Eine Briefmarke für 3000 Mark

  • Ausstellung und Landesverbandstag der Briefmarkensammler im Bootshaus



    Auf der einen sind Ruderer abgebildet, die nächste widmet sich der Befreiung der Konzentrationslager Ravensbrück, Sachsenhausen und Brandenburg vor 50 Jahren im Jahre 1995. In einem anderen Schaufenster gibt es eine Briefmarke für 3000 Mark. Sie ist Teil einer Sammlung mit Marken aus der Inflationszeit von Gerd Grenzdörffer. Am Wochenende zeigte der Briefmarken-Sammler-Verein Brandenburgia (BSV) im Mehrzweckraum auf dem Gelände des Ruderclubs Havel Brandenburg eine Briefmarkensammlung aus verschiedenen Epochen.


    18 Tafeln füllten den Raum. Anlass der Ausstellung war die Tatsache, dass nun schon seit 100 Jahren in Brandenburg das Briefmarkensammeln organisiert vonstatten geht. Ebenso lange besteht der Ruderclub Havel. Deshalb befasste sich ein großer Teil der Ausstellung in diesem Jahr mit Marken aus dem Rudersport. Mit 600 Euro Katalogwert war eine schwarze 3-Pfennig-Marke das teuerste Ausstellungsstück.


    Parallel zur Ausstellung fand der 16. Landesverbandstag der Briefmarkensammlervereine in Brandenburg statt. "Schon zum dritten Mal ist Brandenburg Gastgeber für den Landesverbandstag", sagt Eberhard Lange, Vorsitzender des Brandenburger Sammler-Vereins.


    Beschlossen wurde das Arbeitsprogramm für das nächste Jahr. Die 50 Teilnehmer tagten am Vormittag im Bootshaus in der Hammerstraße. Der seit 1919 bestehende BSV zählt in der Havelstadt 41 Mitglieder. Auch Frauen sind darunter.


    Die 47-jährige Bettina Müller ist erst seit einem Jahr dabei. "Ich hatte schon als Kind Interesse, irgendwann sind die Kinder dann aus dem Haus, und man hat wieder Zeit dafür", sagt sie. Bettina Müller sammelt DDR-Marken. "Ich finde alte Marken sehr interessant. Sie können erzählen. Aber ich muss noch viel lernen, mir erst einmal Grundkenntnisse anlesen", sagt sie. Es sei heute schwierig, an die Marken heranzukommen. "Eigentlich braucht man einen Vater, der einem die alten Marken vermacht. Zum Kaufen sind sie natürlich zu teuer", meint Bettina Müller weiter. Auch Vereinschef Eberhard Lange fühlte sich schon als Kind zu den gezackten Marken hingezogen. "Mit sechs Jahren habe ich angefangen, aber als Jugendlicher hatte ich wie die meisten keine Zeit mehr dazu", sagt der 68-Jährige. Fünf bis zehn Stunden verbringt er heute wöchentlich mit seiner Sammlung, außerdem noch einmal 20 Stunden im Verein. "Das geht nur, weil ich nicht mehr im Berufsleben stehe." Lange sammelt Briefmarken aus Deutschland ab 1872. Am Sonntag trafen sich dann 37 Briefmarkensammler im Heim der Wasserfreunde zum Großtauschtag. Auch Sammler, die nicht im Verein organisiert sind, kamen. "Wir sind mit der Resonanz zufrieden", so Eberhard Lange.




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