25 Jahre Aktion "Menschen für Menschen"

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    Karlheinz Böhm kam 1928 als einziger Sohn des bekannten Dirigenten Prof. Dr. Karl Böhm und der Sängerin Thea Linhard zur Welt. Die Jugend verbrachte er in Darmstadt, Hamburg und Dresden, sein Vater leitete die Sächsische Staatsoper. Den zweiten Weltkrieg überstand er unversehrt in einem Schweizer Internat, dem Lyceum Alpinum Zuoz.


    Als Schauspieler weltberühmt und zum Schwarm zahlloser Frauenherzen machten ihn die von 1955 bis 1957 gedrehten drei "Sissi"-Filme, wo er an der Seite der unvergesslichen Romy Schneider den jungen Kaiser Franz-Joseph verkörperte. In den drei Jahrzehnten seiner Schauspielerkarriere wirkte Böhm in 45 Kinofilmen mit und feierte auch auf großen Bühnen beachtliche Erfolge.


    Mit einer Wette in Gottschalks TV-Sendung "Wetten, dass…?" am 16. Mai 1981 sollte das Leben von Karlheinz Böhm allerdings eine dramatische Wende nehmen.


    "Ich wettete also, dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer am Bildschirm einen Franken, eine Mark oder sieben Schilling für die Ärmsten der Welt spenden werde. Als Verlierer, sagte ich, würde ich selber in die Sahelzone gehen, um das hautnah zu erleben. Natürlich habe ich die Wette haushoch gewonnen. Von den geschätzten 18 Millionen Zuschauern sind "nur" gerade 1,2 Millionen DM gespendet worden...." so meinte Karlheinz Böhm später.


    Im Oktober 1981 flog Böhm erstmals nach Äthiopien und gründete unmittelbar am 13. November desselben Jahres die Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" in Deutschland, die seither unter seiner persönlichen Leitung steht.


    Das erste Projekt in Äthiopien betraf die Neu-Ansiedlung von 2000 Halbnomaden vom Stamm der "Hauiwa", die im Zuge der ständigen Kriegswirren im Land von allen verjagt und vertrieben in Flüchtlingslagern dahinvegetierten und zu Grunde gehen drohten. Gemeinsam konnten im Erer-Tal vier neue Dörfer erbaut und die Flüchtlinge dauerhaft angesiedelt werden.


    Unzählige Projekte sollten folgen, denn niemand konnte damals voraussehen, dass daraus eine der größten, privaten Hilfsorganisationen entstehen würde, die fast zwei Millionen hungernden und verarmten Bewohnern in Äthiopien Hilfe bei der Selbstentwicklung leistet. Ebenfalls nicht voraussehbar war der Umfang der Projekte: die Aufgaben reichen heute vom einfachen Brunnenbau bis zur Aufforstung ganzer Landstriche, von der Erosionseindämmung bis zur Gründung von Schulen, Mädchenwohnheimen und Krankenhäusern, von Frauen-Kleinstkrediten bis zu technischen Ausbildungszentren.


    Böhms auf der Sondermarke ebenfalls abgebildete Gattin Almaz Böhm war 1986 als Abteilungsleiterin für Viehzucht im Projektgebiet Erer tätig. Sie selbst war das sechste Kind des damaligen Stadtadministrators von Jijiga und Gursum im Osten Äthiopiens.


    Die EUR 1,-- Sondermarke der Österreichischen Post würdigt ein wirklich einmaliges Engagement eines "Menschen für Menschen". Die Marke ist seit 17. März 2006 im Vorbezug erhältlich und wird ihren Erstverwendungstag am 30. März 2006 haben. Die Auflage beträgt 800.000 Exemplare. Gedruckt wurde sie von der Österreichischen Staatsdruckerei im Rastertiefdruck.



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