Erste gestickte Briefmarke Österreichs

  • Briefmarke


    Von Reinhard K. Schneider


    Ein gesticktes Edelweiß


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    Das Edelweiß (lat. Leontopodium alpinum ) ist nicht nur eine unter Natur- und Gartenfreunden überaus bekannte und beliebte alpine Staude. Als markantes Markenzeichen alpiner Hotel- und Gastronomiebetriebe, von Sport- und anderen Freizeitzentren, Biersorten, Trachtenmoden, etc., hat es weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad.


    Die in Österreich streng geschützte Pflanze gehört zur Familie der Korbblütengewächse und kommt, entgegen der lateinischen Bezeichnung "alpinum" nicht nur in den Alpenregionen Europas, sondern auch im Himalaja, in den Pyrenäen und in den Karpaten vor. Ihre bevorzugten Standorte sind trockene Felsenbänder und sonnige Grashalden in Höhen von 1.600 bis 3.000 m. Dabei liebt das Edelweiß nährstoffreiche, steinige und leicht humose Böden, die wenigstens zeitweise feucht sein sollten. Es wurzelt tief und kann daher neben Rasen auch Felshänge und ungefestigten Schutt besiedeln. Seine Blütezeit liegt im Zeitraum von Juli bis September. Die in unseren Steingärten oftmals zu bewundernden Exemplare stammen allerdings zumeist aus Gärtnerhand. Gartenliebhaber können auch auf das aus China stammende "Leontopodium souliei" zurückgreifen,


    Die neue Stickerei-Marke der Österreichischen Post mit dem Motiv "Edelweiß" wird voraussichtlich genau so beliebt sein wie ihr botanisches Vorbild.


    Auch wenn die österreichische Stickereimarke nicht die erste ist, die je auf dem Markt erschien, so ist sie zumindest eine der schönsten unter den bisherigen Ausgaben. Angesichts der geringen Auflage von lediglich 400.000 "Stickereien", wird die Briefmarkenabteilung der Österreichischen Post schon sehr bald wieder ein "Sold out" verkünden können.


    Die Nominale scheint mit EUR 3,75 auf den ersten Blick relativ hoch, erklärt sich aber aus den immensen Vorleistungen, die in dieses Projekt investiert werden mussten. Der heutige 19. Juli 2005 ist der erste Verwendungstag der Marke.´



    Quelle:

  • Stickerei
    „Marken”-Mode
    Von Simone Kaiser


    Abschlecken, aufkleben, abschicken - so funktioniert es bei den meisten Briefmarken. Die von Markus Hämmerle kann man aber auch wieder abziehen, aufsticken und anziehen - denn die Marke ist Mode und aus Stoff. Bestickt mit der Königin der Alpenblumen, einem Edelweiß auf grünem Grund.


    Auch Wert (375 Eurocent) und Herkunft (Austria) der Marke sind aufgestickt, „mit einem speziellen Verfahren, das man „Luft”- oder „Ätz”-Stickerei nennt, wie der Österreicher erklärt. „Das Motiv wird auf ein Acetat-Gewebe gestickt, dann ausgewaschen und übrig bleibt nur das gestickte Muster.”
    "Marken"-Mode von Hämmerle & Vogel


    Nur so habe man auch die komplizierte Zähnung meistern können. 30 Wochen lang waren sechs Mitarbeiter ausschließlich mit der Markenproduktion beschäftigt, für die limitierte Auflage von 400 000 Stück wurden insgesamt 300 Kilogramm Garn verarbeitet.


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    "Marken"-Mode von Hämmerle & Vogel


    Stickereien für La Perla oder Chanel


    Markus Hämmerle ist Geschäftsführer der Stickerei Hämmerle & Vogel. Der Familienbetrieb aus Lustenau am Bodensee bestickt normalerweise edle Dessous für La Perla oder Palmer‘s, aber auch exklusive Damenoberbekleidung von Chanel. „Irgendwann habe ich mit einem Bekannten aus der Textilbranche über Stickereien philosophiert”, erzählt Hämmerle die Schöpfungsgeschichte der gestickten Briefmarke, „und dabei ist uns diese Idee gekommen”.
    Tasche aus Briefmarken


    Eine bestickte Marke hätte es zwar vor Jahren schon einmal in der Schweiz gegeben, „aber ohne Zähnung und sozusagen als Einwegprodukt”: „Unsere Marke hingegen kann man tragen.”


    Daher haben in dieser Woche wohl nicht nur Philatelisten die Ämter der Österreichischen Post gestürmt. Laut Hämmerle ist die Marke, obwohl erst seit vier Tagen im Handel, schon vielerorts ausverkauft.


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    Tasche aus Briefmarken


    Quelle: