Belege Dänemark

  • Hallo Gründi,


    irgend etwas scheint Dir in den Weg gekommen zu sein, Du hast Deiner Ankündigung keine Taten, sprich Belege folgen lassen. das ist schade, denn es muss doch ein paar deutschsprachige Dänemarksammler geben.


    Ich werde deshalb heute einen meiner Belege einstellen. Vielleicht lässt sich dieser Thread reanimieren.


    Eine Einzelfrankatur der 8 Øre "Tofarven" bzw. "Zweifarbige Ziffernausgabe". Afa 25B, Michel 25IYBa. Eigentlich banal, denn die 8 Øre Marke diente als Porto für den Inlandsbrief bis 250g Gewicht. Hier aber als Frankatur für ein Orts-Paket mit 50 Kvint Gewicht (1 Kvint entspricht etwa 5g). Sieht man nicht so häufig.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Nochmals ein Versuch deutschsprachige Dänemarksammler zur Teilnahme am Forum zu bewegen.
    Ich zeige hier eine Auslandspostkarte aus dem Jahr 1934 portogerecht frankiert mit einer 20 Öre Marke der Karavelle-Ausgabe 1927 in Buchdruck Afa 171 bzw. Michel 169.
    Es handelt sich hierbei um eine Spätverwendung, denn die 20 Öre Marke Karavelle-Motiv Stichtiefdruck Afa 204 bzw. Michel 203I kam bereits im September 1933 an die Postschalter.
    Die 20 Öre Karavelle Buchdruck diente in ihrer "normalen" Verwendungszeit 1927 - 1933 als Einzelfrankatur für Postscheckeinzahlungsquittungen (dänisch: indbetalingskort). Diese wurden als Quittung für die Einzahlungen archiviert und später offenbar ausnahmslos vernichtet. Jedenfalls habe ich noch nie ein Exemplar zu Gesicht bekommen. :(
    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo,


    heute dänische Einzelfrankaturen zum Dritten - Keine Angst, irgendwann kommen auch Mehrfach- und Mischfrankaturen -


    Es handelt sich hier um eine Postkarte, die im Dezember 1931 in Kopenhagen nach Reykjavik/Island geschickt wurde. Die Postkarte ist mit einer 10 Öre Marke (Afa 189 bzw. Michel 188) frankiert. Das Porto galt für Postkarten in die "Norden"-Staaten (neben DK noch N, S, IS und SF) vom 1.1.1927 bis 30.6.1940 (seit dem 1.6.1922 entsprach das Norden-Porto für Postkarten dem Inlandsporto!).
    Die Ausgabe zum 60. Geburtstag König Christian X. löste am 26.9.1930 für ein Jahr die gebräuchlichen Dauermarken mit Wellenlinie- und Karavelle- Motiv ab. Es handelte sich sozusagen um Sonder - Dauermarken.
    Außerdem ist eine dänische Weihnachtsmarke - es war schließlich Advent - verklebt worden, dänisch: Julmærke. Julmærker sind in Skandinavien ein beliebtes Sammelgebiet.
    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    heute werde ich ein wenig "moderner" Außerdem erstmals eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur.


    Es handelt sich hierbei um die Postkarte EB100 (Michel P212) mit Zusatz Afa 248 (Michel 246xAb) als Auslandspostkarte nach Funchal auf der zu Portugal gehörenden Insel Madeira. Porto 25 Öre vom 1.7.1940 bis 31.5.1950. Poststempel Odense 4.5.1942, rückseitig Ankunftstempel Funchal 19.5.1942. Zensurstempel "Ad" der Auslandsbriefprüfstelle München (u. a. für Spanien und Portugal zuständig), diverse Zensorenstempel.


    Ganzsache und Frankatur Massenware, der Beleg ist aber aufgrund der ungewöhnlichen Destination Madeira dennoch reizvoll.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo steppenwolf,


    das ist eine wirklich leckere Nachporto-AK von den Færøerne :P.


    Das Postkartenauslandsporto (die dänische Post war bis 1975 zuständig) betrug vom 1.7.1875 bis 31.1.1921 10 Öre).


    Folgerichtig T-Stempel und Nachporto. Wenn die 3,- der Preis in Euro war hast Du ein echtes Schnäppchen gemacht. Glückwunsch!


