Hi(n)ntergründe der Burghauser Marke

  • Kein Aprilscherz - Österreichische Briefmarke mit Burghauser Motiv gibt es als bunten Botschafter



    Burghausen (ede). Von wegen Aprilscherz! Nur Briefmarkensammler und Liebhaber von Burghauser Raritäten, die an einen Scherz auf der Seite Heimatwirtschaft glaubten, sind am Samstag reingefallen. Nicht nur die Burghausen-Briefmarken der Österreichischen Staatsdruckerei sind echt und zur Frankatur gültig, für Sammler gab es am Samstag vormittag im Hotel Post am Burghauser Stadtplatz, wie in Heimatwirtschaft angekündigt, tatsächlich ganze Bögen zu erwerben, um eine „Burghausen-Sammlung“ komplett zu haben, wenn heuer im Sommer die Brief-Marke der Deutschen Bundespost erscheint. Immerhin, vom österreichischen Kleinbogen zu je 20 Marken wurden nur 50 Exemplare hergestellt.


    Zugegeben: Im Artikel, der am Samstag auf der Seite Heimatwirtschaft erschien, war anscheinend ein bisschen dick aufgetragen. Die Ankündigung: Verkauf am 1. April; Aufdruck auf dem Markenbogen: „1. 4. 2006“ und dann noch als Verkaufslokal das Hotel Post am Stadtplatz - das klang doch nach allzu deutlichen Hinweisen auf einen Aprilscherz.
    Tja, der Scherz war indirekt. Dennoch besteht noch eine kleine Möglichkeit für Sammler: Wer am Samstag verhindert war, hat noch eine kleine Chance: Sechs Bögen sind noch nicht verstellt. Sie können noch in der Redaktion Heimatwirtschaft in Altötting erworben werden. Das Angebot ist freibleibend, Zwischenverwertung vorbehalten!
    Wie kommt es zu den österreichischen Briefmarken mit Burghauser Motiv: Eigentlicher Bestimmungszweck der voll zur Frankierung von Briefen in Österreich und von dort aus in alle Welt gültigen Briefmarken ist, als Werbeträger unterwegs zu sein, als bunter und gezackter Botschafter. Sie sollen nicht nur für Burghausen ganz allgemein werben, sondern auch im österreichischen Hinterland der Salzachstadt auf die in Kürze freigeschaltete Seite im Internet „ - die es für Deutschland natürlich auch mit der Domain-Endung .de geben wird - hinweisen.
    Und was verbirgt sich nun
    dahi(n)nter? Im Mai wird es eine Neuauflage des Regional-Magazins „HinnterlandŽ“ geben, das im vergangenen Jahr auf der Handwerksmesse in München seine Premiere hatte. Die Redaktion dieses Magazins liegt bei der Heimatwirtschaft, das Anzeigen-Marketing bei Petra Huber von der Oberbayern Presse GmbH (Tel. 08631/3963-13 oder per eMail: petra.huber@pnp.de)
    Heuer erscheint das Magazin zur Chemie-Messe ACHEMA in Frankfurt neu. Der Magazintitel „HinnterlandŽ“ ist mehr als nur ein Wortspiel aus den Wörtern „Hinterland“ und „Inn“. Das Blatt wird vor allem außerhalb der Region verbreitet und setzt emotional und ganz bewusst bei den Vorurteilen der Leser außerhalb unserer Region, in den Zentren München und Salzburg an, um sie über erstaunliche Geschichten in das Land an Inn und Salzach zu führen.
    In die Verteilstrategie sind heuer unter anderem verkehrsgünstig gelegene Tankstellen in Südbayern, vor allem in München einbezogen, der Großflughafen München, dazu Institute an der Technischen Universität München (TUM) und an der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München - hier zum Beispiel am Institut für Wirtschaftsgeografie.
    Aber was hat das mit der Burghauser Briefmarke zu tun? Vieles: Beides sind ungewöhnliche Ansätze aus der Heimatwirtschaft, um auf eine Idee und eine Region aufmerksam zu machen - schnell, unkompliziert und auch mit Emotion behaftet.
    Außerdem hatte „HinnterlandŽ“ in der Erstausgabe im vergangenen Jahr den Briefmarken-Entwurf von Jonny Petry, den jetzt die Österreichische Staatsdruckerei realisiert hat, als Favorit für eine Burghausen-Marke vorgestellt. Warum also nicht noch eins draufsetzen, der Realisierung ein bisschen nachhelfen und die Briefmarken-Aktion als vermeintlichen Aprilscherz verpacken?
    Den letzten Anstoß zur Aktion, wenngleich unbeabsichtigt, gab übrigens Burghausens Bürgermeister Hans Steindl heuer am politischen Aschermittwoch der Stadt vor Wirtschaftsvertetern und Politikern im Bürgerhaus: „Neues wagen“, sagte er, „ungewöhnliche Weg gehen und Risiken auf sich nehmen“.
    Heimatwirtschaft hat die Anregung wörtlich genommen und mit „ auf dem Bogenrand der Marken mit Hilfe der Österreichischen Staatsdruckerei und der Österreichischen Post umgesetzt - unkompliziert, schnell und auf kurzem Weg.
    Dass die Werbe-Idee funktioniert, zeigte eine nette Überraschung des Salzburger Flughafen-Managements vor wenigen Tagen bei den „European Aviation Days“ auf Schloss Urstein in Puch. Mehr in einer der nächsten Ausgaben von Heimatwirtschaft.



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