Marken Marke Eigendruck

  • Vor 60 Jahren kamen Frankenauer Notpostwertzeichen in den Verkauf


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    Stöbern in Katalogen: In ihrem Zuhause hat Lisl Exner zahlreiche Bücher, in denen auch die Frankenauer Briefmarken beschrieben sind.


    Frankenau. Einst waren sie nur Pfennige wert, die Frankenauer Briefmarken. Heute legen Sammler schon mal 500 Euro dafür auf den Tisch. 60 Jahre ist es am morgigen Montag her, dass die Marken erstmals verkauft wurden.


    Postwertzeichen, aus der Not geboren. "Nach dem Krieg waren Briefmarken knapp", erinnert sich Lisl Exner, gebürtig aus Frankenau. Die 85-Jährige lebt heute in Bad Wildungen. Ihr Mann, der 2003 verstorbene Walter Exner, hat die Marke einst gedruckt. Mit ruhiger Stimme erzählt sie, wie es sich vor sechs Jahrzehnten zugetragen hat.


    1946, eine Zeit des Mangels und Umbruchs. Alltagsdinge wie Briefmarken sind rar, auch hier, in der amerikanischen Besatzungszone. Der Postler in Frankenau beschriftet jeden Brief per Hand: "Gebühr bar bezahlt".


    Eine arg mühsame Arbeit, findet Walter Exner - Verleger, Kunstsammler und später mit seiner Frau Gründer des Asien-Instituts in Frankenau. Seine Idee: Ersatzmarken.


    Er findet einen Mitstreiter. Landarzt Dr. Wilhelm Brandes entwirft Marken zu 12 und 24 Pfennigen, dem damaligen Postkarten- beziehungsweise Briefporto, und fertigt den Bleischnitt dafür an. Walter Exner druckt die Marken bogenweise - per Hand.


    Und die Behörden geben grünes Licht: Als einzige nordhessische Gemeinde erhält Frankenau die Genehmigung, eigene Briefmarken herzustellen. Vier Wochen lang sind die Marken im Umlauf, als Postwertzeichen und als Gebührenzettel der Stadtverwaltung. Dann zieht die amerikanische Militärregierung die Genehmigung zurück.


    Bis dahin seien die Frankenauer Marken generell gültig gewesen wie jede andere deutsche Briefmarke auch, erläutert Christoph Hirschhäuser, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Aktie Philatelie mit Sitz in Frankenberg. Gültig waren die Notmarken also - fraglich war nur, ob ein Brief auch tatsächlich ankam. Der Postverkehr habe damals noch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, sagt Hirschhäuser. Welche Umwege die Post oft nahm, daran erinnert sich Lisl Exner. Verwandte ihres Mannes lebten damals in Wien - im sowjetisch verwalteten Bezirk. Dorthin direkt von Frankenau einen Brief zu schicken, sei unmöglich gewesen, erzählt die Zeitzeugin.


    Die Exners behalfen sich deshalb mit einem Trick: Sie schickten Briefe an einen Schulfreund Walter Exners, der in den USA lebte. Dieser Freund leitete die Briefe dann nach Wien weiter. Auf diesem Weg gelangte auch Post von Wien nach Frankenau - ein langer Weg.


    Erinnerungen aus einer anderen Zeit. Was damals mühsam war, geht heute ganz schnell und einfach - per E-Mail. Die Frankenauer Briefmarken aber bleiben bei Sammlern begehrt. Interessenten können ihr Glück bei Versteigerungen oder Händlern versuchen.


    Wie viele der Marken erhalten geblieben sind, weiß Lisl Exner nicht. Zwei Originale befinden sich noch in Familienbesitz. Und diese sind vor allem in einer Beziehung wertvoll für die 85-Jährige: als Erinnerung.



    Zitat
  • Erinnert mich irgendwie an Notzeitungszettel, ähnlich aus der Not raus geboren wo Marken Knapp waren.Aber das war lange vor 1945/46 :D


    Gruß
    Nugget.

    Wer Schreibpfähler findet ,darf sie behallllten und selber anwändeeen.


    Fehliste CSSR Postfrisch,CSSR Postfrisch (Abstimmungsgebiet Ostschlesien) ,Böhmen und Mähren vorhanden (Datenbank,siehe Forum). Einfach mal reinschauen .