Tauschbörse der Philatelisten und Numismatiker im Kulturzentrum

  • Neues Gebiet: Einkauf-Chips


    Tauschbörse der Philatelisten und Numismatiker im Kulturzentrum


    RATHENOW Lange sind die Zeiten vorbei, als man mit Gulden bezahlte oder seine Post mit Briefmarken frankierte, welche kämpferische Symbole der DDR zierten. Und doch erfreuen sich solche Objekte bei Numismatikern und Philatelisten größter Beliebtheit. Das erklärt auch das große Interesse der Sammler an der Münz- und Briefmarkentauschbörse am Karfreitag im Blauen Saal des Kulturzentrums.


    "Diese Tauschbörse ist eine Tradition, die schon seit 35 Jahren besteht", so Jürgen Mai, Verantwortlicher der Fachgruppe Philatelie Premnitz im Brandenburger Kulturbund. "Ein besonderes Anliegen dabei ist, die Jugend anzusprechen, sie für dieses Hobby zu begeistern. Die Resonanz der Jugendlichen ist in Rathenow noch recht schwach, in Premnitz dagegen schon recht gut." Nach den Worten Jürgen Mais wissen viele Leute gar nicht, was sie zu Hause für Briefmarken und Münzen liegen haben. Gerade diese Zielgruppe soll angesprochen werden, jene Leute seien herzlich eingeladen, sich bei der Fachgruppe Philatelie oder Numismatik beraten zu lassen. Dabei gehe es nicht ums Geld, Briefmarken seien heute keine große Wertanlage mehr. Es sei denn, man besitzt die legendäre "Blaue Mauritius".


    Alle Zähne sollte sie haben, es dürfen keine dünnen Stellen drin sein, und auf welche Art sie gestempelt ist, das sind die entscheidenden Kriterien, nach welchen die Briefmarkenfreunde die kleinen Postwertzeichen kaufen oder tauschen. So wurde am Karfreitag begutachtet, gefeilscht und aktuelle Kataloge gewälzt.


    Auch Ansichtskarten und adressierte und frankierte Briefumschläge aus aller Welt waren im Angebot. Besonders interessant für Sammler: die "FDC's", "First Day Cover", Ersttagsbriefe, von denen ein Sammler aus Berlin ganze Kartons dabeihatte. Während die Philatelisten nach Marken suchten, spähten die Numismatiker nach den Objekten ihrer Begierde: Münzen, möglichst alt, möglichst selten und möglichst gut erhalten.


    Von der Rupie über den Gulden bis zur Reichsmark, von Heller bis Pfennig, das Angebot war enorm. Ein Händler aus Berlin hatte wertvolle Stücke dabei. Ein Fünf-Reichsmark-Stück von 1888 mit dem Konterfei Wilhelms II. war für 800 Euro zu haben. Dagegen war das 20-Heller-Stück von 1916 mit 100 Euro schon ein echtes Schnäppchen. DDR-Geldscheine, Reichsbanknoten, Not- und Inflationsgeld, Orden und Abzeichen, selbst Müllmarken waren zu finden.


    Ein relativ neues Sammelgebiet: Einkauf-Chips, jene kleinen bunten Stücke, die man bei jedem Supermarkteinkauf braucht, haben Sammler für sich entdeckt. Bedruckt mit Logos von OBI, Campari oder Arcor, waren sie ebenfalls zu haben und werden wohl größtenteils in Sammlervitrinen verschwinden, statt ihrem vorgesehenen Zweck zugeführt zu werden. Die traditionelle Tauschbörse der Premnitzer Fachgruppen Philatelie und Numismatik dürfte auch weiterhin ein wahres "Eldorado" für Freunde derartiger Sammelobjekte sein.




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