Sammeln ist eine Leidenschaft

  • Jubiläum Der Briefmarkensammler- und Münzensammler-Verein Bamberg feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen und gibt dazu Einblick in seine facettenreichen Sammlungen.


    Bamberg - Früher war das Sammeln von Lebensmitteln überlebenswichtig. Heute wird Sammeln hauptsächlich als Hobby betrieben und auch Lebensmittel spielen dabei eher weniger eine Rolle. Sammeln ist zur Leidenschaft geworden und das nicht erst seit heute. Auch wenn es überrascht: Auch vor 100 Jahren sammelten Menschen Briefmarken und Münzen. Der Briefmarkensammler- und Münzsammler-Verein Bamberg ist dafür das beste Beispiel, denn der Verein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.


    Doch die Geschichte des Vereins reicht eigentlich noch weiter zurück, wie der Schriftführer Michael Kuhn in Erfahrung bringen konnte. 1885 ist bereits ein Eintrag in den Vereins-Mitteilungen des Bayerischen Philatelisten-Vereines verzeichnet, in dem es heißt: „Der Verein von Briefmarkensammlern Bamberg zeigt seine Gründung an.“ Am 25. Januar 1895 wurde in der Vereinssitzung des Bayerischen Philatelisten-Vereins auf Antrag des Gymnasialprofessors Sabel auch eine Bamberger Sektion gebildet, die Ende Januar 19 Mitglieder zählte. Am 26. September 1900 wurde ein „Philatelisten-Verein Bamberg“ gegründet, der zum Jahresende 14 Mitglieder zählte. Vermutlich ging die bisherige Sektion Bamberg des Bayerischen Philatelisten-Vereins München in diesem neuen Verein auf.


    Eingetragen im Vereinsregister Bamberg wurde der Verein als „Sammlerklub Markenfreunde in Bamberg“ bereits am 10. November 1905. Im Jahre 1916 erfolgte die Namensänderung in „Briefmarkensammlerverein“, 1969 die Namensänderung in „Briefmarkensammler - und Münzsammler-Verein Bamberg“. Da man das 50-jährige Bestehen aber im Jahr 1956 feierte, ist 2006 für das 100. Jubiläum die logische Konsequenz.


    So abwechslungsreich die Geschichte des Vereins ist, so bunt zeigt sich auch die Sammelleidenschaft seiner Mitglieder. Nicht nur Briefmarken und Münzen werden gesammelt, die Bereiche des Vereins sind facettenreicher geworden. So sind zum Beispiel Postkarten aller Zeiträume und regionaler Schwerpunkte ein beliebtes Sammelobjekt. Die Festschrift zum Jubiläum zeigt all diese Schwerpunkte auf. Bietet darüber hinaus wertvolle Informationen zu verschiedenen Themen, darunter die Geschichte der Bamberger Stadtpost, und kann käuflich erworben werden.


    Wie sieht der Alltag eines Sammlers aus? Fundquellen für Sammler sind oft Auktionen, Flohmärkte, Antiquitätenläden oder Antiquariate und zunehmend auch das Online-Angebote. Das Internet hat besondere Bedeutung für Sammler sehr exotischer Dinge, die sich so einfach und schnell weltweit austauschen können. Aber auch Tauschbörsen sind für die Sammelleidenschaft nach wie vor wichtig, auch wenn sie von Auktionen mittlerweile in der Priorität abgelöst werden. „Wirklich wertvolle Stücke bekommen sie eigentlich nur auf Auktionen“, sagt Kassier Franz Ullmann. Der Versand von Briefmarken und Serienbriefen wird hingegen von den Vereinsmitgliedern eher als „Nepp“ angesehen: „Da bekommen sie bunte Bildchen für viel Geld, die sind aber eigentlich für wirkliche Sammler uninteressant.“


    Allerdings plagen den Verein ein wenig Zukunftssorgen. „Die Philatelie ist ein aussterbendes Hobby“, betont der Vorsitzende Klaus Höchstetter, „und uns fehlt es dadurch an Nachwuchs.“ Der Verein hofft, dass seine Aktivitäten im Jubiläumsjahr recht viele der nicht organisierten Sammler überzeugen kann, dass die Mitgliedschaft in einer starken Vereinigung doch viele Vorteile bietet. Wer sich davon überzeugen will, ist jederzeit willkommen.




