• Zürich, Corinphila - Bei den ersten Plattenzusammenstellungen für den 5-Kreuzer-Wert der österreichischen Freimarkenserie von 1867 geriet irrtümlich ein 3-Kreuzer-Druckstöckel in die Platte. Das Mißgeschick wurde zwar bald bemerkt, doch konnten die bereits ausgelieferten Bogen nicht mehr zurückgeholt werden. Die ersten Auslieferungen erfolgten an die ungarischen Postdirektionen. Von den insgesamt sechs aufgetauchten Fehldrucken der 3 Kreuzer (Michel-Nr. 36 F) - sie war durch das Mißgeschick Rot statt Grün - wurden vier im Postgebiet Temesvar verwendet (drei lose und einer auf Briefstück). Darüber hinaus existieren zwei Briefe mit dem Fehldruck aus derselben Korrespondenz von Köbánya an die Firma Peiffer in Wien. Einer davon kam 1997 in den Besitz des ungarischen Briefmarken-Museums in Budapest, und der zweite - der einzige auf dem Markt verfügbare - stellte den Höhepunkt der Österreich-Spezialauktion bei Corinphila am 21. Mai dar. In einer knisternden Atmosphäre startete das Paradestück der Österreich-Philatelie mit 85 000 Franken und landete nach heftigem Bieterkampf bei atemberaubenden 500 000 Franken. Ein Rekordpreis, mit dem vorher niemand gerechnet hatte, der aber für den Verlauf der Corinphila-Frühjahrsauktion typisch war. Zwar gab es keinen weiteren ähnlich hohen Zuschlag, dafür aber eine Vielzahl kräftiger Steigerungen im fünf- und auch im sechsstelligen Bereich. Jan Billion Düsseldorf, Felzmann - Der Sammler staunte nicht schlecht, als er den Entschuldigungs-Brief der Niederlassung Philatelie der Deutschen Post erhielt. Als Dankeschön für das Verständnis für Fehler bei einer Systemumstellung erhielt er einen postfrischen IBRA-Block von 1999. Was der Post-Mitarbeiter nicht bemerkte, sah der Fachmann sofort: Sowohl die beiden Briefmarken als auch das IBRA-Logo waren auf dem Kopf. Der Fehldruck entstand durch ein verkehrtes Einlegen des Druckbogens in den zweiten Druckgang. Da der Druckbogen zwölf Nutzen enthielt, sind mindestens auch so viele Abarten hergestellt worden. Doch nur ein einziger Fehldruck ist bis heute aufgetaucht. Diese moderne Rarität fand auf der 110. Felzmann-Auktion vom 8. bis 11. Juni 2005 für bemerkenswerte 4300 (2000) Euro einen neuen Besitzer. Auch andere einmalige Stücke begeisterten die Bieter. Beispielsweise ein Brief von Kapitän Heinrich Bauer, der nach dem Absturz des Luftschiffes LZ 129 "Hindenburg" am 6. Mai 1937 in den persönlichen Gegenständen des Offiziers gefunden wurde. 6900 (4500) Euro kostete die zum einem Viertel verkohlte sogenannte "Pocket-Mail". Den Vogel aber schoß ein großformatiger Brief mit einem waagerechtem Paar und einem 9er-Streifen der zweiten Briefmarke der Welt (Großbritannien Michel-Nr. 2 a) ab. Die zweitgrößte bekannte Einheit dieser Freimarke auf einem Beleg sprang von 17 500 auf 30 000 Euro! Sehr gut liefen auch die Spezialangebote. 779 Lose umfaßte die Niederlande-Offerte "Oranje". 4200 (2000) Euro verbuchte ein viermal klar gestempelter 4er-Block der Michel-Nr. 3 auf Briefstück. Ein gebrauchtes Luxusstück der Michel-Nr. 2 spielte 2700 (1800) Euro ein. Von 600 auf 3500 Euro kletterte ein waagerechtes Paar der Michel-Nr. 3 auf Faltbrief von Edam nach Drammen in Norwegen.



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