Das Edelweiß im Postkasten

  • Berchtesgaden: (6. Mai 2006) Nachdem fast 20 Jahre lang Dauerserien »Frauen der deutschen Geschichte« und »Sehenswürdigkeiten« den Briefmarkenbestand in Deutschland prägten, hat sich die Deutsche Post im vergangenen Jahr dazu entschlossen, die Serie »Blumen« zu starten. Mit dem Edelweiß wurde nun ein weiteres attraktives Motiv hinzugefügt. Lutz-Hermann Richter, Abteilungsleiter Briefmarkenkunde der Deutschen Post, übergab am Mittwoch im Nationalpark-Haus die Ehrenalben mit der neuen Briefmarke an Nationalpark-Direktor Dr. Michael Vogel und an deutsche und österreichische Philatelisten. »Das Edelweiß ist ein Sympathieträger der Alpen«, freute sich Vogel, dass das Foto für das Briefmarkenmotiv im Nationalpark Berchtesgaden entstanden ist.



    [Blockierte Grafik: http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/gfx/briefmarke2.jpg]
    Lutz-Hermann Richter (r.) von der Deutschen Post übergab das Ehrenalbum mit der Briefmarke "Edelweiß" an Nationalpark-Direktor Dr. Michael Vogel.



    Auf 1 900 Meter Höhe unterhalb des Schneibsteins fotografierten im vergangenen Sommer die beiden Grafiker Stefan Klein und Olaf Neumann aus Iserlohn das Edelweiß, das nun die neueste Briefmarke der Blumen-Serie ziert. »Wir sind immer wieder darauf aufmerksam gemacht worden, ja vorsichtig zu sein und nichts zu zertreten«, erzählten die beiden Kommunikationsdesigner von den Mahnungen, die Nationalparkranger Fritz Eder damals ausgesprochen hatte. Klein und Neumann gingen im Jahr 2004 als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, den die Deutsche Post ausgeschrieben hatte. »Wir sind sehr zufrieden mit den beiden und die Motive werden immer besser«, lobte Lutz-Hermann Richter das Grafiker-Duo.
    18 Jahre lang prägten die Dauerserien »Frauen der deutschen Geschichte« und »Sehenswürdigkeiten« die Philatelisten-Szene, weil sie Vielfalt und Neutralität versprechen. »Nach dieser langen Zeit«, so Richter, »haben sie sich aber inhaltlich erschöpft.« Gleichzeitig wurde vor zwei Jahren vom Bundesministerium der Finanzen die Verantwortung für Inhalt und Gestaltung der Dauerserie erstmals auf die Deutsche Post übertragen. »Wir suchten also nach Inhalten, die langfristig und vielfältig für Deutschland stehen, die schnell und unkompliziert umgesetzt werden können, und die gleichzeitig eine hohe Attraktivität des Designs ermöglichen«, beschrieb Richter den Findungsprozess. Am Ende standen sechs Themen zur Wahl, wobei die Tendenz rasch in Richtung Blumen ging. »Sie polarisieren nicht und sind neutral genug, um für jegliche Korrespondenz geeignet zu sein. Außerdem bieten sie eine Vielzahl an Motiven, die ihre farbenfrohe und plakative Wirkung auch in kleinen Formaten erzielen.« Zwar habe es zu Beginn die Kritik gegeben, dass die Dauerserie kein ausschließlich deutsches Thema ist, aber spätestens als die ersten Motive erschienen, seien die negativen Stimmen verschwunden. Außerdem beweise der dritte Platz für die Serie bei der Wahl zur beliebtesten Marke Deutschlands in diesem Jahr, dass die richtige Wahl getroffen worden sei.


    Dieter Hartig, der Präsident des Bundes deutscher Philatelisten (BDPh), gab in seiner Rede offen und ehrlich zu, dass er die Idee zur neuen Dauerserie anfangs sehr skeptisch beäugte: »Das Thema hat mich nicht vom Hocker gerissen.« Als er jedoch die ersten Entwürfe zu sehen bekam, habe er gleich gewusst, dass hier »etwas ganz Besonderes« entstehen kann. Die »farbenfrohen und stimmungsvollen Marken« seien geradezu ein »philatelistischer Blumenstrauß«. Nationalpark-Direktor Michael Vogel betonte die große Bedeutung, die das Edelweiß in den verschiedensten Bereichen einnimmt. Zum einen sei es ein begehrtes Sammlerobjekt, das früher unbedacht gepflückt wurde und so vom Aussterben bedroht war. Deshalb wurde auch Ende des 19. Jahrhunderts ein Pflückverbot erlassen. Außerdem sei das Edelweiß ein Sympathieträger für den alpinen und vielfältigen Kulturraum. »Sogar die Olympia-Bewerbung Salzburgs hat ein Edelweiß-Motiv auf ihrem Logo«, wagte sich Vogel in den Sportbereich.


    Am Ende der Feier bekamen neben dem Nationalpark-Direktor mehrere Philatelisten aus Deutschland und Österreich die Ehrenalben mit der Edelweiß-Briefmarke im Wert von 220 Cent, unter anderem Dieter Hartig, Erich Bober (Präsident des Verbandes österreichischer Philatelistenvereine) und Erich Haas (Leiter Philatelie der österreichischen Post).




    Zitat