Wer kann's entziffern ?

  • Aus dem Altdeutsch gibt es ähnliches was mit Währung zu tun hat


    Ortsgulden, Ein Viertel eines Guldens
    Ortsthaler, diese glich 6 Groschen
    Ortsgroschen, ein in einigen Gegenden üblicher Name einer Münze, welche der vierte Teil eines Groschens, oder ein Dreyer ist.
    Ortlein schweizerische Silbermunze die je nach Herkunft 13½Kreuzer oder aus Schaffhausen 15Kreuzer entsprach


    mfG


    Nigel

  • Michael D


    wenn ich mir dies alles durchlese und einmal die Vorschläge versuche zu kombinieren, komme ich zu dem Ergebnis, dass es eventuell "Ortsmaß" heissen könnte. Den Anstoß gab doktorstamp, mein Dank hierfür.


    Für meine Begriffe ergäbe dies durchaus Sinn.


    Der Brief ist postlagernd gesendet, d.h. er wurde nicht zugestellt und verblieb beim Postamt. Nach einiger Zeit wird eine Gebühr hierfür erhoben, welche mit Sicherheit in den einzelnen Postämtern unterschiedlich sein konnte. Bisher habe ich diesbezüglich noch nichts gefunden.


    Gedanklich war ich auf Packkammergeld aus, da es sich um ein Begleitbrief handelt.


    In diesem Zusammenhang ist sogar denkbar, dass der eine Silbergroschen sowohl das Packkammergeld (für das Paket) und die Gebühr für postlagernd (für den Brief) entspricht.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Hallo,


    bin Altbriefe betreffend absolut unbedarft!


    Könnte es sein, dass dort (1 Sgr) Portonachz.(ahluing) stehen könnte? Würde dann auch die Addition auf 3 Sgr. klären. Aber leider habe ich Null Ahnung von Porti in dieser Zeit! Und damit kann ich natürlich auch nicht begründen, wie es zu dieser Nachzahlung von 1 Sgr. kommen konnte.
    Vielleicht ist es eine Hilfe in Eurer sehr interessanten Diskussionsrunde bezüglich der Interpretation der Schriftzeile???


    Gruß harweg

  • Hallo Michael und die anderen Rätsler


    Mit dem Ortsnetz stimmt wahrscheinlich nicht der Begriff kam erst mit Elektrifizierung und Telefon auf. Um das Rätseln etwas zu erleichtern hänge ich mal German Script als ABC dran einmal grosse und danach kleine Buchstaben vielleicht gelingt es ja jetzt einem, bleibe auch noch dran und melde mich wieder.


    Einen schönen Freitagabend wünscht Gregorien

  • Hallo Ihr Rätsler


    Lässt mir doch keine Ruhe diese Schnörkelschrift zu entziffern. Auch wenn selbst einige von Euch und selbst ich der Meinung sind das es das Wort Ortsnetz oder Ordnetz 1865 noch nicht gegeben hat soiwe das Wort Ortmass mal die Wörter auf altdeutsche Schrift umgelegt( siehe Anhang ).


    Vielleicht könnt Ihr mir noch andere Vorschläge senden dann gebe ich die mal ein.


    Ein schönes Wochenende wünscht Euch


    Gregorien

  • Hallo Miteinander


    Hatte gerade eine Anfrage das jemand die Datei nicht öffnen konnte und diese nicht richtig dargestellt wurde habe die Datei mal gescannt und als jpg.Datei angehängt, so sollte es besser und bei allen klappen.


    Weiterhin viel Spass damit


    Gregorien

  • Hallo Zusammen


    da bei mir die Schriftart garnicht vorhanden war, konnte ich es nicht sehen.
    Auf der Suche bin ich fündig geworden, jedoch ist der Name ein anderer. Entwerder unmennen oder die Schriftart im Dokument ändern.
    Im allgemeinen reicht es aus, die Datei in das Verzeichnis Winodows\Fonts zu kopieren.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Hallo liebe Miträtseler,


    vielen Dank für eure vielfältigen Anregungen.
    Bei dem Begriff Ortsmaß u.ä. Begriffen habe ich folgendes Problem:
    Wenn dieser Begriff in Verbindung mit dem 1 Sgr., der anscheinend hinzuaddiert wurde, von einem Postbeamten aufgeschrieben wurde, müßte es sich eigentlich um ein Wort handeln, das einen von der Post verwendeten Begriff beschreibt/enthält/...
    Natürlich kann es sich dabei um ein Wort handeln, welches uns heutigen Sammlern nicht merh bekannt / geläufig ist.
    Der Begriff Ortsmaß ist mir allerdings noch nie begegnet und auch alte Wörterbücher und Internet-Recherchen bringen mich da nicht weiter.
    Anscheinend hat ja auch keiner der Mitleser schon mal von diesem Wort gehört.


    Ich vermute ja auch, das es sich um eine Art Kammergeld o.ä. handelt.
    Leider tauchen in dem Gekritzel aber Wortfragmente wie Kammer - Paket - Lager - Gebühr etc nicht auf.


    Viele Grüße
    Michael

  • Hallo Michael,


    ohne etwas hinein zu interpretieren wurde folgendes geschrieben (meiner Meinung nach):


    1 Sgr. P(o)strest(antz)


    Zu den blau taxierten 2 Sgr. kam noch dieser 1 Sgr. für den Postsonderdienst, so dass darunter die Summe von 3 Sgr. für den Empfänger notiert wurde.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassisch,


    was Du alles so entzifferst - Respekt und Danke ! :jaok:


    Leider geht aus dem Brief nicht die Lagerzeit in der Packkammer hervor, so dass man nicht ableiten kann, ob eine derartige Verwahrgebühr vom 1.Tag angefallen ist.
    Jedenfalls ist dieser Beleg Anlass für mich, in den Tax-Reglements zu Angaben über postlagernde Fahrpost-Sendungen zu suchen.


