Ansbachbriefe 1799

  • Hallo alle.


    Ich habe hier 2 Briefe von Ansbach nach Mergentheim 29 oktober 1799 und Bamberg 30 april 1799. Absender ist Königlich Preussischer Kriegs und Domainen Kammer wie es auf die Siegeln steht.
    Die beiden sind auf "15 Kreuzer Briefpapier" aber die 15 kreuzer stempeln sind nicht ganz enlich.


    Sind die Briefe als Fahrpost zu rechnen?
    Unten links ist etwas in rot geschrieben, was steht da?
    Hoffentlich kan jemand helfen.

  • Hallo Nils,


    ja, beides sind Fahrpostbriefe. Diesen Stempel von Ansbach gibt es nur kurze Zeit im 18. Jahrhundert als Briefpoststempel - aber da sind wir dann vierstellig im Preis, also nicht wie hier.


    Beim 1. Brief steht unten links:


    3 fl. 18 xr. Rhein. Auslag p. Kaiserl. Reichspost in Ansbach
    13 xr für die Auslösung
    237.3.31 xr. Auslag


    Beim 2. Brief steht unten links:


    3 fl. 23 xr. Rhein. Ausl. von Kayserl. Reichspost in Ansbach
    53 -- 5 x für die Ablosung
    2 f 28 x.


    Schöne Briefe, auch wenn es nicht mein Gebiet ist.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Nils,


    die Gebühren für die Verwendung von amtlichem Stempelpapier waren dem Empfänger zu belasten - bei deinen Briefen wurden die 15 Kreuzer somit ein Teil des Gesamtbetrages, der vorne notiert wurde.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Besten Dank BK


    Darf ich auch fragen warum es ein Stempelpapier gab, welche Zweck es hatte?
    Hatte man überall in die altdeutsche Staaten solche Stempelpapiere benutzt oder war es nur für Preussen typisch?


    Viele Grüsse

  • Hallo Nils,


    diese Stempelpapiere kamen in ganz Deutschland (und darüber hinaus) vor.


    Sie waren gestaffelt, je nachdem, worum es ging und wie hoch der Wert war. Bei einem Grundstückskauf über 1.000 Gulden war natürlich weniger zu bezahlen, als bei einem Kauf über 50.000 Gulden. Das erste konnte 5 Gulden kosten, das zweite 20 Gulden. Die Arbeit für die Behörde war die gleiche.


    Die Verwaltungsvorschriften legten fest, wieviel zu fordern war, also welches Stempelpapier zu benutzen war. Freie Entscheidungen kannten die Beamten nicht.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Dann ist wohl auch Stempelpapiere ein Sammelgebiet.
    Warum nicht diese Briefe sind ganz schön, und erzählt auch eine interessante Geschichte. Hoffentlich lese ich die Briefe diese oder nächste Winter ohne Probleme(?). Ich habe es auf jeden fall vor es zu schaffen.


    Viel Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ja, du hast Recht, das ist ein eigenes Sammelgebiet. Es gibt eine ARGE Fiskalmarken, die sich sehr mit diesen Sachen beschäftigt, und die interessante Rundbriefe herausbringt.


    Es ist wichtig, sich die alte Schrift anzueignen - gerade wenn man Altdeutschland sammelt (nicht nur Märkchen :D), dann muss man lesen können, was man sammelt.


    Du wirst das aber schaffen - wenn es Probleme gibt, kann man dir hier sicher weiter helfen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch