein. Diesem Mangel will ich abhelfen :D :P.


    Erwähneswert ist, daß die drei bekannteren Vignetten, die auch im Michel abgebildet sind, im Jahre 1944 erschienen sind und für das Regiment Danmark bestimmt waren. Die Schalburg-Marken haben damit nichts zu tun und sind vom Zentralbüro der dänischen NS-Partei herausgegeben und vertrieben worden. Die im Michel erwähnte Nr. V ist annähernd bildgleich und unterscheidet sich neben anderem hauptsächlich dadurch von meiner Marke, daß die Wertziffer (50 Öre) fehlt.
    Von Schalburg war übrigens der Kommandeur des Freikorps Danmark und ist 1942 im Kessel von Demjansk gefallen.
    Die Marke wird wegen des nicht unerheblichen Michel- und auch Handelswertes gerne gefälscht. Bei Erwerb ist daher Vorsicht anzuraten. Zwar wird im Michel erwähnt, daß die Priv. Ausgaben der Dt. Besetzung nicht BPP-geprüft werden (Begründung: Es handelt sich nicht um Briefmarken, sondern um Vignetten). Jedoch sind die BPP-Prüfer artverwandter Gebiete m. Wissens nach durchaus bereit dazu, die Marken zu prüfen und Atteste bzw. Befunde auf privater Basis auszustellen. Dankenswerterweise kann man also auch in diesem Bereich sich des profunden Wissens der erfahrenen Prüfer bedienen.
    Daß hiermit keine BPP-übliche Haftung verbunden ist, sollte man sich allerdings vor Augen halten.
    Meine Marke wurde von einem BPP-Prüfer geprüft und als postfrisch und einwandfrei attestiert.
    Die privaten Spendenvignetten wurden übrigens verkauft, um Gelder zur Unterstützung der Angehörigen der Legionstruppen zu verschaffen.
    Es handelte sich zu keiner Zeit um Postwertzeichen. Ihre Verwendung auf Feldpostbriefen ist selten.

  • Passend zum Panjewagen mache ich mal weiter mit der dt. Besetzungsausgabe Russland.


    Hier eine gestempelte Rarität von Ljady (Bezirk Leningrad) MiNr. 2a.


    Lt. Attest Krischke hat die Marke auf Briefstück echten Aufdruck und echten kyrillischen Stempel. Die Stempel 12.10.41 sind für Sammler hergestellte Gefälligkeitsabstempelungen. Bis heute sind keine echten Bedarfsbriefe bekannt, da beim Rückzug aus Nordrussland die deutsche Kreiskommandur vom russischen Vormarsch überrollt wurde. Bisher konnten nur sehr wenige echt gestempelte Marken festgestellt werden.