    Klaus

  • Hallo,


    in meinem Beitrag zu Aufdruckfälschungen dänischer Provisorien hatte ich versprochen, etwas über die 80 Öre Provisorien (Afa und Michel Nr. 82, 83) zu schreiben.
    In den "Offiziellen Mitteilungen" des dänischen Generaldirektorats für das Postwesen vom 15. Juli 1915 wurde mitgeteilt, dass zum 1. August eine neue 80 Öre Briefmarke mit dem bekannten Bildnis König Christian X herauskommen würde (Ersttag war dann doch der 2. August).
    In der Zwischenzeit würden Überdruckmarken an die Postämter Kopenhagen K, Kopenhagen Bahnhof und Kopenhagen Freihafen ausgeliefert werden. Andere Postämter, die ebenfalls Bedarf an den neuen Überdruckmarken hätten, mögen Bestellungen an das Postamt Kopenhagen Bahnhof richten.
    Die dänische Post produzierte also eine Überdruckausgabe mit einer Gesamtauflage von gerade mal 97.800 Marken, um einen Zeitraum von etwa zwei Wochen zu überbrücken!!!
    Das hier kommerzielle Gedanken eine Rolle spielten, dürfte klar sein. Begründet wurde der Bedarf an 80 Öre Marken mit dem stark zunehmenden Paketversand nach Russland (inklusive Finnland). Das Paketporto via Schweden betrug 180 Öre.
    Die Marken kamen am 17.7.1915 an die Postschalter und waren bereits am Folgetag ausverkauft. Händler und Sammler stürzten sich gierig auf die neuen Provisorien.
    Leider ist nicht bekannt, welche Postämter Bestellungen beim Kopenhagener Bahnhofspostamt aufgaben. Viele waren es wohl nicht.
    Eine Paketkarte nach Finnland wird im Afa-Katalog bepreist (DKK 5.500), ich kenne aber keine und auch Jørgen Gotfredsen schreibt in seinem ausführlichen Artikel in der NFT 6/1979, dass ihm keine Paketkarte nach Finnland mit 80 Öre Provisorium bekannt ist.
    Hier zeige ich einen Inlandsadressbrief für drei Pakete von Ringkjøbing nach Lemvig. Das Porto betrug 80 Öre, ist also portogerecht frankiert. Am 18.11.1915 abgestempelt, dass wäre ebenfalls möglich, wenn das Postamt Ringkjøbing einen bzw. einige Bögen bestellt hätte. Es handelt sich hierbei also höchstwahrscheinlich um einen Bedarfsbrief, zumal Absender und Empfänger Zeitungsverlage waren. Eine echte Grossrarität der dänischen Philatelie, wesentlich seltener als eine Afa/Michel Nr. 2 auf Brief, aber Seltenheit ist nicht immer ein Masstab für den Preis.
    In den nächsten Tagen zeige ich dann eine Paketkarte nach Finnland mit der 80 Öre Marke Christian X (Afa Nr. 83, Michel Nr. 74).


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    und wieder ein Dänemarkbeleg von mir. Jetzt zur Abwechslung was fast normales. Afa 71 bzw. Michel 70 aus der ersten Staffel der König Christian X Dauermarkenserie als Einzelfrankatur auf Auslandsbrief der 1. Gewichtsstufe nach Wien in Österreich (oder Østrige auf dänisch). Auslandsbriefe der 1. Gewichtsstufe kosteten vom 1.7.1885 (UPU-Gründung) bis zum 31.1.1921 20 Öre, allerdings wurde am 1.10.1907 das Höchstgewicht von 15g auf 20g heraufgesetzt.
    Der hier gezeigte Brief ist in erster Linie aufgrund seiner grafischen Gestaltung reizvoll (ich weiss, Juroren geben auf so etwas keine Punkte - aber wir sammeln doch aus Spass an der Freud, oder). ;)


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    mein heutiger Brief ist eine Einzelfrankatur der Afa 125 (Michel 121) auf Brief von Aabenraa (Apenrade) nach Flensburg. Das normale Auslandsporto betrug vom 1.2.1921 bis 31.10.1925 40 Öre. Dies hier ist aber ein Grenzportobrief, und hier betrug das Porto vom 26.9.1921 bis 31.3.1926 nur 20 Öre.
    Forumsmitglied Baldersbrynd hat vor einigen Jahren ein schönes kleines Buch zum deutsch-dänischen Grenzporto aus deutscher Sicht geschrieben. Vielleicht ist es noch erhältlich.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,
    auch mein heutiger Beleg ist wieder eine Einzelfrankatur. Ich liebe Einzelfrankaturen ;)


