Maschinenstempel- Inflazeit

  • Es gibt ein brandneues Buch der Poststempelgilde zu den dt. Bandstempelmaschinen. Der Stempelkof, wie Du ihn zeigst, wird darin als "Kreissehenstempel mit Segmenten oben und unten" beschrieben und als eine bayrische Sonderform bezeichnet.


    Ich bin mit dem Werk, was ich erst kuerzlich bekommen habe noch nicht in allen Details vertraut, aber es scheint mir als dieser spezielle Stempel (Stempelkopf / Stempelband Kombination) mit dem Unterscheidungsbuchstaben *2* nicht aufgelistet ist. Kann aber auch ein Tippfehler sein. Das Stempelband bei Deinem Brief, denke ich, ist "56.3" gelistet ist ein sehr aehnliches Band 56.2.

  • @ asmodeus
    @ Carolina Pegleg


    Ich denke auch, dass sich da ein Tippfehler eingeschlichen hat. Es sollte sich um den Stempel Nr.7 vom Postamt München *2* handeln.


    Der Stempelkopf hat die Nr. 24, das Stempelband ist ziemlich sicher die Nr. 56.3. Verwendungsdatum 22.02.23 - 23.05.23.


    Das würde bedeuten, Du hättest eine Ersttagsverwendung gefunden.


    Ich werde mal mit der Poststempelgilde Kontakt aufnehmen, um zu erfragen was richtig ist.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • @ asmodeus


    Ich habe heute von Dr. Kohlhaas, dem Autor des Buches "Die Bandstempelmaschinen von KRAG und SYLBE" folgende Auskunft bekommen:


    "Es handelt sich um den Stempel 7, bisher frühest bekannte Verwendung."


    Da kann man nur gratulieren. Dein feines Gespür für Besonderheiten hat sich wieder einmal herausgestellt.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • Das erscheint mir jetzt verwirrend. Die 2-köpfige Maschine "München *2* #7" ist laut Buch Stempelkopf 24 plus Band 56.2


    Der Stempel von asmodeus ist München *2* mit Stempelkopf 24 und Band 56.3


    Wenn Dr. Kohlhaas sagt, das ist der Stempel #7 der 2-köpfigen Maschine München mit dem Ub *2*, dann heisst das also, dass die im Buch angegebene 56.2 ein Tippfehler ist? Muss wohl so sein.


    Ein Stempeldatum vom Ersttag ist natürlich schön (allerdings kein neues Erstverwendungsdatum, aber immerhin). Die Gratulation ist daher vollommen gerechtfertigt, auch wenn natürlich diese Stempel nicht von sehr vielen Sammlern beachtet und gesammelt werden. Noch besser wäre natürlich ein bislang unbekanntes Stempelband gewesen, denn der Kopf 24 mit dem Band 56.3 war ja so bisher unbekannt. Daher Gratulation auch mit einem weinenden Auge.

  • @ Carolina Pegleg


    Es ist in der Tat ein Tippfehler. Er sagte mir, dass sich wohl noch ein paar solcher Fehler eingeschlichen haben, aber das ist bei der Fülle der Informationen, die in diesem Buch verarbeitet wurden, sicherlich zu verzeihen.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • @ tigo


    Bei diesem Stempel handelt es sich um die Nr. 4 aus dem Postamt Leipzig * 13 c. Er besteht aus Stempelkopf 22 und Stempelband 67.1. Eingesetzt wurde er vom 19.09.1914 bis 28.09.1920. Er musste also zur Zeit der Abstempelung deines Briefes noch knapp 2 Monate aushalten, bis er aus dem Verkehr gezogen wurde.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • @ tigo


    Da ich das Buch noch nicht wieder weggeräumt habe, auch hier eine schnelle Antwort.


    Es ist Leipzig * 13 * Nr. 3. Er besteht aus Stempelkopf 41 und Stempelband 16.1. Eingesetzt wurde er ab dem 19.09.1914. Ein Enddatum ist nicht bekannt.


    EDIT:


    Die Antwort war dann doch etwas zu schnell...
    Der Stempel stammt von einer Sylbe-Stempelmaschine mit 3 Köpfen, daher muss ich meine Angaben vom 15.6 verbessern.
    Es ist Leipzig * 13 * Nr. 2. Er besteht aus Stempelkopf 31 und Stempelband 18. Eingesetzt wurde er von 28.02.1920 bis 31.05.1921.



    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • @ tigo


    Bei diesem Stempel handelt es sich um die Nr. 47 aus dem Postamt Hamburg * 1 b. Er besteht aus Stempelkopf 31 und Stempelband 56.1. Eingesetzt wurde er vom 05.09.1924 bis 20.09.1933.


    Mit besten Samlergrüßen
    Concordia CA

  • @ BaD


    Bei diesem Stempel handelt es sich um die Nr. 5 aus dem Postamt München * 2 *. Er besteht aus Stempelkopf 31 und Stempelband 56.3. Eingesetzt wurde er vom 04.04.1921 bis 26.03.1923.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA


    Edit:


    Ich habe einen Korrekturhinweis bekommen, den ich natürlich sofort weitergebe.


    Der Stempel von BaD hat keinen Stempelkopf 31, sondern einen ähnlichen Stempelkopf 25. Er stammt von einer Bandstempelmaschine mit 3 Köpfen. Es ist somit die Nr. 8 vom Postamt München *2*.


    Ich bitte um Nachsicht für diese Verwechselung.


    Edit 2:


    Zu diesem Stempel habe ich noch eine Zusatzinformation bekommen. Der eigenwillige Verlauf des Stempelbandes rührt nicht ewa von einer Fehlfunktion der Stempelmaschine oder einem schrägen Einzug her. Der Stempelkopf wurde im Jahr 1923 während der Hochinflation und der Zeit der Massenfrankaturen als Handrollstempel verwendet. Warum allerdings dann noch die Handabstemplung der unteren Marken erfolgte, kann wohl nur noch der damals diensthabende Postbeamte schlüssig erklären.

  • Zitat

    Original von Concordia CA
    Es ist in der Tat ein Tippfehler. Er sagte mir, dass sich wohl noch ein paar solcher Fehler eingeschlichen haben, aber das ist bei der Fülle der Informationen, die in diesem Buch verarbeitet wurden, sicherlich zu verzeihen.


    Absolut zu verzeihen. Insbesondere was die Verwendungsdaten angeht, ist es unausweichlich, dass mit der Zeit noch viele neue Daten zum Vorschein kommen. Ebenso werden sicherlich noch neue Stempeltypen endeckt. Jetzt wo erstmalig ein detaillierter Katalog zu diesen Stempel existiert, steigt das Interesse und jeder begiebt sich auf die Suche.

  • mal was von mir,
    war glaube ich mal in einer tauschsendung von sammelfreak


    ps. ist übrigens die bessere papierfarbe

    Einmal editiert, zuletzt von Germaniafreund ()

  • @ Germaniafreund


    Dieser Stempel Dresden Altstadt 24 r vom 22.2.1922 scheint auch in irgendeiner Form "neu" zu sein."Neu" in dem Sinne, dass er in dem neuerschienen Band 174 der Poststempelgilde (=Band 61 Infla Berlin) "Die Bandstempelmaschinen von Krag und Sylbe" des Autorenteams Kohlhaas und Riese noch nicht gelistet ist. Die erstmalige Erfassung dieser Stempel ist eine unglaubliche Leistung. Gerade bei den Stempeln aus de Inflationszeit, gibt es sicher noch viele Neuentdeckungen. Während anfangs eine relative Standardisierung der Stempel und Bänder bestand, wurde aufgrund Materialmangels während der Inflation offenbar viel hin- und her getauscht. Eine ähnliche Situation dann in der Kriegs- und Nachkriegszeit.


    Zu Deinem Stempel vom 22.2.1922: Gelistet ist ein Stempel * 24 r vom 20.8.22 bis 30.06.27 ('Stempelkopf 31'). Dein Stempel ist 24 r ohne Stern, wobei der Unterscheidungsbuchstabe im Segment oberhalb steht. Das ist der Stempelkopf 32. Also entweder ein komplett neuer Stempel, oder ein neues Erstverwendungsdatum.


    Dass darf man auf keinen Fall überbewerten. Man muss sich bewusst sein, dass es für diese Stempel keinen Markt gibt. Ich würde diese Stempel alle durch die Bank mit 50 Cent bis 1 Euro bewerten. Eine Erstverwendung einer neuen Stempelkopf / Bandkombination vielleicht bis 5 Euro. Eine Erstverwendung einer Bandstempelmaschine überhaupt (neue Stadt) vielleicht mit 20 Euro. Dies bedeutet, dass in aller Regel die Frankatur auf Brief den Preis bestimmt und nicht der Stempel. Es wird Jahre dauern, bis die Liste vervollständigt ist, und jemand sich die Mühe macht Punktbewertungen vorzuschlagen. Dies mag wohlmöglich auch nie passieren. Es bleibt hier überhaupt abzuwarten, ob sich für die verschiedenen Stempelkopf / Bandkombinationen aller Verwendungsorte mit allen vorkommenden Unterscheidungsbuchstaben überhaupt ein Sammelinteresse bildet. Ich kann mir vorstellen, dass die Anzahl der Sammler, die diese Dinge "auf komplett" sammeln immer sehr gering sein wird. Insbesondere, wenn man dann noch die Werbestempel in Bandform einbezieht, die von dem Buch nicht erfasst werden (was meine einzige grundlegende Kritik wäre).


    Ich finde das Buch sehr gut. Es gibt einen ersten Anhalt. Für die Zeit bis zum ersten Weltkrieg glaube ich auch nicht, dass es wesentliche Neuentdeckungen gibt. Danach ging es halt drunter und drüber und ich vermute, dass viele Stepel in den Sammlungen der Heimatsammler besser dokumentiert sind, als derzeit in dem Buch. Diese Informationen werden erst mit der Zeit zusammen kommen.

  • hallo carolina pegleg,


    vielen dank für deine ausführliche antwort,
    der geldwert interessiert mich nicht einmal peripher da ich mich von solchen dingen nicht trenne,


    auf grund einiger pn´s stelle ich noch mal einen besseren scan ein