    Zitat
  • Haan: Philatelisten werden langsam selbst zu Raritäten



    Nur noch in Zusammenarbeit mit befreundeten Vereinen ist für die Haaner Briefmarken-freunde der Großtauschtag durchführbar.


    Haan. Es gibt sie tatsächlich noch selbst in Zeiten von Fax, SMS und E-Mail ist und bleibt die Briefmarke ein unerlässlicher Alltagsgegenstand. Doch für viele ist das Postwertzeichen weit mehr, als nur ein Hilfsmittel zum Freimachen von Briefen. Völlig unabhängig vom Nennwert einer Marke, schaffen sich Philatelisten einen eigenen Kosmos, in dem der ideelle Wert entscheidend ist. Beim 64. Großtauschtag der Haaner Briefmarkenfreunde am Samstag konnte der interessierte Besucher in diesen Kosmos eintauchen.
    Schließlich tauschten und handelten eingefleischte Philatelisten in der Aula des Gymnasiums nicht nur mit ihren kleinen Schätzchen. Vielmehr war der Tauschtag, wie es schon jahrelange Tradition ist, von einer Briefmarkenschau begleitet.


    In 20 von beiden Seiten genutzten Rahmen konnten über 5000 Briefmarken bestaunt werden. Einige von ihnen hatten sogar eine recht lange Anreise hinter sich gebracht.


    Denn neben den Marken der Haaner waren auch Exponate der Sammlerfreunde aus Bad Lauchstädt und Hilden in die thematisch gegliederte Ausstellung eingebunden.


    Doch auch, wenn die Briefmarkenfreunde den Tauschtag Jahr für Jahr auf die Beine gestellt bekommen, täuscht es nicht darüber hinweg, dass das Interesse an der Philatelie allgemein nachgelassen hat.


    Brigitte Schemmerling, Vereinsvorsitzende und Mitglied der ersten Stunde, erinnert sich noch an Zeiten, in denen der Verein mit 72 Mitgliedern seinen zahlenmäßigen Höhepunkt erreicht hatte.


    Dass diese Zahl seit nunmehr 15 Jahren rückläufig ist und die Haaner Briefmarkenfreunde aktuell gerade noch 24 Mitglieder zählen, führt die passionierte Sammlerin auf mehrere Gründe zurück: "Viele ältere Mitglieder scheiden aus der Verein ist überaltert und die Jugend lässt auf sich warten."


    Doch auch die Einführung des Euro sei nicht ganz unschuldig, viele Sammler hätten beschlossen, mit dem Ende der "Deutschmark-Ära" nur noch ihre alten Sätze zu vervollständigen. Auch die Einführung der Briefzentren, die den lokalen Poststempel verdrängt haben, habe besonders für Philatelisten mit Heimatstadtbezug die Attraktivität ihres Hobbys geschmälert.


    Angesichts immer weiter schwindenden Philatelisten, steht seit längerer Zeit der Gedanke im Raum, sich mit einem befreundeten Verein zusammenzutun. "Das Problem dabei ist aber, dass es sich um eingetragene Vereine handelt und jeder seinen Namen behalten möchte", erklärt Brigitte Schemmerling das Dilemma.


    So wird es wohl zunächst erst einmal dabei bleiben, zukünftige Großtauschtage gemeinsam mit den Sammlerfreunden der Umgebung durchzuführen.


    Zitat
  • Entschuldige bitte aber was sind "richtige" Sammler.
    Ich beziehe meine Marken von einem Post Abo.Bekomme alle 3 Monate "Bunte Bildchen".Bin Ich jetzt kein richtiger Sammler, nur weil Ich nicht mich für Marken um 1900 interessiere? Wenn man nicht das Richtige Kleingeld dazu hat wirds wohl nicht mit den "Alten" Marken werden.