Maschinenstempel- Inflazeit

  • @ Inflajäger


    Bei diesem Stempel handelt es sich um die Nr. 1 aus dem Postamt Leipzig * 13 b. Es ist der einzige unter dieser Kennzeichnung dort benutzte Maschinenstempel mit 3 Köpfen. Er besteht aus Stempelkopf 31 und Stempelband 18. Eingesetzt wurde er vom 21.01.1914 bis 28.07.1919.


    Mit besten Samlergrüßen
    Concordia CA

  • @ Inflajäger


    Bei diesem Stempel handelt es sich um die Nr. 5.2 aus dem Postamt Düsseldorf 1 oo. Er besteht aus Stempelkopf 61 und Stempelband 47.2. Eingesetzt wurde er vom 14.02.1941 bis 17.11.1941.


    Mit besten Samlergrüßen
    Concordia CA

  • @ Concordia CA


    Danke für die schnelle Antwort, eine Nachfrage habe ich noch.


    Warum wurde der Stempel nur 9 Monate benutzt??


    Gruß
    Ralf

  • Zitat

    Original von Inflajäger
    ...Warum wurde der Stempel nur 9 Monate benutzt??...


    Hallo Ralf,


    da solltest Du mal im alten Postamt Düsseldorf 1 oo vorstellig werden. Vielleicht sitzt da noch eine Mumie in der Postbearbeitung, die sich wage erinnern kann... ;)


    Nun aber im Ernst weiter! Vorher gab es einen Stempel 5.1 mit den gleichen Merkmalen, der zwischen dem 17.03.1938 und dem 20.01.1941 in Gebrauch war. Vermutlich trat ein Defekt auf und er wurde bei der Reparatur geringfügig geändert. Auf Grund der neuen Unterscheidungsmerkmale wurde er dann vom Buchautor als 5.2 klassifiziert. Somit hätte die Maschine eine Gesamtlaufzeit von etwa 3,5 Jahren gehabt.


    Diese Stempelmaschinen waren nicht sonderlich robust. Bei den wenigsten sind Einsatzzeiten von mehr als 5 Jahren bekannt, je nach Beanspruchung auch sehr viel weniger. Aus der mir vorliegenden Literatur ist jedenfalls nichts genaueres zu entnehmen


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • Zitat

    Original von Concordia CA


    Hallo Ralf,


    da solltest Du mal im alten Postamt Düsseldorf 1 oo vorstellig werden. Vielleicht sitzt da noch eine Mumie in der Postbearbeitung, die sich wage erinnern kann... ;)


    Ja, werd ich machen :D

  • @ inflajaeger


    Concordia hat es richtig gemeint aber, vielleicht etwas schief gesagt. Die Stempelmaschinen waren robust. Die waren 20, 30, 40, im Einzelfall 50 Jahren in Verwendung. Nicht so robust waren die Stempelkoepfe. Bei 500 bis 1000 Abschlaegen pro Minute (!) geht auch einem Stahlstempel irgendwann mal die Luft aus. Siehe dazu wieder den Leipziger Stempel von tigo aus 1921, wo man den Ort Leipzig kaum noch lesen kann. Ausser wegen Verschleiss oder Beschaedigung wurden Stempel ausgetauscht oder geaendert, weil anfangs viel mit dem Design der Baender (Entwertungslinien) herumexperementiert wurde. Dann natuerlich ganz einfach wegen Umsetzungen der Maschinen zwischen Postaemtern. Gaendert wurde auch in grossem Umfange bei Einfuehrung der Postleitzahl oder weil es gefiel Zusaetze wie "Reichsmessestadt", oder "Hauptstadt der Bewegung" etc. in den Stempeln hinzuzusetzen. Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt ist schliessich noch die Normung. Es wurde da der Anlauf unternommen, die verschiedenen Stempel im Muster des zuletzt gezeigten Duesseldorfer Stempels zu vereinheitlichen. Da wurden auch mal schnell in etlichen Staedten durch Einfuehrung der Normstempel neue Typen geschaffen.


    Die von mir gezaehlten 55 verschiedenen Typen alleine bei den Leipziger Bandstempeln kommen so schnell zusammen. Wie detaillert man diese Stempel sammeln will, wie detailliert man ueberhaupt sammeln will, ist dabei 100% Geschmackssache: Nur ein Duesseldorfer Stempel, alle verschiedenen Ub der Duesseldorfer Stempel, alle verschiedenen Typen aller verschiedenen Ub der Duesseldorfer Stempel etc.

