Brief aus 1885. "Durch Eilboten" in die Schweiz

  • Der gezeigte Brief wurde am 10.12.1885 nachmittags in Berlin aufgegeben und erhielt bereits am 11.12. in Zürich den Expeditionsstempel.


    Dazu einige Fragen:


    a) Bedeutete "Durch Eilboten" lediglich gesonderte Zustellung in Zürich, oder wurden derartige Briefe in irgend einer Form auch während des Transportes gesondert behandelt?


    b) Wie fand die Verrechnung derartiger Gebühren im internationalen Verkehr statt?


    Altsax

  • Lieber Altsax,


    die Reichspost versandte ihn, wie andere Poststücke auch, per Eisenbahn in die CH - er war nur im Beutel für Expreßbriefe.


    Dort wurde er mit besonderem Boten zugestellt.


    Hierfür wurden 25 Pfennig fällig, die die CH - Post von der Reichspost vergütet bekam (so war es jedenfalls bis 1875).


    Am Monats- bzw. Quartalsende wurden dann die gegenseitigen Forderungen verrechnet und in der Währung derjenigen Postanstalt, die Geld zu empfangen hatte, überwiesen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Zitat

    Original von Thaynger


    ob es sich hier um denselben François Wille handelt wie bei der Adresse?


    Gruss Thaynger


    Denke schon...


    Cool, der Vater von General Wille.
    "Eisern der Wille - Eisern die Zeit" sagte man damals.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Zitat

    Original von bayern klassisch
    die Reichspost versandte ihn, wie andere Poststücke auch, per Eisenbahn in die CH - er war nur im Beutel für Expreßbriefe.


    Lieber bayern klassisch,


    wenn es einen "Beutel für Expreßbriefe" gab, dann müßte der doch auch eine Funktion gehabt haben.


    Denkbar wäre beispielsweise, daß derartige Sendungen beim Umladen bevorzugt behandelt worden sind o.ä.


    Dazu müßten Dienstvorschriften existieren. Sind die bekannt?


    Liebe Grüße


    Altsax

  • Altsax:


    anmerken möchte ich noch, unabhängig vom Erhaltungszustand des Beleges, Eilbotenbriefe Postkarten aus der Zeit 1875-1900, also Pfennige, Pfennig und Krone/Adler sind selten!


    Glückwunsch zu dem Brief!


    Gruß


    PS. Hic Leones hat mir heute gemailt daß die CD's heute oder morgen zur Post gehen.

  • Lieber Altsax,


    "wenn es einen "Beutel für Expreßbriefe" gab, dann müßte der doch auch eine Funktion gehabt haben."


    "Denkbar wäre beispielsweise, daß derartige Sendungen beim Umladen bevorzugt behandelt worden sind o.ä."


    Bei den mir bekannten bayer. innerbetrieblichen Anweisungen wurden die Briefbeutel mit den Expreßbriefen immer oben auf transportiert, damit man


    1) sofort sehen konnte, ob überhaupt Expreßbriefe angekommen waren, und


    2) die empfangende Post sofort den oder die Boten damit losschicken konnte.


    Ob bei der Umspedition eine Beschleunigung durch das Vorhandensein solcher Briefbeutel vorgenommen wurde, weiß ich nicht. Ich halte es für nicht wahrscheinlich.


    Die Schnelligkeit der Post dieser Tage geht über die heutige im Auslandsverkehr oft hinaus; ich besaß mal eine gewöhnliche Postkarte, die in Neapel 1890 in den Briefkasten geworfen wurde, und die innerhalb von 26 Stunden in München bereits zugestellt worden war.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • erron

    Hat den Titel des Themas von „"Durch Eilboten" in die Schweiz“ zu „Brief aus 1885. "Durch Eilboten" in die Schweiz“ geändert.