    Viele Grüße
    Michael

  • Hallo,


    hier bin ich zwar neu, aber beim Lesen alter Dokumente habe ich einige Erfahrung:-)
    Das heißt: Sgr. Botenlohn.


    Der erste Buchstabe ist eindeutig ein B kein O,
    der zweite ein o, zugegeben verunglückt, weil eng zusammengeschrieben.
    t, e und n sind eindeutig
    l und o eng aneinander
    das Sütterlin h auch eindeutig
    und das letzte n schwenkt mit seinem letzten Bogen nach unten weg - so nicht unüblich, habe ich schon öfter gesehen.
    Und Botenlohn macht dann in dem Zusammenhang wohl auch Sinn, oder? Die Sendung wurde irgendwann doch zugestellt und der Lohn dafür addiert.


    Viel Grüße

  • Hallo Rikalt,


    willkommen hier im Forum ! Schön, dass Du dich direkt hier mit deinen Kenntnissen einbringst.


    Deine Lösung kann ich nachvollziehen und es ist auch ein plausibler Begriff.
    Nur in diesem speziellen Fall sehe ich das Problem, dass es sich um eine postlagernde Sendung handelt. Woher wußter also der Bote, wohin er den Brief (oder das Paket) bringen sollte. In diesem Fall hätte meiner Meinung nach eine Adresse nachgetragen werden müssen.


    Aber ungeachtet dieser Bedenken ist deine Lösung gut. Vielen Dank dafür.


    Viele Grüße
    Michael

  • Adresse steht doch drauf:-)
    Herr C. G. Huland, Niederseßmar, Gummersbach.


    (Tatsächlich steht da Xuland, es müßte aber Huland heissen. Gibt es heute noch: )


    Gummersbach hat heute 53.000 Einwohner, incl. Niederseßmar (heute 3100). Geht man davon aus, dass sowohl das Zentrum als auch der Ortsteil eine gleiche Bevölkerungsentwicklung hinter sich haben, kann man zurückrechnen: Gummersbach 1890: 7748, also Niederseßmar 450 Einwohner. Es könnte eine Verschiebung aufgrund der Industrie in Niederseßmar geben, aber mehr als 600 Einwohner wird der Ort 1865 (?) wohl nicht gehabt haben.
    Geht man weiterhin davon aus, dass Huland einem Gewerbe nachging, für das er den Inhalt des Paketes brauchte, wird er eine ortsbekannte und wohl auch dem Postboten bekannte Persönlichkeit gewesen sein, für die weitere Angaben nicht nötig waren.
    Kenn ich so auch von anderen Briefen mit Adressen auf dem Lande bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.


    Also bedurfte es lediglich einer Aufforderung durch Huland, das Paket zuzustellen: So alt war der Landpostdienst, also die Zustellung nach Hause noch nicht. (Da gibt es hier bestimmt jemanden, der das genauer sagen kann) Vor Einrichtung des Landpostdienstes war postlagenrd ja quasi obligatorisch und irgendwie mußte die Empfänger ja erfahren, dass beim Postmeister ein Brief für ihn lag. (Wie, ist mir auch noch nicht ganz klar, aber vielleicht weiß das jemand hier). Es muss also irgendwelche Laufburschen, Fuhrleute, Markthändler oder Klatschmäuler gegeben haben, die die Information weitergaben. Und die wird es auch 1865 noch gegeben haben. Niederseßmar lag an der Kreuzung der Landstraßen Elberfeld nach Siegen und Köln nach Olpe. Da kam sicher der eine oder andere Bote oder Laufjunge vorbei, der die Kunde vom postlagerndem Paket in Gummersbach überbrachte.
    Und wenn Huland demselben Gewerbe nachging, wie seine vermeintlichen Nachfahren heute noch, stand der Informant sogar auf der anderen Seite des Tresens.


    Das ist jetzt mehr geworden, als ich wollte und hört sich vielleicht etwas klugscheisserisch an, ist aber nicht so gemeint:-)


    Übrigens alles ergoogelt. Bis gestern hatte ich noch nie was von Niederseßmar gehört.....

  • Hallo Rikalt,


    Respekt !
    Gut recherchiert und plausibel erklärt.
    An diese Variante der - gar nicht so ungewöhnlichen - Postlagerung hatte ich ehrlicherweise bei diesem Brief gar nicht gedacht.


    Danke für die Mühe !


    Viele Grüße
    Michael

  • Hallo,


    ich kann zwar nicht für Preußen sprechen, aber in der "guten, alten bayerischen Zeit" lag der Brief, wenn der Empfänger ihn nicht durch den Ortsbriefträger überbracht bekam, auf der Post und harrte seiner Abholung.


    Daher gingen die Leute früher, wenn sie es konnten, selbst jeden oder fast jeden Tag zur Post und fragten, ob etwas für sie angekommen war.


    Drohte etwas zu lange zu liegen (poste restante ist etwas anderes), dann konnte man den Empfänger informieren, was aber immer kostenpflichtig war.
    Stille Post gab es aber auch, denn die narrative Gesellschaft brach erst später auseinander ... ;)


    Und die Anzahl der Boten war enorm vor 150 - 200 Jahren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch