Flohmärkte -Wie sind eure Erfahrungen?

  • Heute war mal vor meiner Tür wieder ein Flohmarkt und nach vielen Jahren bin ich mal wieder darüber geschlendert und an dem einzigen Briefmarkenstand hängen geblieben.
    Nun bin ich zu Hause und muss feststellen, schade um die alten Zeiten.


    Drei nette Briefe waren meine Beute (bzw. Stempelbriefe /-karten), vorallem eine für meine EVK Sammlung *freu* ;)


    Trotzdem vermisse ich jetzt shcon die alten Zeiten. Kann mich noch gut daran erinnern, wo man mit Pinzette sich die Alben shcnappte und stundenlang die Groschenmarken daraus zückte.
    Heute? Nur noch Deutsch nach Katalognrm sortiert und als Einzelmarken erhältlich. Rest höchstens als Sammlungen.
    Tja, als Kind oder Jugendlicher ziemlich abschreckend...... schade, schade.


    Ist es bei Euch auf den Märkten genauso?


    Gruss,


    Coki

  • Durchwachsenes Bild bei uns im Ruhrgebiet.


    Auf den meisten größeren Märkten gibt es einen Profistand. Die handeln mit allem was nicht niet- und nagelfest ist und sind sich nicht zu Schade bei der kleinsten Möglichkeit zu bescheißen.
    (Bsp.)
    Ich: "Was soll die Lettland Postkarte da kosten"
    Händler: "30 Euro"
    Ich: "Das ist aber ein bischen viel, oder?"
    Händler: "Nee, sind nur 30% Katalogwert"
    Ich: "Ah, ja..."


    Ich kenne keinen Katalog mit Briefbewertungen für Lettland. Aber wenn man danach geht das die Frankatur nur ein paar Michel-Cent Wert hatte...


    Ab und zu Haushaltsauflöser mit ein paar Alben mit Wertlosem Inhalt für 5-10 Euro. Stammen aber in der Regel wirklich aus Haushaltsauflösungen und man sollte sich die zeit nehmen einen Blick darauf zu werfen.


    Aber ich hatte in den letzten Jahren des öfteren erfreuliche Einzelfunde bei Leuten die tatsächlich für 0,10 Euro pro Marke verkaufen und das für meine eher ausgefallenen Sammelgebiete.
    (Bsp.)
    In Bochum bei einem älternen Deutschlandsammler eine Zemstwo für die ich auf ebay bestimmt 6.- Euro bezahlt hätte
    In Essen bei jemanden, der sich die Zeit genommen hat Opa's Sammlung einzeln zu verkaufen, eine Marke mit seltener Postbootstempelung.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Mein letzter Besuch auf einem Flohmarkt ist schon ne ganze Ecke her.
    (Für Insider Parkdeck Sommerkamp Ecke Alsterdorfer Strasse in Hamburg.)
    Angebot war sehr mau und von schlechter Qualität. Habe ein paar Steckkarten Afrika und etwas DR mitgenommen und mich zu Hause geärgert.
    Was solls.
    Dann werde ich wohl beim nächsten mal nach Steilshoop und Coki die besten Sachen wegschnappen :]

  • In der heutigen Zeit finde ich kaum noch was. Es sind nur noch Einzelfälle und die betreffen noch nicht mal mein Sammelgebiet. Wenn ich keine Marken, Briefe oder Postkarten finde, konzentriere ich mich auf meine anderen Interessen.


    Besser findet man bei Geschäften die Haushaltsauflösungen machen. Hier ein paar Beispiele:


    Ein Umzugskarton und ein Briefealbum "Österreichische Weihnachtspost 50er-70er Jahre" für 115 €. Die Weihnachtspost für 700€ verkauft. :D


    Beim gleichen Auflöser: Vier dicke Aktenordner mit alten Marken für 100€. Spitzensammlung.
    1 Album + 40 Belege. Dabei waren 3 Postlagerkarten frankiert mit Heuss bzw. Posthornmarken. Super selten! Alles für 80€. Allein die Postlagerkarten haben ca. 2000€ gebracht.

