Von Anlagebetrug nicht betroffen

  • Ein spanischer Briefmarken-Skandal sorgt auch im renommierten Wiesbadener Auktionshaus Heinrich Köhler für Unruhe. Wirtschaftlich sei man von den Betrügereien der Firma Afinsa in Madrid aber "nicht betroffen", versichert Köhler-Geschäftsführer Dieter Michelson. Seine einzige Sorge ist der drohende Image-Schaden für sein Unternehmen. Denn bei den in dieser Woche laufenden Versteigerungen wird Michelson immer wieder von verunsicherten Kunden auf die Betrügereien angesprochen.


    Der Anlagebetrug zweier spanischer Briefmarken-Versandfirmen ist in dieser Woche in seiner ganzen Größenordnung bekannt geworden. Nach Verhaftungen bei den Firmen Afinsa und Forum Filatelico gehen die Ermittler von einem Gesamtschaden von mindestens einer Milliarde Euro aus.


    Was viele Sammler verunsichert, sind die Besitzverhältnisse von Alfinsa. Denn die Firma hält zwei Drittel der Aktien des US-Auktionshauses Escala Group. Und Heinrich Köhler wiederum ist eines von 18 Tochterunternehmen von Escala. Damit habe die spanische Firma allerdings keinen direkten Einfluss auf die Heinrich Köhler GmbH, betont der Geschäftsführer.


    Der Skandal in Spanien hat die an der amerikanischen Nasdaq notierten Escala-Aktien tief in den Keller fallen lassen. Von 32 US-Dollar ging es auf drei Dollar, inzwischen sei der Kurs wieder bei rund sieben Dollar, sieht Michelson eine erste Beruhigung der Lage bei seiner Mutter-Gesellschaft. Auf den Geschäftsverlauf von Köhler habe dies aber keinen Einfluss. "Wir haben gute Auktionen und gute Verkäufe", versichert Michelson.


    Zitat