Plattenfehler Franz. Zone 1947

  • Ein Abklatsch ist ein seitenverkehrter mehr oder weniger starker aufrecht stehender Abdruck des Briefmarkenbildes auf der Rückseite der Briefmarke.
    Es gibt zwei Arten von Abklatschen: den Maschinenabklatsch und den Bogenabklatsch.


    Ein Abklatsch kann durch den Leerlauf von Druckmaschinen entstanden sein (die nächsten eingelegten
    Bögen erhalten einen Abklatsch). In diesem Fall nennt man ihn Maschinenabklatsch. Dieser ist immer deckungsgleich mit dem Bild auf der Vorderseite. Beim Maschinenabklatsch muss Farbe auf die
    Gegendruckrolle gelangen. Und das geschieht eigentlich nur beim Reißen der Papierbahn oder
    wenn die Rolle zu Ende war, also beim Leerlauf der Maschine.


    Dazu kommt, dass die Farbe so schnell wie sie an die Gegendruckrolle gelangt, auch wieder abgegeben wird.
    Das heißt, dass oft nur die ersten zwei Bogen einen deutlich sichtbaren Abklatsch zeigen. Nach spätestens
    fünf Bogen ist der Effekt verschwunden. Also dürften nicht viele Bogen mit Abklatsch angefallen sein.


    Die zweite Art von Abklatschen bezeichnet der Philatelist als Bogenabklatsch. Dieser entsteht durch
    unzureichende Trocknung der Bögen während des Druckvorganges. Der Bogenabklatsch ist meist verschoben
    und nicht deckungsgleich zum Briefmarkenbild auf der Vorderseite



    @ schildescher


    Klar, gibt es. hab bis dato aber nur 24

  • Guten Morgen,


    diesesmal möchte ich voller Stolz meine Neuerwerbungen bzw. mal eine davon präsentieren. Ich hatte die Möglichkeit eine Sammlung zu erwerben die nach Herrn Flatter aufgebaut wurde. Anbei mal ein kleiner Auszug. Eine genaue Beschreibung folgt, wenn ich Zeit hierzu finde, die derzeit leider aufgrund von Prüfungsdruck Mangelware ist.


    Da fällt mir doch ein, ich zeige für die, die es nicht kennen, einen Auszug von Dr.Hannes Flatters, Abarten, Plattentypen und Plattenfehler der Länderausgabe, Handbuch und Katalog, Französische Zone.


    Hierbei sind viel mehr PF als im Michel aufgelistet, Herr Flatters hat diese alle akribisch dokumentiert und beschrieben. Tolles Werk! Ich kann jedem PF FZ Sammler dieses Werk nur empfehlen, wenn es nicht das Werk ist.


    Grüße
    Ron

  • Dann möchte ich mich doch auch einmal wieder beteiligen.


    Hier also ein Sechserblock der Rheinland - Pfalz Mi.Nr. 11yv mit drei anhängenden gezähnten Leerfeldern am Oberrand.

    Dazu finden sich drei Typenpaare der Typen III und IV.
    Die seltenere Type IV kommt in der zweiten senkrechten Reihe vor.


    Gruß
    KJ

  • Heute noch einmal eine Unterrandsechsereinheit der Rheinland - Pfalz Mi.Nr. 13 vv mit dem einzigen im Michel notierten Plattenfehler.


    Der PLF I kommt auf Feld 85 vor ("Heller Fleck rechts vom Nackenhaar").



    Dazu einmal eine generelle Frage: Z.B. bei Rheinland - Pfalz wird nach zwei verschiedenen Gummierungen unterschieden, feinkörnige und grobkörnige Gummierung.
    Wäre es möglich, hier den Unterschied einmal darzustellen, oder geht es über das Scannen oder Fotografieren nicht ?
    Wohlmöglich ist es ein genauso sinnloses Unterfangen wie die Bestimmung von Farben anhand des Bildschirms ? ?(


    Gruß
    KJ

  • Zitat

    Original von happybaba
    Vielleicht sieht man hier ein wenig mehr:


    Schade, daß das Bild nicht zu vergrößern ist.
    Aber so in etwa habe ich eine Vorstellung, wie die bessere Gummierung aussehen sollte. Ein Muster werde ich dazu noch einstellen.


