Ganzsachen Alliierte Besetzung, Löbau usw.

  • Auf dem Scan ein paar ungebrauchte GS aus der Zeit Allierte Besetzung.
    Dabei auch eine Karte mit einer sogenanten Dutschke-Schwärzung aus Löbau.
    Meine Frage: Ist die Annahme richtig, dass diese Ganzsachen in ungebrauchter Form nicht selten, sondern eher häufig sind?


    Ich habe leider keinen GS-Katalog von Deutschland und wäre deshalb für Aufklärung dankbar.


    ubahuga :D

  • Hallo ubahuga ,


    die Ganzsachen sind folgende Sorten:


    1. Reihe Schwärzung aus Löbau (fehlen mir Unterlagen) und Ostsachsen P 8 (je nach Farbe 20 / 200 EUR)


    2. Reihe noch eine Ostsachsen P 8 und eine Thüringen P 13 (3 EUR)


    3. Reihe Berlin/Brandenburg P 4 (je nach Kartonfarbe 3 - 25 EUR) und P3 (je nach Kartonfarbe 3 - 15 EUR)


    Die Angaben zu den Preisen sind aus dem Ganzsachenkatalog von 2005, werden sich aber in den drei Jahren sicher nicht drastisch geändert haben.


    Bei den Ganzsachen aus provisorischer Produktion ist es oftmals so, daß echt gebrauchte Karten, versehen mit viel Text und nicht nur irgendwelchen Grußfloskeln, die an Nachbeschriftung erinnern, besser sind. Das drückt sich nicht unbedingt in drastisch höheren Bewertungen aus, lehrt aber die Marktbeobachtung.
    Trotzdem würde ich diese Karten nicht unbedingt als Massenware ansehen. So häufig wie die ungebrauchten Karten aus dem Kontrollrat werden Deine Stücke nicht angeboten.


    Gruß
    KJ

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Hallo ubahuga


    Zu der Schwärzung aus Löbau steht im Michel Ganzsachenkatalog 2007 folgender Text:


    Das Postamt Löbau überstempelte Ganzsachen wie auch Briefmarken noch nach Ende der Kursfähigkeit bis November 1945. Diese illegalen Nachdrucke, die häufig mit rückdatierten Stempel versehen wurden, können nunmehr von Originalen aus der Kurszeit unterschieden werden. Neue Prüfung wird empfohlen.
    Gültig waren die Postkarten bis Ende Juni 1945. Eine Auflagenzhal ist leider nicht angegeben.
    Ich gehe davon aus, daß es sich bei Deiner Karte um die P 314 I vom Deutschen Reich handelt. Diese ist die teuerste der 5 Aufdrucke und steht mit 67,50 € im Katalog.


    Die Karten von Berlin/Brandenburg gibt es in 5 verschiedenen Varianten:
    P3a gelblich, dünn glatt; b rahmfarben, matt; c sämisch, glatt; d hellgrau, glatt; e bräunlichsämisch, dicker Karton vorderseitig rauh, rückseitig glatt.


    P4a rahmfarben, glatt; b rahmfarben, rosa getönt, matt; c hellgelb, rauh; d sämisch, glatt; e Karton wie P3e.


    Die teuersten sind jeweils die Version a P3 = 15,00/45,00 €
    P4 25,00/24,00€.


    Auflagenzahlen sind auch hier nicht angegeben.
    Von beiden Karten gibt es auch noch welche mit einem Werbeaufdruck zur Werbemustermesse in Berlin-Köpenik in verschiedenen Farben, hierfür wird in Klammern der Betrag von 9,00/9,00€ angegeben. Ich nehme an als Aufschlag auf den normalen Katalogpreis.


    Die P8 von Ost-Sachsen gibt es in den Farben a grün 20,00/30,00€ und b olivgrün 200,00/2000,00 € für bedarfsgerechte Stücke ohne Zusatzfrankatur, sonst ca. 40%.
    Auflage P8a 602590 P8b 650 Stück.


    P13 von Thüringen steht mit 3,00/11,00 € im Katalog und hatte eine Auflage von 1 650 000, ist also relativ häufig.


    Gruß findus

  • Jetzt bin ich aber voll erstaunt und natürlich auch freudig überrascht, über diese Erläuterungen, welche manifestieren, dass es sich entgegen meinen Einschätzungen nicht um Massenware handelt.


    Herzlichen Dank Kontrollratjunkie und findus ! :)


    Im Anhang als Erstes mal die Dutschke-Schwärzung etwas detaillierter. Ich hoffe, dass die Farbe einigermassen naturgetreu rüber kommt.


    Es folgen später noch weitere Scans, vor allem von der Ostsachsen P8.


    ubahuga :D

  • Von der Ostsachsen P8a oder P8b habe ich mehrere Exemplare. Ich tendiere eher zu grünoliv, zumindest ist es nicht lupenrein grün. Wobei die Frage ist, ob sie in dieser Art überhaupt unter die Leute kamen oder kommen durften. Denn ...
    Die andern gezeigten Karten von Berlin, Thüringen und auch die Geschwärzten habe alle präzis dasselbe Format.


    Bei den Ostsachsen varriiert das aber vom analogen Format zu den Vorgenannten; dann hat es welche die unten etwas schief geschnitten sind, solche bei denen der Druck sehr nahe am oberen Rand ist, sowie auch noch solche mit Ueberrand und zum Teil nicht geschnitten, sondern gerissen.


    Ist das üblich für diese Karten oder handelt es sich da um Ausschuss? Auschuss, der vielleicht in den Auflagezahlen gar nicht enthalten ist? Steht diesbezüglich etwas im GS-Katalog?


    ubahuga :D

  • Hallo ubahuga


    Die Schwärzung aus Löbau ist nicht wie von mir vorher beschrieben die Urkarte P 314 I vom Deutschen Reich, sondern die P 314 II mit Propagandaaufdruck. Diese ist bei Löbau unter der Katalognummer P A09 katalogisiert und steht im Katalog mit 15,00 € ungebraucht und 250,00 € gebraucht.


    Bei der P8 von Ostsachsen ist im Michel folgendes vermerkt:


    Formatdifferenzen sind normal und häufig, da die Postkarten in 25er Bogen an die einzelpostämter geliefert und zumeist erst unmittelbar vor dem Verkauf geschnitten wurden. Es wurden auch Ganzbogen freiverkauft. Aus diesen wurden von privater Seite sogenannte Fehlschnitte hergestellt, die durchweg üble Machwerke zum Schaden der Sammler sind.


    Gültig war die Karte bis 31.10.1946




    Gruß Findus