Haan: Postkarten sind Ansichtssache

  • Bernd Wodrich sammelt Ansichtskarten mit Haaner Motiven. In seinem Haus hat er ein Privatmuseum.



    Haan. Einen Spaziergang durch das zeitgenössische Haan des vergangenen Jahrhunderts bietet Bernd Wodrich in zwei Räumen seines Hauses an der Wilhelmstraße an. Im Rahmen einer kleinen Vernissage hat der Pensionär (62) am Freitag sein Privatmuseum für Ansichtskarten eröffnet.
    Nicht für irgendwelche, sondern nur für Karten, die Haaner Motive zeigen, und über 500 Stück, die älteste von 1897, darf er mittlerweile sein Eigen nennen. Zusammen mit einer handvoll Briefmarken, Stempeln, Haaner Notgeld aus den Zeiten der Inflation und anderen Dokumenten sind sie für den interessierten Besucher in 46 Schaukästen zu bestaunen.


    Doch nicht nur eingefleischte Philokartisten, wie die Liebhaber von Post- und vor allem Ansichtskarten genannt werden, vermag die Exposition zu locken. Sie hat mit ihrem nostalgischen Flair auch das Potenzial, dem neugierigen Bürger ein lebendiges Stück Heimatkunde zu vermitteln oder einfach einzuladen, in Erinnerungen zu schwelgen oder sich einen Einruck vom einstigen Stadtbild zu machen, das mancherorts fast nicht wieder zu erkennen ist. Genauso wie die Innenansicht des Ratssaals, über dessen Winzigkeit sich Bernd Stracke (SPD-Ortvorsitz) und Harald Giebels, (CDU-Fraktionsvorsitz) auf der Eröffnung amüsieren konnten.


    Die Sammelleidenschaft hat Bernd Wodrich schon im zarten Grundschulalter gepackt. Nach zahlreichen Jahren im Haaner Briefmarkenverein sah sich der passionierte Philatelist nach einem neuen Steckenpferd um. Der Zufall wollte es, dass er vor gut 20 Jahren beim Stöbern auf Trödelmärkten und Tauschbörsen auf Haaner Ansichtskarten stieß, die ihn zunehmend begeisterten.


    Und die Karten lässt sich der 62-Jährige einiges kosten zwischen 50 Cent und 18 Euro zahlt er im Durchschnitt für die Objekte seiner Begierde. Nichtsdestotrotz finden sich drei weiße Fleckchen auf den Ausstellungstafeln.


    Hier haben Ansichtskarten, von deren Existenz Bernd Wodrich sicher weiß, ihren Platz schon reserviert. "Insgesamt", so schätzt der Sammler, "fehlen vielleicht noch 20 bis 25 Stück." Für zwei Euro ist die Privatausstellung, mit der Bernd Wodrich auch zum Selbstsammeln anregen will, auf der Wilhelmstraße 6 zu besichtigen.


    Geöffnet ist die Ausstellung im Mai dienstags und im Juni mittwochs, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Weitere Terminabsprachen können unter der Telefonnummer 0 21 29/61 08 gemacht werden.




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