• Aufgrund mehrer Fragen zu dem abgebildeten Brief, stelle ich ihn unter dem Thema AUGSBURG ein. Briefe aus Augsburg gibt es jede Menge. Denn Augsburg ist die drittgrößte Stadt Bayerns und damals Handelszentrum
    Vielleicht ist hier ein Augsburg-Kenner der meine Fragen zu dem einfachen Briefchen beantworten kann:


    1. Marke = 4 II 2 (Druckzeit ab Sept. 1856 lt. SEM - das wäre also die erste
    Auflage der Platte 2 - ab wann wurde diese in Augsburg verwendet)?


    2. Mühlradstempel 28- lt. SEM - III. Verteilung oMR - lt. Wi. Beleg 6.12.56 -
    also im 1. Monat der Verwendung und a-Type?


    3. Zweikreisstempel mit Zierstücken - ohne Innenkreis (siehe Vergleich
    Wü-Ankunftstempel, wo ebenfalls der Innenkeis Lücken hat)
    Ist der Stempel nur zu schwach aufgedrückt oder fehlte da tatsächlich der
    Innenkreis - lt. SEM soll es einen solchen als Spätform geben?


    Luitpold

  • Danke Nils für diese schnelle Antwort und hilfreichen Hinweis. Die Marke mit dem Falschstempel findet sich hier


    bayern klassisch schrieb so schön "Die Forschung geht weiter". So hoffe ich auf weitere Antworten.


    Viele Grüße
    Luitpold

  • Hallo Prinzregent ;)


    Mit dem Link komme ich leider nicht klar. Welche Marke hat angeblich einen Falschstempel???
    Soweit ich mich erinnern kann, ist keineswegs erwiesen, dass es sich um einen Falschstempel handelt. Bitte schick nochmal den Link. Danke

  • Lieber Luitpold,


    ich sehe deinen Thread erst jetzt - zur 1. Frage:


    Die 4II Platte 2 gibt es noch mit dem gM 18 der 1. Verteilung. Sie dürfte auch in Augsburg zahlreich angeliefert worden sein. Es gibt dort auch noch 1. Platten bis 1857 noch häufig. Sicher ist das eine Marke aus den ersten Wochen des Drucks.


    Zur 2. Frage:


    Augsburg hat sofort einen offenen 28 bekommen, wie fast alle großen Poststellen auch. Es gibt also noch frühere Abstempelungen als vom 6.12.1856.


    Die 3. Frage hat der Link von Nils beantwortet.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassich,


    nicht nur München und Nürnberg, wohl auch Augsburg ist ein weißer Fleck in der bayrischen Postgeschichte. Deshalb war das hier mal ein "Testballon". Im übrigen finden sich gerade aus Augsbur, wie oben schon geschrieben 3. größte Stadt Bayerns (!), viele kleine Briefe, die doch eigentlich ein "Forschen" - was wurde wann - ermöglichen sollte.
    Die Aktualisierung der Daten bei SEM (?) - wer hat denn einen "Ersttagstempel" vom oMR 28 ? - wird wohl noch lange auf sich warten lassen. Auch die neuen Erkenntnisse der Verwendungszeiten der jeweiligen Platten.
    Und das mit dem Augsburger Zwei-Einkreiser ist auch ungeklärt, wie so viele "Randnotizen". Wobei für mich das ein "Einkreiser" ist. Schlecht abgeschlagen, ergibt sich doch irgendwo im Innenkreis ein kleiner Abdruck, wie hier nochmal gezeigt.
    Eigentlich ist mir die Stempelentwicklung in den Sinn gekommen, als ich wieder mal den Zwei-Einkreis von Augsburg sah. Denn letztendlich waren später alle Stempel rund - mit einem Kreis (unberücksichtigt die späteren Stempel nach Braungardt-Typ - den Maschinenstempeln und Banhpoststempenln).
    Für die Post war nur wichtig, dass die Marke "unbrauchbar" wurde. Dass der Aufgabeort auf dem Brief stand und in späterer Zeit auch Aufgabetag und -Stunde. Die Oberpostämter hatten freie Wahl, welche Stempelform sie in ihren Expeditionen verwenden ließen. Hier ist auch Augsburg eine Fundgrube. Nur, da sucht (noch) keiner! Oder?


    Luitpold

  • Hallo Luitpold


    Die Augsburger Stempeln sind ja auch ganz interessant. Und ein grosses Forschungsgebiet. Habe mal in meine Markenzeit gedacht dass ich so viele Augsburg Marken wie möglich kaufen sollte. So lange hatte es nicht gedauert vor ich damit aufgehört habe. Kluger bin ich auch nicht geworden ;)


    Einige Briefe habe ich auch gekauft. Zeige ein paar davon hier. Ein von 1859, der andere von 1872.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Lieber Luitpold,


    soweit ich weiß, ist Kreuzerjäger ein Augsburg - Sammler. Aber um wirklich fundierte Aussagen zu der Stempelgeschichte eines großen Ortes machen kann, vergehen oft ein paar Jahrzehnte, eine große Festplatte und ein gut gefülltes Griokonto vorausgesetzt.


    Die Forschung ist kein Ziel für die allermeisten Sammler, so schade ich das finde. Man ist fleissig über viele Jahre, und am Ende kann man einen besseren Zweizeiler über seine neuen Erkenntnisse schreiben, den die Masse der Sammler schnell und derne überliest. Ab und zu gibt es auch ein Schulterklopfen. Das war es dann aber auch schon.


    Die Kataloghersteller sind oft eher an niedrigen Druckkosten, als an der Ausdehnung von Verwendungsdaten interessiert. Was sich nicht kommerziell ohne große Zeitverzögerung nutzen lässt, ist für sie verlorenes Wissen, mithin sinn- und zwecklos (würden alle immer so gedacht haben, wäre der Schwarze Einser wohl die erste Sachsen - Marke).


    Wird die Spezialsammlung am Ende einer "Sammlerkarriere" angeboten, sind Untergebote die Regel, wenn sich überhaupt einer findet. Aber selbst der ist eher an einer Zerschlagung der Sammlung und damit des in ihr ruhenden Wissens interessiert und weniger an deren Fortführung.


    Die Auszeichnungen des BDPh gelten eher anderen als denen, die wirklich etwas für die PO geleistet haben. Bürokraten eben, denen die Veränderung immer ein Dorn im Auge ist und Forschung steht eben immer für Veränderungen, bedingt durch die neuen Forschungsergebnisse, die es einzupflegen gilt. Damit macht man sich aber Feinde.


    Fazit: Gäbe es keine Foren, deren Forschungserkenntnisse aber eher gering sind, und die ARGEn, dann würde die Forschung fast einschlafen. An einem Mangel von Betätigungsfeldern kann es aber nicht liegen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Zitat

    Original von bayern klassisch
    sind Untergebote die Regel, wenn sich überhaupt einer findet. Aber selbst
    Fazit: Gäbe es keine Foren, deren Forschungserkenntnisse aber eher gering sind, und die ARGEn, dann würde die Forschung fast einschlafen. An einem Mangel von Betätigungsfeldern kann es aber nicht liegen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    Gerade das bemängele ich. Hier im Forum z.B. wird fleißig gezeigt, erklärt und diskutiert. Aber wo bleibt das Geschriebene? Es kann doch nur über eine Veröffentlichung in den ARGE-Rundbriefen oder Sonderpublikationen (die gibt es ja) gehen, um etwas längerlebig zu bleiben - und nachgeschlagen zu werden.
    Leider hört man hier wenig auch von der Möglichkeit der Veröffentlichung in Datenform (CD z.B.).


    Luitpold

  • Hallo,


    ich sammle die Kreuzerausgaben ausschließlich mit Augsburg oMR 18 ( vier Stempelvarianten ), gMR 28 ( eine Stempelvariante ? ) und oMR 28 ( sieben Stempelvarianten ).


    Meine Frage an Euch:


    Hat jemand Belege bzw. Marken mit den sieben verschiedenen oMR 28 vorliegen? Und könnte mir hier Fotos mailen...


    Und: Gibt es beim gMR 28 Bergzabern bzw. Augsburg einen Unterschied? Mir liegt ein gMR 28 mit kleinerer Zwei als die Acht vor, und ein gMR 28 wo die Zwei mit der Acht die gleiche Größe hat. Wer hat hier Belege oder Kenntnisse?
    Lt. Literatur gibt es nur einen gMR 28...


    Freue mich über Infos - Grüße aus Oberbayern - Torsten

  • Hallo Wissende,


    mir liegt de abgebildete Bogen der (Commission für Retourbriefe Augsburg" vor.


    Ist dier Bogen echt oder ein Reprint?


    Rückseitig keine Gummierung, -sreste.
    Papier leicht vergilbt, ziemlich dünn.


    Danke.


    mars

  • Hallo mars,


    ich kenne solche Marken nicht auf Retourbriefen, aber das muss nichts heißen, weil es wohl mehrere Typen/Untertypen geben kann.


    Wenn in der Literatur von Fälschungen gesprochen wird, weiß ich nicht, ob Brieffälschungen oder Fälschungen dieser Retourmarken selbst gemeint sind.


    Diese Retourmarken kosten sehr wenig und werden kaum gesammelt.


    Anders sieht es aus, wenn sie auf einem Brief kleben - dann wird es immer 3-4stellilg und eine Prüfung sollte dem Fachmann vorbehalten bleiben. Echte Retourbriefe mit diesen Marken sind Seltenheiten, die 3er Streifen der Schwarzen Eins auf Brief locker in den Schatten stellen.


    Vom Bogenschema 7x5 Marken würde es passen.


    Leider sind die bayer. Retourmarken ein vernachlässigtes Thema, jedenfalls sind mir keine neueren Forschungsarbeiten aus der Kreuzerzeit in den letzten Jahren über den Weg gelaufen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Mars,


    bei Deinem Bogen Retourmarken handelt es sich um ein Essay.
    Die tatsächlich verausgabten Retourmarken waren gummiert.
    Einfachstes Unterscheidungsmerkmal von Essay und verausgabter Retourmarke
    sind die vier Arabesken in den Wappenecken (außen). Bei Essay ist
    es mehr ein Haken, bei der verausgabten Retourmarke geschwungene Arabesken.... siehe Foto ( rechte Marke Essay )...


    Viele Grüße 10P