Ein Sammlerleben

  • Da gerade wieder eine Diskussion über Preise, wieviel Wert, Erben u.s.w.
    im Gange ist, habe ich mir mal überlegt wie so ein Sammlerleben eigentlich
    aussieht.Ich kann natürlich nur von mir ausgehen, denke aber, daß es bei
    vielen anderen ähnlich ist.
    Als ich richtig mit den Briefmarken angefangen habe dachte ich noch,
    na ja, ist ein schönes Hobby, mach erstmal und später verkaufst du
    alles und machst dir ein schönes Leben. Natürlich ist alles anders ge-
    kommen. Ein schönes Leben habe ich, bloß verkauft habe ich nichts.
    Und wenn, dann nur um das Geld wieder in neue Marken und nicht
    in irgendwas anderes zu investieren, was in ein paar Jahren nichts mehr
    Wert ist.
    Und wie es aussieht werde ich das solange machen bis ich keine
    Pinzette mehr halten kann.
    Was ich damit sagen will ist, wenn man dem Hobby erstmal verfallen ist,
    kann man eben nicht mehr aufhören. Da ist es ziemlich Wurst ob der
    Wert seiner Sammlung 1000 € oder 50000 € wert ist. Was zählt ist die
    Freude daran und gerade, wenn man die Zeit dafür hat, wie ich jetzt
    gibt es nichts besseres.
    Wie sieht euer Sammlerleben aus?
    Vielleicht schreiben auch unsere jüngeren Mitglieder was dazu

    Suche immer Berlinstempel auf Marken und Belegen, Bitte alles anbieten

  • Dem Hobby so verfallen, daß es heute den Beruf ist.


    Auf den Wert kommt es für mich nicht an, aber je besser bemittelt man ist, kann er schon was für sich leisten, und auch dabei Gutes für das Hobby schaffen. :veryhappy:


    Was mich richtig sauer macht, sind die geizigen Verwandten Kroesus. X( Sie horten gute Sachen und keine kann oder darf ran :frust:, dabei verliert das Hobby viel an Wissen. Das einzige gute dran, die meisten sind so betagt, sie werden bald verrecken, und ihre Sachen werden aufgelöst. :veryhappy:


    Wie der Freund Hein habe ich noch Zeit. :ok:


    mfG


    Nigel

  • Genau!
    Als Kind in den Kessel mit Zaubertrank (Briefmarkensammeln) gefallen und genug für ein ganzes Leben verschluckt. Und jedesmal, wenn es neuen Zaubertrank gibt, habe ich das Gefühl ich müßte mich anstellen und auch etwas abbekommen. Dann kommt der doofe Druide :( und sagt, "Du hast schon genug für dein ganzs Leben abbekommen."


    Und am Schluß muß einer den Kessel sauber machen, und weil ich ein ganz ein braver bin, mach ich das. Und manchmal, aber wirklich nur manchmal, ist noch ein wenig im Kessel, und "schwups" habe ich ein neues Sammelgebiet. :D :D :D


    mfG OBELIX(.fg)

  • Wird wohl bei vielen so ähnlich sein: irgendwann erbt man ein "paar" Marken, überwindet sich einen Katalog zu kaufen (damit man nicht beim Händler über den Tisch gezogen wird), ermittelt drei, vier Tage lang Phantasie-Werte....und kommt plötzlich nicht mehr davon los!


    Bei mir begann es mit kleinen zögerlichen Zukäufe beim Händler (10.-- Euro pro Woche). Gefolgt von großen Umsortier- und Wühlkisten-Orgien (25 Euro pro Woche). Dann Flohmarkt-Sammlungen (umgerechnet 35 Euro pro Woche). Irgendwann e-bay Geschäfte (50 Euro pro Woche). Schließlich Tauschbörsen und Treffen mit Kumpels (80 Euro pro Woche). Es folgt die Literatur mit entsprechend notwendigen Ausgaben und am Ende landet man bei Auktionshäusern und leistet sich umgerechnet 200 bis 500 Euro im Monat, später weitaus mehr. Die Hemmschwelle fällt einfach! Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo das finanzielle Gewissen sich meldet, wenn ein ganzes Monatsgehalt für Marken investiert wird.


    Gleichzeitig wird aber auch der Markt schwierig. Für manche Sachen gibt man einfach kein relevantes Geld mehr aus (es kommt früher oder später von selber). Man lernt es abwarten zu können! Sehr viel mehr wiegt (wie Doktorstamps es schon geschrieben hat), daß man an die wirklich schönen Dinge kaum herankommt. Das Angebot ist einfach spärlich!


    Als Händler hat man´s noch relativ einfach: Das Los ist günstig zu haben und es gibt einen Markt dafür...also investieren! Für mich als Sammler, ist dies jedoch eine andere Sache! Ich kaufe keine Lose die nichts für meine eigene Sammlung bieten! Dennoch muß man oft extrem viel billige Ware mitkaufen, um an ein, oder zwei interessante Stücke heran zu kommen! Das Zeug stößt sich nur sehr langsam wieder ab. Darum ist´s mir auch schon seit langem nicht mehr möglich einen schnöden Wert des ganzen Haufens anzugeben. Ja, ich kann eine Marke heraussuchen und den Wert schätzen...aber das ganze Konvolut? Nö! Keine Chance! Bei mir ist die Sache sogar noch harmlos, wenn ich an die Sammlung von einem meiner Kumpels denke. Meine Güte, da kann man jetzt schon jahrelang bei e-bay einstellen!


    Bitte nicht falsch verstehen....das Geld ist ja nicht versoffen, man kann es mobilisieren (wenn man gut gekauft hat), aber ehrlich gesagt dauert es sehr lange, bis man sich wieder von einem Trumm trennen kann. Es wird einfach weiter gesammelt! Vielleicht so lange, bis ein kritisches Alter erreicht ist und die Umstände einen dazu zwingen.


    Ich kenne beispielsweise einen alten Herrn, der seit geraumer Zeit am Flohmarkt nach und nach seine 600 Alben verkauft (Marke für Marke). Das ist sein momentanes Hobby! Seine Erben wollen keine Marken sehen, also verscherbelt er das Zeug und macht sich jedes Wochenende ein paar nette Stunden am Flohmarkt.


    Es ist ein Hobby, so, oder so! Wenn es einen infiziert hat, dann sitzt man da, mit einem Schrott-Lot, oder stöbert stundenlang in einem Album, um irgendwelche Besonderheiten zu finden, jagt von einer Auktion zur nächsten und verfolgt jede kleine Information die sich im Internet, in den Büchern und bei Tauschfreunden anbietet.


    Ist doch schön, oder?


    Schade, daß unsere Spezies so unverstanden ist...

  • als ich mir überleg habe mit briefmarken anzufangen, hab ich wohl alles unterschätzt ich kommme jetzt nicht mehr los vom sammeln, suche immer wieder geld zusammen um zum händler zu laufen und es da wieder auszugeben.


    leider gibt es hier keinen flohmarkt wo ich vielleicht ein schnäppchen machen könnte, aber auch wenn es doch so viel kostet ich komm nicht mehr los vom sammeln. manchmal denkt man echt man sollte denn tag verfluchen wo man mit dem sammeln angefangen hat, bei mir sieht es dann zumindest so aus das ich stundenlang, auch wenn ich kein geld habe, bei ebay rumhänge und dann überlege was wäre wenn ich geld hätte und träume davon was ich mir dann alles kaufen könnte. ich suche ständig schnäppchen um einfach davon zu träumen. das hört sich jetzt bescheuert an aber was soll man anderres tun, wenn man kein geld hat?


    naja so sieht mein sammler leben aus.

  • Bin mit Briefmarken aufgewachsen, da meine Mutter gesammelt hat und mich oft mitnahm, wenn sie beim Bfm – Händler neue Marken kaufte. Meine Mutter hat mir auch ihre Dubletten gegeben und ich hatte eigene kleine Alben und war ganz stolz. Bloß tauschen konnte ich nicht, denn welche Mädchen im Alter von 9-13, noch dazu in den 60er Jahren, sammelten schon Briefmarken ???
    Dann schlief da Ganze für mich ein, doch die Nähe zu Post und Briefmarken blieb. Habe sogar 1-2 Jahre bei der Post im Ruhrgebiet als Aushilfe – Zustellerin gearbeitet. Lernte dann in Berlin nach dem Studium meinen Mann kennen, der aktiv Bfm sammelte ( wen wunderts ? ) . Meine Mutter wollte eigentlich , dass ich ihre Sammlungen weiterführe, doch als sie verstarb, musste ich das Erbe im Interesse meiner Kleinfamilie ausschlagen. Meine älteren Geschwister haben dann alles verscherbelt. Habe dann beschlossen, meine eigenen Sammlungen aufzubauen und nach Trödel – und Händlerkäufen wurden dann die Bfm – Messen und Auktionen zunehmend interessanter. Hier in Berlin gibt es dazu viele Möglichkeiten. Meine Dubletten verkaufe ich hin und wieder in Form von Kleinlosen auf Internetauktionen wie Ebay oder Delcampe.be. Ich habe aber auch in Berlin ein paar Kontakte mit Tauschmöglichkeiten.
    Am liebsten kaufe ich Sammlungen, da ich mich endlos vertiefen kann in die Suche nach Wasserzeichen, Zähnungen o.ä. – sortieren macht mir einfach Spaß. Auf Kriegsfuß stehe ich mit den verschiedenen Papierstärken, Druckarten und Farben der Briefmarken.
    Die Beschäftigung mit Briefmarken mir in den letzten Jahren oft geholfen, mich vom stressigen Arbeitsalltag ( Sozialarbeit ) abzulenken. Mit einem Sammler verheiratet zu sein, ist recht praktisch, es gibt da gegenseitiges Verständnis.

  • Ich hab geglaubt Ich bin der einzig Narrische der Stundenlang sitzt und sucht und sucht und sucht.
    Es ist aber wirklich so, wenn man sich einmal hinsetzt um an seiner Sammlung weiter zu arbeiten,kann man nicht mehr so einfah aufhören.
    (Meine Frau keppelt immer mit mir da Ich nie ins Bett komme vor 1 Uhr Früh).Es ist wie ne Sucht.Bin Ich Süchtig??

  • Ganz gewiss bist Du nicht der Einzige, der über den Briefmarken Zeit und Raum vergisst....und die Frage bezüglich des Suchtfaktors würde ich glatt mit JA beantworten. :zwinklach: Allerdings handelt es sich hier um eine nichtstoffliche Sucht und diese ist relativ unschädlich für die Gesundheit ( ausser vielleicht nachlassende Sehkraft sowie mangelnde Bewegung ). :D :D :D Schädlich wird diese Form der Sammelsucht erst dann, wenn das gesamte Haushaltsgeld für Briefmarken draufgeht.....oder der nichtsammelnde Ehepartner irgendwann die Koffer packt :vorsicht:
    Zum Glück sammelt mein Mann ja auch :smilie:


    Gruß Shqip

  • Mir macht es Freude, das Hobby meines Sohnes zu begleiten, und demnächst wird er euch aus der Sicht eines neunjährigen Kindes, das als einziger in einer fünfköpfigen Familie Briefmarken sammelt berichten.
    Ich habe den Eindruck, dass er in seiner Beschäftigung mit Briefmarken richtig aufgeht und sehr viel Freude daraus schöpft.