  • @ Carolina Pegleg


    Bis zu 1000 Abschläge pro Minute :O_O:


    Deine Beiträge und auch die von Concordia CA zum Thema finde ich
    stark, hier kann man lernen!
    Nur am Rande:
    "Oberst Maucke" hat 17,50 Euro eingespielt ;)


    Gruß
    Ralf

    Einmal editiert, zuletzt von Inflajäger ()

  • Erst einmal ein Danke an die Beantworter der Fragen. Besser geht es nicht, anderen ein "Randgebiet" der Philatelie zu erläutern.


    Nun noch eine Frage:
    Alle hier gezeigten Stempel befinden sich auf normaler Post an meist der gleichen Stelle. Sonst wäre die hohe Durchlaufzahl auch nicht zu erreichen.
    Alle kennen die Briefe, wo bei Massenfrankaturen die nicht vom Maschinenstempel entwerteten Marken mit der Hand nachgestempelt wurden.


    Hier zeige ich ein Streifband, in dem sich eine Zeitung oder eine andere Drucksache befand. Eine Abstempelung per Maschine des Streibandes mit der Drucksache ist wohl auszuschließen. Also mußte es vorher geschehen. Aber ein hochkant eingelegtes Streifband ist alles andere als Normgerecht.


    Wurden die Poststücke in die Maschine manuell eigelegt, so das der Beamte bei verschiedenen Formaten der Poststücke, die Maschine anders als "normal" beschicken konnte?


    Mit besten Grüssen BaD

  • @ Carolina Pegleg


    Gut, dass du meine Erläuterung gerade gerückt hast. Manchmal weis man vor lauter Maschine nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Es lebe der deutsche Schachtelsatz!


    @ BaD


    Da Zeitungsstreifband ist interessant. Ist es nur auf der Vorderseite gestempelt oder sind auch die umgeschlagenen Teile von dem Stempel erfasst worden?


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA

  • Bei allen (?? meine jedenfalls so, Ausnahmen kommen mir gerade nicht in den Sinne) Stempelmaschinen, die einen automatischen Einzug hatten, erfolgte die Zufuehrung der Poststuecke auf dem kopfstehend von rechts nach links. Der Brief musste also von Hand so gedreht werden, dass die Marke unten links zustehen kam. Der Stempelkopf war stets kopfstehend montiert, so dass beim fertigen Produkt, wieder gerade gedreht, der Stempel richtig rum aussah.


    Also, das Streifband von BaD im Kopf mal so stellen, dass die Germania unten ist, dann die Zufuehrung nach links im Kopf nachvollziehen. Wie gesagt, der Stempel war in der Maschine kopfstehend montiert, damit er bei der Masse der normalen Briefe und Postkarten, dann richtigherum zu stehen kam. Auf diese Weise wurden die Papierstreifen abgestempelt und dann um die Zeitung rum geklebt. Voila.


    Edit: Ich habe geschrieben und BaD hat die Rueckseite gepostet. Dort ist kein Stempel, nur ein Abklatsch von der Stempelfarbe. Also waren die Schlaufen vor dem Stempeln schon zusammengeklebt und die Zeitungen wurden dann nur noch eingesteckt. Deshalb der Stempel nur auf der Vorderseite der Zeitungsschlaufe.

  • ich will auch diesen thread nicht so schnell vergessen !


    Eimal Bremen 1920 mit "Welle"


    vorinflationär aus Krefeld 1911 (der ging bestimmt bis INFLA)


    Und bei dem dritten wüsste ich gerne von CONCORDIA CA oder von Carolina Pegleg (die wohl über die nötige Literatur verfügen)
    ob das auch ein Maschinenstempel ist. Also quasi einer mit Slogan.
    Und ob der auch gelistet ist.


    Vielen Dank schon mal für eure bislang sehr geduldigen und ausführlichen Antworten !


    tigo

  • @ tigo


    Der obere Stempel stammt vermutlich von einer Universal-Stempelmaschine. Das Buch dazu ist, wie ich erfahren habe, gerade in Arbeit. Daher kann ich noch keine näheren Angaben zum Stempel Bremen *5aa machen.


    Beim mittleren Stempel ist leider ein wesentlicher Teil nicht auf dem Papierstück. Vermutlich handelt es sich um den Stempel Crefeld *1u Nr. 2 mit Stempelkopf 33 und Stempelband 46.1. Einsatzzeit 10.09.1908 bis 18.09.1911. Er hat also die Inflationszeit nicht mehr mitgemacht.


    Bei dem Stempel Mannheim *1* handelt es sich um einen frühen Maschinenwerbestempel, im internationalen Sprachgebrauch auch Sloganstempel genannt. Hierzu ist entsprechende Literatur für deutsche Stempelmaschinen ebenfalls Mangelware, so dass ich keine weiteren Angaben machen kann.


    Mit besten Sammlergrüßen
    Concordia CA