"Oft brechen Welten zusammen"

  • "Oft brechen Welten zusammen"



    Viele Münzen sind ihr Geld nicht wert / Gespräch mit dem Numismatiker Markus Dehler



    Viele Münzen sollen ihr Geld nicht wert sein.


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    Foto: Michael Kapp



    mka. Große gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse bringen regelmäßig auch Geldmacher und Betrüger auf den Plan. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft werden zum Beispiel im großen Stil Gedenkmünze angeboten, die den Interessenten als wertvolle Anlage mit einer hohen Rendite angepriesen werden.


    Dem Raunheimer Markus Dehler, der seit über zwölf Jahren Briefmarken und Münzen verkauft, stehen bei solchen Angeboten, die sich teilweise den Anstrich geben, von der Bundesregierung initiiert zu sein, die Haare zu Berge. "Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten", rät Dehler, der den numismatischen Fachhandel damit in Verruf gebracht sieht. Viele Gedenkmünzen, wie zum Beispiel die offizielle deutsche Fifa-Silber-Gedenkmünze, sind demnach ihr Geld nicht wert.


    Zeitungen und Illustrierten wimmeln von solchen Angeboten, die teilweise auch als Postwurfsendung in die Haushalte schneien. Als Geldanlage, macht Dehler ummissverständlich deutlich, taugen solche Münzen nicht. "Zu mir kommen immer wieder Leute, die ganz stolz ihre Sammlung in bare Münze tauschen wollen". Ganz häufig handelt es sich dabei um Rentner, die ihr sauer Erspartes in Münzen angelegt haben und nun glauben, damit ordentlich Gewinn gemacht zu haben.


    "Ich traue mich häufig gar nicht den Leuten zu sagen, dass sie von cleveren Geschäftemachern hinters Licht geführt worden sind und ihre Münzsammlung nichts wert ist", lässt der Raunheimer wissen. Er erkläre dann meistens, dass er kein Interesse daran habe. Der Münz- und Briefmarkenhändler hat es ganz besonders häufig mit Rentnern zu tun: "Die wollen ihren Kindern was vererben". Wenn ich denen dann sage, was die Münzen wert sind, "brechen Welten zusammen".


    Der gelernte Einzelhändler hält das, was einige Anbieter, die sich sehr häufig einen äußerst seriösen Anstrich geben, anbieten, "hart an der Grenze des Betrugs". In Hochglanzbroschüren, die in ihrer Aufmachung an staatliche Mitteilungen erinnern, werden "offizielle Tauschaktionen" vorgetäuscht, an denen nur einer verdient. Die Leute werden dabei regelrecht hinters Licht geführt, macht Dehler deutlich.


    Als Beispiel für eine hohe Gewinnmarge wird in dem Prospekt für die FIFA-Münze die Gedenkmünze "Germanisches Museum" genannt. Diese ist nach Auskunft von Dehler im Jahr 1952 als erste Gedenkmünze der noch jungen Bundesrepublik für fünf Mark verkauft worden und besitze in der in der Tat heute einen Wert von 1250 Euro - allerdings habe die Auflage damals auch nur 200000 Stück betragen. Die FIFA-Gedenkmünze 2006, so ist in einem numismatischen Fachkatalog nachzulesen, ist jedoch in einer Auflage von vier Millionen hergestellt worden. Immerhin ist diese Münze als offizielles Zahlungsmittel zugelassen.


    Die Finger weg lassen soll man nach Meinung des Fachmanns auch von Medaillen, die jeder anfertigen und verkaufen darf. Als Beispiel nennt Dehler eine Medaille, die in der Werbung für 50,11 Euro verkauft wird. Deren Silberwert soll gerade einmal fünf Euro betragen. Dehler will niemand vom Sammeln abbringen, rät jedoch, das nicht als Anlage-, sondern lediglich als Sammelobjekt zu betrachten. "Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, der soll sich vorher besser mit dem Fachhandel in Verbindung setzen. Uns ist daran gelegen, den Leuten diese Erfahrung zu ersparen". Markus Dehler sieht durch die Methoden, die beim Verkauf von Münzen und Medaillen zur Anwendung kommen, eine ganze Branche in Verruf gebracht.



    Zitat

    Quelle / Artikel:

  • Hallo,


    da geht es so manchen Münzsammlern nicht anders als so manchen Briefmarkensammlern.


    Es ist mir allerdings etwas rätselhaft, wie man bei Sammelobjekten an eine gute und gewinnbringende Geldanlage glauben kann. Wenn man Sammelobjekte wirklich als Geldanlage nutzen will, braucht man das, was man bei jeder Geldanlage benötigt: Fachwissen.


    Ehrlich gesagt hält sich mein Mitleid aber etwas in Grenzen. Wenn Münzen oder Briefmarken sammeln immer eine Geldvermehrungsmaschine wäre, wie viele Münz- und Briefmarkensammler gäbe es in Deutschland? 80 Millionen?


