Briefmarken finden kaum Freunde

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    Karl Funke und Gert Weber (v.l.) wurden für ihre 60-jährige Mitgliedschaft geehrt.


    Burscheid - Tempi passati: Die schönen Tage der kleinen gezackten oder geschnittenen bunten Briefmarken haben abgenommen. Und so lag über dem Treffen der Gemeinschaft Burscheider Philatelisten am gestrigen Sonntag im Haus der Kunst ein Hauch von Wehmut. Zum 60-jährigen Bestehen der emsigen Sammler kam fast der ganze Klub. Insgesamt, so Helga Frenkler, zählt die Gilde aktuell nur noch elf Mitglieder: „1973 waren wir 51.“ Und der Vorsitzende Hans-Joachim „Hajo“ Kaps: „Jüngere Leute sind für die Philatelie nicht mehr zu begeistern.“


    Dabei hat das Sammeln der kleinen Papierstückchen eine lange Tradition. Schließlich kennen bestimmt viele noch ein älteres Familienmitglied, das mit Pinzette, Lupe und Album bewaffnet, sich stundenlang der Sammlung und Erforschung der „Briefmarken aus aller Welt“ hingeben konnte - eine „blaue Mauritius“ wahr allerdings nie darunter. Auch nicht in Burscheid. Dort hatte die Gemeinschaft besonders schöne Exemplare auf Stellwänden ausgestellt. Das rechte Ambiente für einen Blick zurück, als am 28. April 1946 in dem Lokal „Op dr Eck“ die „Burscheider Briefmarken-Freunde“ gründeten.



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    25 Jahre dabei: Gerd Meyer (l.). Alle wurden von Hajo Kaps (r.) ausgezeichnet.


    Auch dieser leicht vergilbte Zettel prangte auf der Stellwand. Die Gründung so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war, wie das Gründungsmitglied Karl Funke eher schelmisch berichtete, wohl auch ein Anliegen des geschäftstüchtigen Ladenbesitzers Erich Gaß. Der soll zwar von Philatelie kaum Ahnung gehabt haben, verkaufte aber die berühmten Briefmarkenbeutelchen. Wie dem auch sei. Der Vorstand samt dem vom übergeordneten Verband gekommenen Werner Holtfoth sowie Bürgermeister Hans Dieter Kahrl zelebrierten nach der Wehmut ein fröhliches Beisammensein mit vielen Histörchen. Kaps und Holtfoth würdigten die beiden Gründungsmitglieder Karl Funke und Gert Weber mit wertvollen Präsenten für ihre 60-jährige Mitgliedschaft. Gerd Meyer wurde für 25 Jahre ausgezeichnet. Dafür gab's allerdings keine Sonderbriefmarke.



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