Deutsch Südwest Afrika

  • Eine nette Kate die ich vor ein paar Tagen erweben konnte möchte ich Euch hier zeigen.Die Karte wurde am 6.11.1900 von Spandau nach Swakopmund geschickt. Ankunftstempel iSwakopmund 12.12.1900. Der Adressat war Mitarbeiter beim Kaiselichen Feldbahnbau-Kommando in Swakopmund / Deutsch Südwest Afrika.



    Die Verkehrssituation um die Jahrhundertwende in DSW.


    Bis über die Jahrhundertwende hinweg wurden für den Transport von Personen und Frachten vorwiegend zwei Verkehrsmittel benutzt. Der von den Buren eingeführte Ochsenwagen war ein ungefedertes, hochgebautes Gefährt, mit dem auch unebenes, klippiges Gelände überwunden werden konnte. Es wurde, je nach örtlichen Gegebenheiten, von 10 - 20 Ochsen, die zu zweit an eine lange Zugkette gespannt waren, gezogen. Die zweirädrige, später gefederte Karre war ein beweglicheres Fahrzeug, vor dem Pferde oder Maultiere gingen.
    Im Verlauf des Hereroaufstandes, der 1904 ausbrach, mußte die Leistungsfähigkeit dieses Frachtfahrersystems "ad maximum" gesteigert werden. Für Provianttransporte zwischen Lüderitzbucht und Kubub wurden von den Kanarischen Inseln 500 Dromedare eingeführt, die Versorgung von Keetmanshoop erforderte 5000 Maultiere, auf dem Baiweg zogen elf- bis zwölftausend Ochsen ihre Spur. Täglich verendeten zahlreiche Ochsen und Maultiere.
    Das Verproviantieren der kämpfenden Truppe kostete monatlich zwei Millionen Mark. Obwohl allein die während eines halben Jahres aufzubringenden Kosten ausgereicht hätten, schon damals eine Bahn mit Kapspurweite bis Kubub zu legen, kam dem deutschen Reichstag erst im Dezember 1905 "die erste", im März 1907 "die zweite Rate der Erleuchtung", daß es endlich an der Zeit wäre, die im "altväterlichen Ochsenwagenbetrieb" vergeudeten Summen besser in einen erweiterten Eisenbahnbau zu investieren. 1911 endlich konnte Südwest sich rühmen, von allen deutschen Kolonien das vollkommenste Eisenbahnnetz zu besitzen.
    Um die Jahrhundertwende war eine Feldbahn mit 60 cm Spurweite, stolz "Staatsbahn" genannt, nach Jakalswater gelegt und bis 1902 über Karibib und Okahandja nach Windhoek weitergeführt worden. Ihre Bauzeit: 5 Jahre, ihre Länge: 382 km, die Kosten: 15 Mio. Mark. Obwohl viel geschmäht und häufig belächelt, hat sie wesentlich zur Entstehung zahlreicher Farmplätze beigetragen. In den Jahren zwischen 1903 und 1906 ließ die 1900 gegründete Otavi- Minen- und Eisenbahngesellschaft ihre Otavibahn bauen, die in direkter Linie Swakopmund mit Tsumeb verband. Diese Bahn hatte ebenfalls 60 cm Spurweite und diente vornehmlich dem Abtransport des von der Gesellschaft gewonnenen Kupfers. Ein anderes Unternehmen, die South-West-Africa-Company, schuf 1908 mit der 90 km langen Linie Otavi - Grootfontein die Voraussetzungen für die Erschließung seines Landbesitzes.
    Der Ankauf beider Linien im Jahre 1910 durch die Kolonie ermöglichte die Anpassung des Verkehrsbetriebes und der Tarifpolitik an die Bedürfnisse der Farmwirtschaft. Die 1905 in Angriff genommene Südbahn mit der Strecke Lüderitzbucht - Keetmanshoop und deren Abzweiger Seeheim - Kalkfontein, der das wichtige Farmgebiet des Bezirks Warmbad erschloß, konnten nach heftigen Reichstagsquerelen 1908 in Betrieb genommen werden. Der Bau der Südbahn wurde erschwert durch den 100 km breiten wasserlosen Dünengürtel der Namib, wo Wanderdünen umfangreiche Befestigungsanlagen erforderten, ferner durch die Trinkwasserversorgung und schließlich, zwischen Kuibis und Keetmanshoop, durch die im Bereich des Fischflusses und seiner Nebenflüsse notwendigen Brückenbauten. 1910 wurde mit dem Bau der Nord-Südbahn Windhoek - Keetmanshoop begonnen, die aussichtsreiche Farmbezirke am und um den Großen Fischfluß - etwa Gibeon und Rehoboth - erschließen half. Wo die Eisenbahnen endeten und abseits der von ihnen erreichten Gebiete traten "Ochsenwagen und Eselskarre in ihr altes Recht", wobei von allen Verkehrsstraßen jenseits des Eisenbahnbereiches diejenige als schwierigste galt, die nach dem "fernsten Nordosten" führte. Dort waren Durststrecken zu überwinden und Flüsse ebenso wie Sumpfgebiete zu durchqueren.



    (Quelle) Deutscher Kolonialatlas 1905 und

  • Eine weitere Karte die ich vor kurzem gefunden hab und die m.M. nach gut zu diesem Thema paßt.
    Die Karte wurde am 27.12.1900 von Schleusingen nach Karibib Deutsch Südwest-Afrika verschickt. Ob der Adressat auch am Feldbahnbau beteiligt war kann ich nicht sagen. Karibib ist aber eine Station dieser Bahn und liegt zwischen zwischen Windhoeck und Swakopmund.

  • Hallo,

    zehn Jahre sind die wenigen Beiträge zu diesem Thema her.

    Nun habe ich es aus einem gegebenen Anlaß gefunden und möchte meinen Fund hier vorstellen und dazu auch Kommentare erbitten.

    Hier ist die Karte, zu der ich sagen kann:

    a) es gibt nach internet-Suche 4 Berge namens Spitzkoppe, ich habe aber keinen Ort gefunden, der so heißt.

    b) Dieser Stempel wurde etwa 1915 als Kriegsbeute beschlagnahmt.

    c) Kann ich die Karte (das rückseitige Foto zeigt vermutlich eine Gruppe von Angehörigen der "Schutztruppe") as vollständig echt ansehen?

    Danke und schöne Grüße

    Heinrich


  • Zitat aus Wikipedia, aber das weisst Du sicher schon : Die Spitzkoppe ist ein Inselberg 120 km östlich von Swakopmund in Namibia, der seine Umgebung 700 Meter überragt. Aufgrund ihrer markanten Form wird sie auch als das „Matterhorn Namibias“ bezeichnet und gehört zu den meist fotografierten Bergen des Landes.

  • Vielen Dank, Jean Philippe und kartenhai


    damals ist man wohl genau so gerne gereist wie heute. Inzwischen habe ich im Internet gelesen, daß das Gelände um den Berg zu einer Farm gehörte. Da konnte man, wenn kein Zelt zur Verfügung stand, sicher übernachten.


    Es grüßt

    Heinrich