    Es handelt sich um einen eingeschriebenen Auslandsbrief der 1. Gewichtstufe an den bekannten Münchner Briefmarkenhändler und Auktionär Larisch. Der Brief ist mit einer 35 Öre Marke der 1. Ausgabe König Christian X portorichtig frankiert (Afa 73, Michel 72). Porto vom 1.7.1875 bis 31.1.1921 20 Öre, allerdings wurde das Höchstgewicht der 1. Gewichtsstufe am 1.7.1919 von 15 auf 20 Öre heraufgesetzt. Einschreibegebühr 15 Öre bis 30.6.1920.


    Der Stempel "Anbefalet" = Einschreiben ist nicht postalisch!


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    auch heute ein Beleg aus Dänemark. Nein diesmal ist es keine EF - obwohl - auch diese Postkarte begann als Einzelfrankatur!


    Mit einer 12 Öre Marke frankierte Postkarte aus Svaneke (Bornholm) nach Kolding. Der Empfänger war zwischenzeitlich nach Frankreich abgereist, als Zusatzfrankatur für das korrekte Auslandspostkartenporto eine 8 Öre Marke verklebt. Adresse St. Gervais les Bains - poste restante.


    Als Gebühr für poste restante wurde in Frankreich noch eine 30 centimes Marke angebracht. Hübsch, nicht wahr. :jaok:


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    heute nochmals eine Paketkarte. Diesmal für ein Paket mit 4,5 Kg Gewicht aus Kopenhagen nach Rostow in Russland aus dem Jahr 1915. Porto 180 Öre, hier mit 1x1Kr. (Afa 75), 1x50 Öre (Afa 74) und 2x15 Öre (Afa 70) frankiert. Transitstempel Malmö und Helsinki, rückseitig Ankunftstempel Rostow. Überraschenderweise keine Zensurvermerke und auch keine Übersetzung ins kyrillische, wie man es sonst so häufig auf Sendungen ins Zarenreich sieht.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    auch heute wieder ein Dänemark - Beleg von mir. Natürlich eine Einzelfrankatur - was habt Ihr denn gedacht. Dieser Beleg verbindet zwei Sammelgebiete von mir. Dänemark und "via Sibirien."
    Dänemark sammel ich seit Jahrzehnten, vor einigen Jahren kam ich bei einem Klubtreffen in Kopenhagen auf die Idee "via Sibirien" aus der Sicht Dänemarks zu sammeln. Dies wurde durch einen Vortrag in unserem Münchner Klub noch bestärkt. Wir sind so verrückt unseren Klubabend nicht zum Tauschen oder Kartenspielen zu nutzen sondern jeden Montag einem philatelistischenVortrag eines unserer Mitglieder oder Gastes (kommt nicht so häufig vor) zuzuhören.
    Zurück zum Thema. Transsibirien aus dänischer Sicht ist spannend, da Dänemark im ersten Weltkrieg neutral blieb und im zweiten Weltkrieg ohne gegenseitige Kriegserklärung von den Deutschen einfach überrannt wurde. Demzufolge ist Transsibirien bis etwa 1944 ein Thema.
    Infolge des russischen Bürgerkrieges wurde der Posttransit von/nach Ostasien via Sibirien Anfang 1918 eingestellt. Erst im Juli 1924 wurde der Transit nach dem Beitritt der Sowjetunion zum Weltpostverein wieder aufgenommen. Hier eine Auslandspostkarte aus Vedbæk nach Pei-ta-ho vom 30.06.1924, es dürfte sich um eine der ersten Postsendungen im wieder möglichen Posttransit via Sibirien gehandelt haben.
    Als Frankatur eigentlich Massenware, Auslandspostkartenporto 25 Öre vom 1.2.1921 bis 31.10.1925. Vor dem Hintergrund des Posttransits via Sibirien aber eine kleine Perle.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    mein heutiger Beleg ist - natürlich - eine Einzelfrankatur. Die 10 Öre Marke mit dem Bildnis König Frederik VIII (Afa Nr. 55, Michel Nr. 54) wurde als Porto für Auslandspostkarten (Weltpostvereinsfarbe rot) verausgabt. Außerdem konnte man u. a. einen Inlandsbrief oder einen Skandinavienbrief (nach Norwegen und Schweden) mit der 10 Öre Marke frankieren. Mit anderen Worten, Einzelfrankaturen der 10 Öre Marke sind Massenware.
    Hier aber wieder ein Liebhaberbeleg: Ein dänischer Briefmarkensammler möchte mit einem jungen Osmanen, der Schüler an der Wirtschaftschule Saloniki war, in Tauschkontakt treten (Saloniki war 1909 noch Teil des Osmanischen Reiches!). Der junge Mann war zwischenzeitlich aber nach Konstantinopel (Istanbul) zurückgekehrt und zwar in den Stadttteil Galata. Dort unterhielt das französische Auslandspostamt Constantinople ein Nebenpostamt. Post von und nach dem französischen Postamt Constantinople-Galata ist zwar keine Toprarität, aber auch nicht häufig.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    mein heutiger Brief ist auch wieder eine Einzelfrankatur, nämlich Afa 23 (10. Auflage), bzw. Michel 23IYAb. Hier als Frankatur für einen Ortsbrief aus Hasle (Bornholm) vom 26.12.1877 (laut inwändiger Datierung). Die Marke wurde mit dem Nummernstempel 103 entwertet, Datumstempel (Lapidar-Type) Hasle 26/12.
    Ein mit einer 4 Öre Marke frankierte Ortsbrief ist wirklich nicht ungewöhnlich, das Besondere an diesem Brief ist der handschriftliche "haster"-Vermerk. "Haster" steht für eilig, ich glaube dies erschließt sich jedem auch ohne tiefere Kenntnis der dänischen Sprache.
    Dienstbriefe - dieser Brief war an den Bye og Herredsfogd gerichtetet - waren schleunigst zuzustellen, wenn sie den Zusatz "haster" trugen.


