Rolf Pfendts zackige Liebe hält ein ganzes Leben

  • Mein Verein: Seit 23 Jahren gibt es die Briefmarkenfreunde. Der 73jährige Norderstedter sammelt schon seit 60 Jahren. Ein Satz Thüringer Marken bildete den Grundstock.


    Norderstedt -


    Briefmarken erzählen Geschichten und machen Geschichte lebendig. Das jedenfalls findet Rolf Pfendt (73). Er hat sich den Marken verschrieben, sammelt seit gut 60 Jahren. Schuld hat seine Mutter. Die schenkte ihrem Sohn Weihnachten 1945 einen Satz Thüringer Marken, den Grundstock seiner Sammlung. Heute geht der Norderstedter seinem Hobby bei den "Briefmarkenfreunden Norderstedt und Umgebung" nach.


    90 Mitglieder hat der Verein, der seit 23 Jahren besteht. Sie kommen nicht nur aus Norderstedt, sondern auch aus Quickborn, Henstedt-Ulzburg und Ellerau, denn: "In der Region sind wir einzigartig", sagt Pfendt, der am meisten den Kontakt zu den Mitsammlern schätzt. Immer montags treffen sich die Philatelisten von 18 bis 20 Uhr im Norderstedter Rathaus, Raum K 201/202. Da wird gefachsimpelt: Welche neuen Angebote gibt es? Was steht in den Auktions-Katalogen? Wer hat neue Marken? "Aber wir reden auch schon mal über Themen, die nichts mit unserem Hobby zu tun haben", sagt Pfendt. Viele sind lange dabei, das Sammeln hat Freundschaften gestiftet. Allerdings kommen viele Vereinsmitglieder auch in die Jahre. Wie viele andere Vereine haben auch die Briefmarkenfreunde Nachwuchssorgen. Die Konkurrenz von PC, Game Boy und Co. ist einfach zu groß.




    Pfendt und seine Mitstreiter gehen neue Wege, um Jugendliche für das "zackige Hobby" zu gewinnen. Im Vorjahr haben gezielt in den Schulen geworben. "Dadurch sind einige dazugekommen", sagt Pfendt, der sich für die Jugendgruppe engagiert. 20 Jugendliche gehören zu den "Jungen Briefmarkenfreunden", die einen neuen Termin haben: Ab sofort tauschen sie nicht mehr sonnabends, sondern jeden zweiten und vierten Montag im Monat (außer in den Ferien) von 16 bis 17.30 Uhr im Rathaus, Raum K 201. Nächster Termin ist der 22. Mai.


    Wie viele Marken in den Alben in den Schränken stecken, weiß Pfendt nicht. Er sagt nur "viele Tausende". Aufgegeben hat er die Hoffnung, seine Thüringen-Sammlung jemals zu komplettieren. "Was mir fehlt, fängt bei 500 Euro an", sagt der Marken-Fan und: "Irgendwann muß man im Kopf damit abschließen." Denn die Preise steigen, wie ihm der regelmäßige Blick in die Kataloge verraten. Allein die sehr seltene so genannte 68Y aus seiner Thüringen-Kollektion wird mit 15 000 Euro gehandelt. Da beweist Pfendt Mut zur Lücke und wendet sich seinen andere Steckenpferden zu: den farbenprächtigen Schmetterlingen aus Polen und den Käfern von den skandinavischen Åland-Inseln.



    Weitere Infos gibt es unter im Internet.




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