  • Also wenn ich in Köln-Godorf über einen der groß angelegten Flohmärkte (bei IKEA oder METRO) laufe, dann finde ich mit Glück 3-4 Leute (von rund 500 Ständen), die Briefmarken verkaufen.
    Davon hat dann natürlich nur einer Marken aus Altdeutschland (Baden). Allerdings ist die Durchschnittsware meist preislich viel zu hoch angesiedelt (meist 100% MICHELpreis).


    Ich gehe aber trotzdem hin und guck mir die Marken an. Es gibt ganz schön seltene Abstempelungen, die die Leute natürlich nicht kennen. Genau die picke ich mir dann raus und handel den Preis noch runter.
    Mit ein bisschen Glück findet man dann auch noch preislich falsch ausgeschilderte Steckkarten, habe eine Steckkarte mit 7 Marken und verschiedenen Stempeln zum Preis von einer einzelnen Marke auf anderen Steckkarten mitnehmen können.


    Leider sind das nur Einzelfälle, meist haben die Flohmärkte keine Altdeutschland-Breifmarken zu bieten.


    Gruss
    Denis

  • In Wien gibt es eine Reihe größerer wöchentlicher Flohmärkte. Marken sind allerdings stark unterrepräsentiert. Am Naschmarkt (Samstag Vormittag) gibt es vielleicht zwei bis vier Gelegenheiten (wobei: Vorsicht)!


    Am Liesinger-Flohmarkt (ist jetzt umgezogen) waren auch immer drei bis vier Anbieter (teils mit gutem Material und akzeptablen Preisen).


    Die restlichen Flohmärkte bieten eher zufällig Marken zum Verkauf...Ausnahme vielleicht noch jener beim Zentralfriedhof am Sonntag....allerdings eher schlappe Massenware.


    Meiner Erfahrung nach, bekommt man das billigste Zeug noch immer auf den Flohmärkten zum günstigsten Preis, das mittlere Segment ist völlig weggebrochen und ist eher bei e-bay zu finden.


    Wirklich gutes Material findet man nur noch bei Tauschbörsen, oder Auktionen (mit entsprechend höheren Preisen). Zudem mußte ich leidvoll feststellen, daß die Lose der Auktionshäuser auch nicht mehr so einfach kalkulierbar sind. Erst im letzten Monat gab es im Dorotheum nur Schrottlose um viel zu hohe Ausrufungspreise. Uninteressant! Diese Woche beim Puschmann (ÖPHILA-Auktion) waren hingegen sehr gute Lose viel zu niedrig angesetzt; ich konnte anhand der Ergebnisliste nur noch staunen um wieviel Prozent meine Gebote zu niedrig waren.


    Na, ich bin gespannt wie die nächste Dorotheum-Auktion verläuft, das Angebot im Katalog schaut ja diesmal nicht so schlecht aus.

  • Bin auch öfters auf Flohmärkten unterwegs, in Berlin gibt es ja genug.
    Ich finde ja, Händler haben auf Flohmaärkten nichts zu suchen.
    Die haben meist Ihre Festpreise und lassen kaum mit sich handeln.
    Sind eigentlich nur auf Dummenfang aus
    Der Sinn des Flohmarktes ist doch, mit den Leuten zu feilschen
    um den günstigsten Preis zu erzielen.
    Die Händler haben das anscheinend nicht nötig. Manchmal klappt es
    ja auch bei ihnen, aber selten.
    Und die anderen, die Opas Briefmarken verkaufen wollen denken,
    sie haben wer weiß was für Schätze.
    Beispiel: Da hatte einer eine Kiste mit Briefen und wollte für jeden
    50 cent. Ich weise ihn darauf hin das es früher 1 DM gewesen sind
    und dafür kaum weggegangen wären. Soll er lieber für 25 cent an
    bieten. Habe ihm meine Tel.Nr. dagelassen und gesagt, falls er nichts
    los wird kann er mich anrufen.
    Eine Woche später klingelt das Telefon, wir haben dann einen Preis
    ausgehandelt, und jeder war zufrieden. :]

    Suche immer Berlinstempel auf Marken und Belegen, Bitte alles anbieten

  • Mir ging es weniger darum, ob man gross was "billiges" abgreifen kann.
    Ich finde, das einfach von der ehemaligen Stimmung, wie ich sie als Jugendlicher in den 80er noch erlebt habe, nichts mehr von übrig geblieben ist.


