Sammler und Jäger auf der Pirsch

  • Wochenende 33 000 Besucher an - Für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei


    Stuttgart - Als wahres Sammlerparadies erwies sich das Messesextett auf dem Killesberg: Von der Angelrute, über die Briefmarke bis hin zum Zinnbecher in den Hallen gab es am Wochenende fast nichts, was es nicht gibt. 33 000 kauffreudige Besucher zählten die Veranstalter 9000 mehr als noch im Vorjahr.


    Von Andrea Eisenmann
    Harald Eibner braucht an diesem Tag vor allem eins: Viel Platz. Denn der Schweizer möchte auf der Anglermesse seinen Zuschauern die hohe Kunst des Fliegenfischens nahe bringen. Mit einem Schwung wirft er die meterlange Leine nach hinten und wieder nach vorn in das aufgebaute Becken. Mit der rechten Hand halte ich die Rute ganz locker, die ganze Arbeit macht die linke, informiert er die Hobbyangler, die sich anschließend in Scharen mit Fliegenruten, Fliegenschnüren und künstlichen Fliegen eindecken.


    300 Sorten von Steinen liegen am Stand von Sigari Gartung. In verschiedenen Formen, in allen Farben gibt es sie und jeder von ihnen strömt eine ganz besondere Wirkung aus. So helfen die schwarzen Apachentränen bei Magen- und Darmproblemen, wer emotionale Spannungen abbauen möchte, ist mit den Mondsteinen gut beraten. Viele Kunden nennen uns ihre Beschwerden und wir helfen ihnen dann, den richtigen Stein zu finden, sagt die Thüringerin, die bereits seit Jahren auf der Messe auf dem Killesberg mit dabei ist.


    Durch ihre ungewöhnliche Kleidung fallen Stefan Osterwetter und Michael Pfahler bei der Waffenbörse (IWB) auf. Beide tragen graue Uniformen aus dem Jahr 1918, und zwar hessische. Das erkennt man an der großherzoglichen Krone und den Herrscherinsignien, sagt Pfahler und verweist auf das Abzeichen an seiner Schulter. In dieser Kleidung seien sie sonst auf der Elsäßer Festung Mutzig zu bewundern. Wir zeigen Besuchern und Schülergruppen, wie das Leben der Soldaten damals ausgesehen hat. Auch als Darsteller standen sie öfters vor der Kamera, zuletzt in einem Film über den roten Baron, Manfred Freiherr von Richthofen.


    Aus dem Jahr 1977 ist das älteste Mickey Maus-Heft, das es am Stand von Carsten Theurer käuflich zu erwerben gibt. Die Sammler sehen erst nach der Nummer und in welchem Zustand das Heft ist. Schüler hingegen würden sich nach dem Titelbild entscheiden. Wenn es lustig ist, wird die Zeitschrift gekauft.


    Das Rattern der Märklin-Eisenbahnen aus den 1930er Jahren ist für Karlheiz Ahnert Musik in den Ohren. Spur 0, sagt er, während er den gemächlich im Kreis fahrenden Kleinfahrzeugen zusieht. Auch wenn man bereits 70 Jahre alt ist, der Spieltrieb kommt bei mir immer wieder durch, sagt er lachend.


    Strahlende Gesichter auch bei den Veranstaltern, schließlich ist mit mehr als 1000 die Zahl der Aussteller deutlich höher als im Vorjahr. Auch die Besucherzahl sei sehr erfreulich. 33 000 Sammler nahmen das Angebot wahr, suchten und fanden, feilschten und kauften, so Sprecherin Sabine Armbruster.




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