Luckenwalder Ansichten

  • Horst Schich hat eine Postkartenserie mit acht Motiven herausgegeben


    LUCKENWALDE Luckenwalder Ansichten können schwarz auf weiß per Bildpostkarte wieder in die Welt hinaus verschickt werden. Im Jahr 1980 hatte es schon einmal eine Bildpostkarte mit dem Luckenwalder Marktturm gegeben. Jetzt hat der Luckenwalder Heimatfreund Horst Schich eine variantenreiche Neuauflage herausgebracht. Im Frühjahr stellte er seine Idee bei den Luckenwalder Briefmarkenfreunden vor und fand dort Zustimmung. Anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung des Heimatmuseums ist nun eine Bildpostkartenserie mit acht verschiedenen Luckenwalder Motiven erschienen.


    Neben einem Sonderstempel zur 550-Jahr-Feier im Jahr 1980 und einer Industrieansicht aus der Festschrift von 1930 handelt es sich um Federzeichnungen der Luckenwalder Hobbykünstler Gerd Gerbert, Erik Haase, Erika Haase und Walter Pniok. "Damit soll auch die künstlerische Leistung dieser Luckenwalder gewürdigt werden", sagt Horst Schich. Bis auf den verstorbenen Zeichenlehrer Walter Pniok hatte sich der 72-Jährige die Genehmigungen der Künstler eingeholt, ihre Zeichnungen zu verwenden.


    Zu sehen sind das Heimatmuseum, das Stadtzentrum, der Marktturm, die Johanniskirche und das Rathaus, aber auch die Skulptur "Die Lesende", der Turmkobold und die Wassermühle im Elsthal.


    Horst Schich hat die Postkartenserien - zum großen Teil auf eigene Kosten - in einer Auflage von 500 Exemplaren herausgegeben und die meisten davon verschenkt - "an gute Freunde, Briefmarkensammler, Stadtverordnete". Gern hätte er sie dem Heimatmuseum für einen guten Zweck überlassen und alle Rechte zum Nachdruck für einen symbolischen Obolus übertragen, aber vom städtischen Kulturamt erhielt er dafür kein grünes Licht. Deshalb hat er die restlichen Karten jetzt dem Luckenwalder Arbeitslosen-Service angeboten. Dort kann die Serie für eine kleine Spende - die dem Arbeitslosentreff zugute kommt - erworben werden.


    Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide teilte auf Nachfrage der MAZ mit, dass sie generell kein Problem mit dieser privaten Initiative habe. "Ich hätte mir nur gewünscht, wenn man die Stadt mit einbinden will, dass man sich vorher über die Motive verständigt." Die Rathaus-Chefin hält nicht alle von Schich gewählten Motive für geeignet, das Typische der Stadt Luckenwalde zu präsentieren. Sie denkt dabei an die "Lesende", über die es zwischen Stadt und Privatbürgern kontroverse Meinungen gibt. Auch dass der Sonderstempel die Briefmarke mit dem Palast der Republik zeigt, empfindet sie als unpassend. "Wir hätten trotzdem kein Problem damit, die Karten im Museum anzubieten", so Herzog-von der Heide.




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