    Jeder der sich auch nur ein wenig mit dem Thema beschäftigt, dem dürften sehr schnell Chancen und Risiken des Sammelns als Geldanlage klar sein. Wer sich nicht einmal so viel mit seinem Sammelgebiet beschäftigt, kann nur als von jeder Vorbildung unbelastet gelten. Wer investiert schon Geld in eine Sache, von der er nicht die geringste Ahnung hat, und das auch noch ohne jeglichen Rat von Experten?


    Anscheinend so viele, daß sich das Geschäft lohnt. Statt Mitleid für die "Betrogenen" möchte man man manchmal sogar fast die Verkäufer beglückwünschen. Talent haben sie jedenfalls, wenn sie es schaffen aus Sch**** zu Geld zu machen.


    Aber das wird sich wohl nie ändern, was der einen Generation die Heizdecken sind der nächste die Handy-Klingeltöne...


    Grüße,
    db

  • Zitat

    Original von db1201037
    Hallo,


    da geht es so manchen Münzsammlern nicht anders als so manchen Briefmarkensammlern.


    Es ist mir allerdings etwas rätselhaft, wie man bei Sammelobjekten an eine gute und gewinnbringende Geldanlage glauben kann. Wenn man Sammelobjekte wirklich als Geldanlage nutzen will, braucht man das, was man bei jeder Geldanlage benötigt: Fachwissen.


    Hallo db1201037


    Dem stimme ich auch zu. Ds Fachwissen wiederrum kann man sich anlesen oder mit gleichgesinnten austauschen. Die Literatur dazu kostet auch entsprechend :D . Nix ist umsonst und das wird sich in diesem Bereichen so schnell auch nicht ändern. Viele sindauch hier dem Irrglauben verfallen wenn sie sich nen paar Münzen anschaffen gelcih den Jackpot gezogen zu haben. Enttäuscht werden sie dann meist wenn sie diese dann verhöckern. Da sind sich beider Sammergebiete gleich :D. Ohne wissen kein Wert ! ,ganz einfach. Zugegeben das es ein paar "glücksritter" gibt die auf Dachbodenfunden ,Opas Sammlung oder "Erbmaterial" zugreifen können. diese haben aber auch dafür nichts Investiert .Denen ist da jeder Euro nur recht :D


    Zitat

    Original von db1201037
    Ehrlich gesagt hält sich mein Mitleid aber etwas in Grenzen. Wenn Münzen oder Briefmarken sammeln immer eine Geldvermehrungsmaschine wäre, wie viele Münz- und Briefmarkensammler gäbe es in Deutschland? 80 Millionen?


    Noch dazu müsste jeder Sammler dann direkt oder Indirekt "Millionär" sein(rein vom Sammlermasse betrachtet) ,was ja nicht stimmt :D


    Zitat

    Original von db1201037
    Jeder der sich auch nur ein wenig mit dem Thema beschäftigt, dem dürften sehr schnell Chancen und Risiken des Sammelns als Geldanlage klar sein. Wer sich nicht einmal so viel mit seinem Sammelgebiet beschäftigt, kann nur als von jeder Vorbildung unbelastet gelten. Wer investiert schon Geld in eine Sache, von der er nicht die geringste Ahnung hat, und das auch noch ohne jeglichen Rat von Experten?


    Glücksritter gibts viele.Nur wie ich schon erwähnt hab,nützt die seltenste Sammlung (egal ob Münze oder Briefmarke) nix wenn das Wissen dazu nicht da ist.


    Zitat

    Original von db1201037
    Anscheinend so viele, daß sich das Geschäft lohnt. Statt Mitleid für die "Betrogenen" möchte man man manchmal sogar fast die Verkäufer beglückwünschen. Talent haben sie jedenfalls, wenn sie es schaffen aus Sch**** zu Geld zu machen.


    Wären ja sonst keine Verkäufer wenn sie das nich schaffen würden :D. Es gibt auch viele leichtgläubige Menschen in unserer Zeit .Das wird leider oftmals ausgenutzt und dies wiederrum sehr zum Nachteil derjenigen die Geld dafür ausgeben. Letztendlich sind die die gewinner die die Marke oder Münze herausgebracht haben. Nicht derjenige der es gekauft hat.


    Zitat

    Original von db1201037


    Aber das wird sich wohl nie ändern, was der einen Generation die Heizdecken sind der nächste die Handy-Klingeltöne...


    Grüße,
    db


    Wo bleiben da die alten Knochen ? . Die in z.B. den Sammlerverinen großteils rumsitzen und schon längst eigentlich ins Altenheim müssten. Die die meinen da immer wieder zu Entkommen nur weil sie noch Fit genug sind den Wärtern zu entkommen ? =)


    (Nen Ironischen Witz gesetzt)

    Wer Schreibpfähler findet ,darf sie behallllten und selber anwändeeen.


    Fehliste CSSR Postfrisch,CSSR Postfrisch (Abstimmungsgebiet Ostschlesien) ,Böhmen und Mähren vorhanden (Datenbank,siehe Forum). Einfach mal reinschauen .