    Ich meine, schon in 80er waren es zumeist ältere Herren, die in den Alben wühlten, aber damals wühlten halt immer noch ein paar Jugendliche mit. Zückten beide ihre Pinzette und kleines Plastikschälchen und reichte die gerade durchgesuchten Alben an den nächsten wartenden weiter, vor sich noch einen Berg weiterer. Neben dem üblichen Muskelkater und das Wehwechen im kreuz, wenn man mal nicht gerade einen der seltenen Stühle erwischte, haben einfach die Suche und die Gespräche enorm Fun gemacht.


    Was passiert heute?
    Man rennt an den Stand, fragt nach irgendeiner Spezialität, blättert kurz durch die paar angebotenen Sammlungen und ist wieder weg.
    Gespräche? Geprägt von einem freundlichen, aber kurzen Wortwechsel.


    Währscheinlich war der Herr am Stand erstaunt, als ich nach den Groschenmarken fragte. ;)
    Und ich wühlte mich durch mehrere Aktenordner Belege durch (~99% FDCs oder philatelistisch angehauchte E-Briefe o.ä.) um dann glücklich drei Briefe zu kriegen die ich gebrauchen kann. Im Anhang davon der wichtigste der drei Belege, weil er eine Lücke in meiner EVK Sammlung schloss.



    Tja, leider alles nur noch kommerziell, sowohl vom Anbieter als auch vom Kunden.


    Coki

  • Kann mich noch an meine Zeit in Berlin entsinnen, wo ich desöfteren auf dem Flohmarkt in ollendorfplatz war. Da ging es im allgemein freundlich zu. Man konnte nach Lust und Laune die Marken angücken.


    Dürfte aus Sätzen einen Wert nehmen. Es war immer grobgerechnet, dennoch war immer ein Rabbatt gegeben. Man konnte dabei günstig sein Hobby verfolgen.


    Leider hierzulande haben wir keine "Fleamarkets" mehr. Stattdessen gibt es "Car Boot Sales". Zu Deutsch Kofferraumverkauf. Diese finden überall statt. Wenn Briefmarken aufzutreiben sind, meinen die meisten etwas ganz wertvolleres dabei zu haben, dementsprechend wird naturlich zuviel Geld angefordert. Die Sammlungen bleiben liegen und gehen wieder mit nach Hause.


    Besser bedient ist man manchmal bei "Tag der Offenen Tur". Hier veranstalten die Besitzer von Landhäusern eine Art Marktplatz. Mal nach mittelälterlicher Zeit, mal nach was anderes. Hier kann man etwas kaufen. Braucht aber viel Geduld.


    Bei den Tauschbörsen geht es aber immer (meist) freundlich zu.
    Freundlich sind die meisten auch im Ankauf, gibt aber welche, die nur versuchen das Offerierte klein zu machen.
    Ich meine man kann immer freundlich "Nein" sagen. Anstattdessen fühlen sie sich gezwungen eine dämliche Äusserung von sich zu geben.
    Bei einem der meinte, aber ganz laut, "Ich habe ihm nur Mist angeboten" habe ich einen Beleg aus der Aktentasche geholt, ihm vorgelegt und gesagt, "Dieser kannste dir denn auch nicht leisten". Der Beleg hatte ne Fünfer Einheit der 1840 2d. blau auf sich. Stecke den Beleg wieder weg, kehrte um und ging.


    mfG


    Nigel

  • Zitat

    Original von doktorstamp
    Der Beleg hatte ne Fünfer Einheit der 1840 2d. blau auf sich.


    Den Beleg wüde ich gerne mal sehen..könntest du ihn bitte scannen, Nigel? :D