    Gruß
    KJ

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • hi Bernie,


    guter Tipp.


    Wenn ich am Wochenende mal ne Stunde Zeit hab, werd ich zwei Bilder mit dem USB-Mikroskop reinstellen.


    Egal, ob verkleinerte oder vergrößerte Version:
    Da könnt ihr dann die Papierfasern lächeln sehen.
    Und die groben Gummipunkte auch.


    PS: das waren übrigens 600 dot per inch

  • Bei der Nachbildung eines Bogens benutzt man auch spezielle Merkmale, die nur an einer Position im Bogen vorkommen. Bei so einer Vielfalt an Merkmalen kann es sich eigentlich nur um diee Merkmale handeln.

  • @ wupperdmd


    vermute mal, du meinst mit den Bogenmerkmalen sowas bei den Plattierungen der Bauten-Platten. Und in der Tat: Da könntest du Recht haben.


    Wenn man sich nämlich die verschiedenen Platten der FZ ansieht, könnte man durchaus eine Unterteilung in primäre, sekundäre und vielleicht sogar tertiäre Merkmale vornehmen.


    Auch sowas wie Gummituchfehler und Retuschen kommen ja vermehrt vor (man denke an den weißen Fleck im Domturm oder in der Apsis, die beide dann bei den späteren Plattenformen auch in retuschierter Form auftauchen und äußerst gesucht sind.


    Gruß


    Hapybaba

  • hier nun die angedrohten USB-Mikroskop-Fotos der Gummierungsunterschiede.


    Sie entstanden mehr oder weniger zufällig beim Auftragen der Gummierung auf das Papier und sind daher auch zeitlich nicht zu trennen.


    Da ferner der Zufall mehr oder weniger körnigen Gummi schuf, sollte man mit Gummi w nur solche Stücke bezeichnen, die deutlich grobkörnigen Gummi aufweisen und nicht lediglich rauen, der lediglich durch geplatzte, aufgebrochene Leimblasen verursacht wurde.


    Der w-Gummi ist durch eine übersättigte Gummi-Lösung entstanden.
    w-Gummi kommt bei 14 Marken vor:
    Baden 4v 8v, 9y und 11v
    Rheinland-Pfalz 4v, 5v, 8v, 10v, 13v und 14y
    Württemberg-Hohenzollern 8v, 9,v, 11v und 12y


    Aufnahmen bei 160-facher Vergrößerung (bei 200-fach SCHLECHTER)


    Schön sieht man hier links den glatten Leimauftrag der Gummierung, und rechts beim w-Gummi die grobe Struktur der zu dick aufgetragenen Leimschicht mit den dunklen Punkten der Verunreinigung, die zusätzlich ein Kennzeichen des groben Gummis ist.

  • . . . und weil ich gerade dabei bin, möchte ich (ohne die Edit) mal eine Lanze für das USB-Mikroskop brechen.


    Meiner Meinung nach ist das Geld für so ein Ding wesentlich besser angelegt als für einen DSK jedes Jahr.


    Seht selbst (den kleinen Mückenschiss, der bei einem 24-Zoll-Screen zu einem Pferdeapfel von knapp 2 cm Durchmesser mutiert)


    Wen's interessiert:


    Bei Tchibo gibt es gerade ein recht brauchbares USB-Mikroskop für ca. 50 Euro

  • Ja KJ,


    glar glatt!


    Was mich an der FZ noch so ein bisschen fasziniert, sind die Papierverschiedenheiten.


    Sieht man am besten an Randstücken.


    Zum Druck wurden folgende Papierarten verwendet:


    (1) vom 14. Januar bis 26. Juni 1947


    weißgraues dickes, sogenanntes v-Papier


    (2) vom 14. 7. 1947 bis 4. November 1949


    schneeweißes, sogenanntes y-Papier


    (3) gelegentlich dazwischengeratene abweichende Papierarten, und zwar


    (a) wesentlich dickeres, sogenanntes x-Papier (Kartonpapier)
    (b) wesentlich dünneres, sogenanntes z-Papier