Von ihm sind 125 Briefmarken

  • Grafiker Jochen Bertholdt wird heute 70


    Die Einladungskarte zu Jochen Bertholdts heutigem 70. Geburtstag verrät Interessen und eine tragende Säule seines beruflichen Schaffens: Oben hat der Jubilar eine Briefmarke mit einer 70 platziert. Das ist ein Hinweis auf seine Geburt vor 70 Jahren in Leipzig, wo er eine Druckerlehre absolvierte, der sich eine fundierte grafische Ausbildung anschloss. Seit 1968 ist er als freiberuflicher Gebrauchsgrafiker tätig.


    125 Briefmarken gab die Deutsche Post von Jochen Bertholdt heraus, fünfmal wurde sein Entwurf zum schönsten des Jahres gekürt. Für dieses Arbeitsfeld steht die Briefmarke. Dann findet sich eine Lok auf der Einladung, denn Jochen Bertholdt hat eine Leidenschaft für Züge und Modelleisenbahnen.


    "Sobald er einen Auftrag bekommt, fährt er mit dem Zug dort hin. Einerseits, weil er das Zugreisen liebt, andererseits, um Atmosphäre einzufangen", erzählt der Lütten Kleiner Ludwig Heine, ein langjähriger Freund des Grafikers. Die Freundschaft zwischen den beiden Ehepaaren entstand über eine NNN-Geschichte im Jahre 1995, wo der Grafiker auf den Videoexperten aufmerksam wurde. Zu den Träumen, das Thema Eisenbahn betreffend, gehört eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Außerdem besitzt Jochen Bertholdt eine größere Sammlung von Eisenbahnmodellen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Bücher "Schiffe und Schifffahrt von morgen", "Express ins dritte Jahrtausend" und Atlas Weltmeer".


    Jochen Bertholdt gilt als äußerst akribisch Arbeitender, er ist Frühaufsteher, ein geduldiger und bescheidener Zeitgenosse, zu dessen Ausrüstung Skizzenblock und Kamera gehören. Bei Spaziergängen und auf Reisen bleibt er oft zurück, um einen Eindruck, eine Stimmung, Landschaft oder Gebäude mit dem Stift zu konservieren. Zu seinen Hobbys gehört das Reisen. Er war in Mittelasien, Kuba, Spanien, Ägypten, Österreich, Skandinavien und in den USA. 2001 ging er auf Weltreise nach Singapur, China, Australien und in die USA. In diesem Jahr erfüllt er sich mit der Reise nach Japan einen Traum.


    Trotz großer beruflicher Erfolge, zweimal erhielt er den Designpreis von Mecklenburg-Vorpommern, ist Bescheidenheit ein Wesenszug unseres Lesers Jochen Bertholdt. Abgehoben war er nur ein paar Jahre auf eine Weise, die nichts mit Überheblichkeit zu tun hatte: Da lebten Inge und Jochen Bertholdt oben auf einem Windmühlen-Hochhaus in Lütten Klein. "Meinen Leuchtturm nannte er diese Wohnung, deren Ausblick er liebte."



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