Beiträge von 241264hsv-fan

    Barnaul liegt etwa 1500 Kilometer östlich von Tobolsk. Von hier kommt die folgende Karte. Geschrieben im April 1916 wurde sie auch in Barnaul geprüft (Speeckaert Typ 1) und lief anschließend nach Prag.

    @ anhei64: Zu Barnaul hast du doch bestimmt auch etwas zu bieten!?


    Jetzt bin ich einmal sprunghaft und kehre nach Sibirien zurück, und zwar sogar zu den Bewachungseinheiten. Die am 21. Dezember 1915 in Spassk geschriebene Karte trägt den Zensurstempel Typ 7, welcher bei Speeckaert erst ab Januar 1917 verzeichnet ist. Der weitere violette Stempel ist leider kaum zu entziffern.


    Ich zeige noch eine weitere Karte nach Wien. Allerdings wurde diese mal nicht in Sibirien geschrieben, sondern im Kaukasusgebiet. Genauer gesagt ist es Solomenka im Gouvernement Stawropol. In Stawropol wurde die Karte dann auch geprüft. Für den Zensurstempel Typ 3 nennt Speeckaert die Zensornummern 80 und 105.


    Klar! Bewachungseinheiten! An die habe ich nicht gedacht. Danke für den Hinweis. Manchmal ist es bei Speeckaert auch ein bisschen durcheinander, finde ich. Beispielsweise sind von Dwinsk die meisten Stempel unter den Militärbezirken zu finden, einige aber bestimmten Zensurstellen zugeordnet. Gerade in dem Bereich ist noch viel Luft nach oben, was die Zuordnung anbelangt.

    Und du hast einen sehr schönen Beleg

    Bisher konntest du immer gut 'kontern' und auch einen Beleg mit Zensurstempel aus dem Bereich zeigen. Ich bin mal gespannt, was dir hierzu einfällt.

    Ich zeige eine Kiregsgefangenenkarte des Fähnrichs Julius Haroldt vom 9. April 1917 geschrieben in Blagoweschensk. Geprüft wurde die Karte dort. Eine Zensurstelle in Blogowenschensk ist bei Speeckaert nicht verzeichnet. Somit ist der Zensurstempel GEPRÜFT - - IN - - BLAGOWESCHENSKER - ABTEILUNG - NR. 2. auch unbekannt. Die Karte lief dann über Moskau, wo sie erneut geprüft wurde (Speeckaert Typ 8) weiter nach Wien.


    Zitat

    Zu deinem Beleg - laut meinen Unterlagen gehörte das Reserve (ЗАПАСНАЯ) Feldpostamt 150 im April 1916 zur Südwestfront, der 8. Armee die in Wischnewez (Wisniowczyk)/Tarnopol/Wolhynien tätig war. Der Ort liegt ca. 30 Kilometer südlich Tarnopol.

    Besten Dank für deine Korrektur.

    Unterdessen mache ich mit Belegen aus deinem Ressort weiter.

    Kriegsgefangenenkarte vom November 1915 aus Tjukalinsk. Geprüft wurde zunächst in Kurgan (Zensurstempel Typ 3) und dann bei der Ankunft in Wien auch auf österreichischer Seite.


    @ anhei64: danke für die weiteren Infos.

    @ wolleauslauf: danke für deine Komplimente. Gerade das Forschen und Bekommen weiterer Informationen machen ja auch den ganzen Spaß aus. Danke auch an alle anderen, die zwischendurch ihr "Gefällt mir" geben. Es zeigt doch, das hier viele interessiert mitlesen.


    Unter dessen zeige ich noch einen weiteren Feldpostbrief. Er ist dieses Mal vom 150. Feldpostamt, welches zu dieser Zeit in Sewastopol tätig war. Hier hat der Zensor handschriftlich die Prüfung bestätigt: Geöffnet - Militärzensur - in Sewastopol.


    Nun zeige ich einen Feldpostbrief des 135. Feldpostamtes. Der Brief wurde im März 1916 nach Petrograd verschickt. Nach der Prüfung bei der Feldpost wurde beim Eingang in Petrograd erneut geschaut. Der Brief erhielt den Stempel Typ 15 und wurde mit einem der vielen verschiedenen Verschlußstreifen, die es gab, zugemacht. Speeckaert hat einige abgebildet, diesen jedoch nicht. Auch der Zensurstempel ist nicht gelistet. Informationen, wo sich das 135. Feldpostamt zu dieser Zeit befand, liegen mir zur Zeit nicht vor. Leider gibt der undeutliche Armeestempel keine Informationen her.


    ... wenn es denn der gleiche Stempel ist, denn bei deinem Stempel gehen die Häkchen der vorderen Gänsefüsschen nach unten, bei Speeckaert nach oben. Allerdings mag das auch ein Fehler bei Speeckaert sein. Und meinen "Fluss" störst du keineswegs.

    Wie versprochen zeige ich nun ein paar weitere Belege mit Nowgoroder Zensur. Dieser Brief ist vom April 1916 und wurde bei der 6. Expedition in Petrograd zur Post gegeben. Der Brief lief dann nach Nowgorod, wo er geprüft wurde. Zensurstempel ist der Typ 8, den Speeckaert im 2. Nachtrag festgehalten hat. Der Prüfer hieß Witold.


    Mit dieser Karte und demnächst weiteren Belegen zeige ich Zensuren aus Nowgorod.

    Die Karte mit Ansicht des Bahnhofes trägt vorderseitig einen Armeestempel des 175. .... -Battallions sowie einen großen ovalen Zensurstempel mit den Initialen W.R.. Ein Datumstempel fehlt. Lediglich im Text schreibt der Absender etwas von 27. III. (1915?).


    Für heute zeige ich eine Karte, die eigentlich für die Feldpostkorrespondenz gedacht war. In diesem Fall diente sie aber einem Kriegsgefangenen als Schriftträger. Bei dem Gefangenen handelt es sich um den österreichischen Leutnant Franz Waber, welcher am 7. Februar 1915 in russische Gefangenschaft geriet. Mit dieser Karte teilt er es seiner Frau Christine in Wien mit. Zunächst war er in Sysran, später dann in anderen Lagern - u.a. In Irkutsk und noch 1919 in Kansk - untergebracht. Eine Karte vom 15.2.1915 von ihm aus Sysran konnte ich bereits zeigen. Auch wenn keine Ortsangabe auf dieser Karte vorhanden ist, kann man also davon ausgehen, das sie auch von hier ist.

    Den Zensurstempel Zugelassen - Militärzensur - Militärzensor + Unterschrift habe ich bei Speeckaert nicht gefunden. Leider ist genau dieser Teil der Karte stärker geschürft.


    Ein Hinweis zum zuletzt gezeigten Telegramm habe ich. Der Verschlußstreifen, den Speeckaert unter Minsk als Typ 46 listet, wurde meines Wissens in verschiedenen Städten und auch schon vor dem Krieg verwendet. Er hat meiner Meinung nach nicht speziell mit der Zensur zu tun, sondern wurde lediglich der Einfachheit verwendet weil vorhanden.

    Da Telegramme nicht gerade billig waren, sind die auch heute auch nur selten zu finden. Ich wollte einmal drei Telegramme aus Warschau - jeweils mit unbekannter Zensur erstehen. Der Preis war jedoch so extrem hoch, das ich passen musste. Glückwunsch zum schönen Stück.

    Ich kann dann "nur" einen Brief aus Riga vom Oktober 1914 nach Reval zeigen. Entwertet sind die Marken mit einem stummen 7-Ring-Stempel. Rückseitig befindet sich ein einfacher Rahmenstempel 'Militärzensor' sowie die Unterschrift des Prüfers. Der Stempel ist bei Speeckaert ebenfalls nicht verzeichnet.