China verhindert Dalai Lama Briefmarke

  • Durch Drohungen hat es der Botschafter Chinas in Wien verhindert, dass eine Briefmarke mit dem Konterfei des Dalai Lama in Österreich auf den Markt kommt. Die Sondermarke sollte am 6. Juli zum 70. Geburtstag des Friedensnobelpreisträgers erscheinen. Die KP Chinas bezeichnet den Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt der Tibeter, als "Spalter des Mutterlandes". Peking war 1950 in Tibet einmarschiert und hatte Hunderttausende ermordet.


    Botschafter Lu Yonghua hatte schon einmal im vergangenen Herbst Protest eingelegt, als zunächst die österreichische Post das Jubiläum zu einer Sondermarke nutzen wollte - und folglich davon Abstand nahm. Dann aber beschloss der Wiener Rentner Heinz Stoff, das Dalai-Lama-Postwertzeichen privat zu finanzieren und erteilte der Post den Auftrag. Am 27. April erhielt Stoff denn auch 100 Exemplare zugesandt. Daraufhin orderte er weitere 20 000 Marken, für die er angeblich schon Abnehmer gefunden hatte.


    Der Botschafter der aufstrebenden Großmacht intervenierte ein zweites Mal. Wenn Stoff nicht gestoppt werde, habe der Diplomat "äußerst unhöflich und sehr direkt" in Aussicht gestellt, so behauptet ein Zeuge der Begegnung, könne China keine Garantie übernehmen, dass die millionenschweren Wirtschaftsverträge, die Österreichs Kanzler Wolfgang Schüssel bei seinem China-Besuch im April ausgehandelt habe, auch erfüllt würden. Am 2. Mai ging Rentner Stoff eine E-Mail der Post zu, dass sein Auftrag nicht ausgeführt werden könne. Die Österreichische Post will sich zu den Vorgängen "nicht äußern".


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    Diese Marke erscheint nicht


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