Speziell für (Abarten)Hannes

  • Wie versprochen stelle ich hier ein paar Scans von Deutschen Abarten ein. Ich muss aber vorausschicken, dass das alles Einzelstücke sind und somit unverkäuflich.


    Die Daten der Abarten stammen alle von meinem Michel Deutschland Spezial 1996.


    Hier die Erste (Mein bestes Stück):


    Clara Schumann ohne Locken


    Die Dauermarke der Deutschen Bundespost, Katalog-Nr. 1305 aus der Serie "Frauen der deutschen Geschichte" mit dem Porträt von Clara Schumann ist im Stichtiefdruck hergestellt - dem edelsten Druckverfahren für Postwertzeichen.


    Bei diesem Verfahren sind Druckfehler äusserst selten. Um so mehr verwundert es, dass hier eine Marke, die gleich drei Fehler aufweist, von der Kontrolle der Bundesdruckerei nicht entdeckt wurde.


    Die Dauerserie im Zweifarbdruck wird von einem Druckzylinder hergestellt. Die Einfärbung mit zwei Farben erfolgt durch speziell angeordnete Farbwalzen.


    Bei der normalen Marke wird auf dem Druckzylinder der linke und der rechte Teil - mit den Inschriften der Wertziffer und dem entsprechenden Teil des Rahmens - grün eingefärbt, der mittlere Teil dagegen - mit dem Porträt und dem oberen und unteren Rahmenstrich - braun.


    Bei der Abart nun hat sich die Farbwalze verschoben, dadurch entstanden gleich drei Fehler:


    1. Die Inschrift "Deutsche Bundespost" und die rechte senkrechte Linie des Rahmens sind braun statt grün.
    2. Der Rahmen unten ist rechts neben der Ziffer "80" unterbrochen.
    3. Bei dem Porträt von Clara Schumann fehlen die Locken der rechten Seite des Kopfes (auf dem Markenbild links).


    Der Michel-Deutschland-Spezialkatalog notiert die Marke unter der Nummer 1305 l, DM. 600.-.


    Bekannt sind von diesem markanten Druckfehler drei Bogen, also insgesamt 300 Stück.

  • Hier die Nächste:


    Ein Loch ist im Rahmen


    Sonderbriefmarke, erschienen am 14. Juli 1988 zum 200. Geburtstag des Chemikers Leopold Gmelin (1788-1853).


    Im Michel-Deutschland-Spezialkatalog unter der Nummer 1377 l katalogisiert und wie folgt beschrieben: "Rahmen unter "8" der Wertangabe "80" unterbrochen (Feld 46, Teilauflage).


    Wert DM. 300.-

  • Und weiter gehts:


    Der beschädigte Stempel


    Gedenkmarke zum 100. Jahrestag der Gründung der Briefmarkenspendeaktion für Bethel, erschienen am 10. November 1988.
    Die Briefmarke zu 60 Pfg. zeigt Briefstücke mit Marken der Bundesrepublik Deutschland, so wie man sie auf dem normalen Posteingang vorfindet, und so wie sie von der Briefmarkenstelle von Bethel gesammelt werden.
    Dabei war der Markenkünstler durchaus nüchtern; viele der abgebildeten Marken sind - so wie dies leider bei der normalen Post üblich ist - mit Maschinen-Wellenstempeln gestempelt oder besser gesagt "entwertet".
    Im Michel-Deutschland-Spezialkatalog registriert unter der Nummer 1395 lll mit folgender Beschreibung: Stempelfragment rechts neben Wertziffer, Datumszeile und Innenkreis nach rechts abgeschrägt (Feld 35, Teilauflage).
    Oder anders erklärt: Der nur teilweise abgebildete Rundstempel (Teil des Maschinenstempels) in der oberen Reihe, rechts neben der Ziffer "60" zeigt ein Datum. Das Datum lautet "14.12.88-14" und ist nur teilweise abgebildet. Bei der Abart ist die Ziffer "14", die im Stempel für die Uhrzeit steht, praktisch nicht mehr sichtbar, während man die "14" auf der normalen Marke durchaus lesen kann.


    Wert DM. 275.-

  • Und noch eine:


    Der Regenbogen


    Block, erschienen am 6. November 1990 zum 1. Jahrestag der Oeffnung der innerdeutschen Grenzen und der Berliner Mauer.
    Enthaltend zwei Marken: 50 Pfg. Durchbrochene Mauer, durch deren Oeffnung sich der Regenbogen zieht; 100 Pfg. Szene am Brandenburger Tor, Berlin.
    Auf dem Blockrand Regenbogen sowie Brücken als Symbol für die wiedergewonnene Einheit.


    Der schwarz-rot-goldenen Regenbogen scheint einen grossen Riss zu haben, nämlich am unteren Teil des roten Feldes.
    Der Michel-Deutschland-Spezialkatalog registriert diese Abart als Block 22 ll, "langer gelber Strich im unteren Ende des roten Regenbogenstreifens".


    Wert DM. 150.-

  • Und hier:


    Die angebrochene Null


    Sonderbriefmarke, erschienen am 4. Juni 1991 zum 150. Geburtstag von Professor Paul Wallot, dem weltberühmten Architekten, dessen bekanntestes Werk der Reichstag in Berlin ist.
    Deswegen zeigt die Marke neben seinem Porträt auch das Reichtagsgebäude in seiner alten ursprünglichen Form.
    Der "Katalog" registriert die Marke unter der Nummer 1536 l und schreibt wie folgt:
    1536 l Kerbe oben an zweiter "0" der Wertangabe "100" (Feld 3, Teilauflage). Der Bruch in der Ziffer "0" ist deutlich erkennbar.


    Wert DM. 140.-

  • Noch eine weitere:


    Das zerbrochene Dach der Gaslaterne


    Zum Weltgaskongress, Berlin, erschien am 4. Juni 1991 ein Dreierstreifen, bestehend aus zwei durch Zierfeld verbundene Marken:
    60 Pfg. Wilhelm August Lampadius (1772 - 1842, Mineraloge und Chemiker; Zierfeld mit Emblem des Kongresses; 100 Pfg. Gaskandelaber in Berlin, entworfen von Carl-Friedrich Schinkel (1781 - 1841), Baumeister und Maler.
    Die Marke zu 100 Pfg. des oberen Streifens zeigt die im "Katalog" unter Nummer 1538 l katalogisierte Abart, die der Michel wie folgt beschreibt: "Dach der linken Laterne rechts gebrochen", (Feld 2, Teilauflage).


    Wert DM. 140.-

  • Noch eine:


    Die unterbrochene Notenlinie


    Zum 100. Geburtstag des Komponisten Arthur Honegger (1892 - 1955) erschien am 6. Februar 1992 eine Briefmarke mit seinem Porträt vor einer Notenhandschrift.
    Hier ein Sechserblock der Sondermarke, enthaltend drei normale Marken und drei im Michel notierte Abarten:


    -Obere Reihe, dritte Marke ganz rechts: Nummer 1596 IV, Fuss des obersten Violinschlüssels fehlt (Feld 20, Teilauflage).
    -Untere Reihe, Marke ganz links: Nummer 1596 V, "H" von "HONEGGER", oben links innen abgeschrägt (Feld 23, Teilauflage).
    -Untere Reihe, mittlere Marke: Nummer 1596 III, zweiter senkrechter Balken des "H" in "ARTHUR" unten abgeschrägt (Feld 24, Teilauflage).


    Wert je DM. 60.-

  • Noch ein Stück:


    Goethes Mantel


    Am 22. Januar 1998 erschien die Freimarke zu 100 Pfg. "Goethe-Schiller-Denkmal zu Weimar" auch im Markenheftchen - oben beziehungsweise unten ungezähnt.
    Es ist in der Tat unverkennbar, dass aus Goethes Mantel irgendetwas heraushängt.
    Die Abart ist sehr markant und unübersehbar.
    Der Michel katalogisiert die Abart unter der Nummer 1934 I "Länglicher Fleck am Rock von Goethe" (aus Markenheftchen 36, Feld 3, Teilauflage).


    Wert DM. ??

  • Guten Abend Afredolino,
    wg. Fußball seh´ich Deine ganz spezielle Diaschau erst jetzt - vielen Dank! :]
    Wie ich annehme, hat sie nicht nur bei mir vergrößerte Pupillen verursacht! Außer der wunderbaren Clara und Gmelin habe ich aber die anderen (mehrfach). Ist das nicht ein schönes Thema?!
    Um das Gezeigte zu ergänzen, zeige ich Dir und Euch am besten die Seite, die ich trotz Hitze heute Nachmittag zwischen den Spielen zusammengebaut habe:

  • Abarten und Plattenfehler sind eine Leidenschaft von mir. Ich habe noch einige von Deutschland, aber ich weis nicht, ob die alle katalogisiert sind. Mein Michel Deutschland Spezial ist noch aus dem Jahr 1996, die Abarten aber zum Teil neueren Datums.


    Auch von der Schweiz und Rumänien habe ich je 2 Album voll, mit solchen Besonderheiten, zum Teil katalogisiert.


    Gibt es von Frankreich übrigens auch einen Spezialkatalog? Mir ist noch nie einer unter die Augen gekommen. ?(


    (Abarten) ;)Afredolino

    Beginn den Tag mit einem lächeln und du hast ihn schon gewonnen

  • @ Afredolino


    Natürlich ist es am sichersten, einen Plattenfehler zu besitzen (und keine Druckzufälligkeit), wenn der katalogisiert ist; aber bei Deinen und meinen sind sicher einige Exemplare dabei, die erst in einiger Zeit katalogisiert werden - und dann auch nicht unbedingt gleich im Michel, sondern vielleicht vorerst "nur" im SCHANTL.
    Wenn ich allerdings mindestens zwei identische Druckzufälligkeiten habe, dann sind das zwangsläufig auch richtige Plattenfehler - denn zweimal Zufall gibt´s nicht.


    Was die Franzosen angeht, da stochere ich abarten-katalogmäßig auch im Nebel, genauso wie bei anderen Ländern.
    Wenn Du 2 Alben mit Schweiz- und Rumänien-Abarten besitzt, ist das toll!! Nachher scanne ich mal meine einzige Schweiz-Plattenfehlerseite ein und stelle sie hierher zum Angucken...

  • Stimmt, diese Fehler sind im Schweiz Spezial alle aufgeführt. Das sind noch gute Werte.
    Zu meinen deutschen Abarten werde ich mir wohl vorerst einen neuen Schantl-Katalog besorgen. Mal sehen, ob da mehr drin steht als in meinem alten Michel Spezial.


    Gruss
    Afredolino

    Beginn den Tag mit einem lächeln und du hast ihn schon gewonnen

  • Da wäre mir schon geholfen, danke. Aber den Schantl-Katalog werde ich mir so oder so besorgen.
    Ich werde ein paar Scans hier einstellen, aber erst gegen Abend.
    Heute steht die Konfirmation meines Sohnes an, deshalb muss ich jetzt auch in die Federn. :muede: Sonst schlafe ich dann in der Kirche ein! :augenzwinkern:


    Gruss
    Afredolino

    Beginn den Tag mit einem lächeln und du hast ihn schon gewonnen

  • @ Afredolino


    Ja - im Schantl stehen grundsätzlich sehr viel mehr Plattenfehler, als im Michel Spezial. Die Wichtigsten (=Spektakulärsten) haben beide drin.


    Jetzt bin ich für 1 Woche auf Tournee, Taschengeld für neue Marken verdienen; dann melde ich mich wieder.


    Schöne Grüße
    vom (Abarten-)Hannes

  • Noch eine Abart:


    Heinrich Heine mit Rune


    Die Sonderbriefmarke zum 200. Geburtstag von Heinrich Heine erschien am 6. November 1997.
    Diese Briefmarke für Heinrich Heine wurde zu einer "kleinen" Sensation, weil das Ministerium für Post und Telekommunikation sich dazu entschlossen hat, die erste Auflage dieser Briefmarke vom Verkauf zurückzuziehen.
    Grund für diesen Entschluss waren Angriffe in der Presse und anderen Medien, weil sich auf der linken oberen beziehungsweise rechten unteren Ecke des Bogens die Darstellung germanischer Runen befindet, und zwar jene Runen, die für "Geburt" und für "Tod" stehen.
    Die Massenmedien haben der Post vorgeworfen, dass solche Runen im Dritten Reich verwendet worden wären.Der senkrechte Streifen vom linken Bogenrand zeigt die Rune für "Geburt" - die Abart liegt aber in einem ganz anderen Umstand:
    Der Bogenrand ist fast so gross wie eine Briefmarke, nämlich 14mm breiter als normal.
    In der Druckerei sind hier offensichtlich Bogen nicht ordnungsgemäss beschnitten worden, denn nur so ist ein derart überbreiter Rand zu erklären.
    Es soll nur 1000 solche Abarten-Paare mit überbreitem, linken Bogenrand geben.


    Michel-Nummer: ?? Wert: ??

  • Noch eine:


    1100 Jahre Weimar


    Zum Jubiläum "1100 Jahre Weimar" und zur Ernennung der Stadt Weimar zur Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 1999. erschien am 14. Januar 1999 eine Briefmarke mit dem deutschen Nationaltheater zu Weimar.
    Davor die Dichter Friedrich von Schiller(1759-1805), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Christoph Martin Wieland (1733-1813) und Johann Gottfried von Herder (1744-1803).
    Der Michel Spezial notiert diese Abart unter der Nummer 2028 I "Fleck an Oberlippe und Nase Herders ( Feld 2, Teilauflage).
    Die beiden Flecken sind unübersehbar, man braucht keine Lupe, um die Abart zu erkennen.


    Wert: ??