    Trug ein Privatbrief diesen Zusatz, dann hätte der Postmeister den Brief nur dann beschleunigt austragen lassen, wenn er sicher war, dass ihm der Empfänger diese Dienstleistung auch entlohnt.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    heute habe ich etwas ganz verrücktes - eine Postvollmacht. Ich bitte auch zu beachten, es handelt sich um eine Mehrfachfrankatur. ;)


    Solche Generalpostvollmachten, die es dem Bevollmächtigten gestatteten, Postsendungen für eine Person oder Firma etc. entgegenzunehmen wurde vermutlich 1884 in Dänemark eingeführt. Notwendig waren zwei Zeugenunterschriften!! Diese spezielle Vorschrift galt bis etwa 1928. Gültig waren sie zwei Jahre, es gab auch eigene Formulare für die Verlängerung einer Postvollmacht.


    Ab dem 1.3.1921 waren Postvollmachten nicht mehr gebührenfrei, die gebühr in Höhe von 1 Krone blieb vom 1.3.21 bis zum 2.7.1967 konstant!!! :O_O:


    Danach gingen die Gebühren aber analog zu den dänischen Porti kontinuierlich in die Höhe.


    Das Beispiel hier aus dem Jahr 1979 mit 5 Kronen Gebühr (vom 1.11.1977 bis 31.12.1980).


    Moderne Postvollmacht sowie Verlängerungsanträge aus den 60ger und 70ger Jahren sind gar nicht mal so selten, aber nur ein paar Spinner (so wie ich) interessieren sich für diese Form des Altpapiers.


    Viele Grüße
    Klaus

  • Hallo,


    noch eine MEF gefällig? Eigentlich sammel ich nur die Buchdruckausgaben Dänemarks (bis 1933), für Postformulare mache ich eine Ausnahme und auch für Belege wie den folgenden:


    Hier zeige ich einen Viererblock der 10+5 Öre Wohlfahrtsmarke Afa 268 (Michel264) Prinsesse Margarethe 1 års fødselsdag (Kronprinzessin Ingrid mit Tochter Margarethe zu deren 1. Geburtstag). Auslandsbrief der 1. Gewichtsstufe nach Teheran/Iran via UdSSR. Porto 40 Öre vom 1.7.1940 bis 31.5.1950. Rückseitig deutsche Zensur.


    Viele Grüße
    Klaus