China-Markenboom vorbei?

  • China-Fälschungen!


    Der Verkäufer der ominösen Marke oben "Das ganze Land ist rot" hat noch einen zweiten Satz im Angebot, der genau so verdächtig ist wie die Einzelmarke:


    2 Marken mit Mao, eine fast identische Beschreibung: "RAR?" "unverausgabt?"


    https://www.ebay.de/itm/China-…d1ce66:g:OKcAAOSwmE9cDBem


    Diese beiden Marken findet man aber von 1967, Michel-Nr. 993-994, Katalogpreis 220,- EUR (lt. Michel 2011/12). Eine Stunde vor Auktionsschluss bei 21,50, man fragt sich auch hier, echt oder Fälschung?


    Wenn man sich die Bewertungen dieses Händlers ansieht, liest man bei den negativen: "Vorsicht, Fälschung! Verkäufer akzeptiert keine Rückgaben!" Damals war das eine Indien-Marke.


    https://feedback.ebay.de/ws/eB…65&_trkparms=negative_365


    Gruß kartenhai

  • Die Fälschung "Das ganze Land ist rot" erzielte immerhin 251,- EUR, nachdem das Original seinerzeit für 1,7 Mio. EUR in Shanghai versteigert wurde, wie linos203 ermittelt hat. Warum ein Sammler so viel Geld für einen Reprint ausgibt, weiß der Kuckuck. Ich nehme mal an, ein Original kann er sich nicht leisten, aber wenn er mit diesem Nachdruck seine Sammlerkollegen beeindrucken kann, kann er damit angeben.


    https://www.ebay.de/itm/China-…id=p2047675.m43663.l10137


    Die beiden Mao-Werte, die man auch im Katalog findet, erzielten nur 35,50 EUR, bei einem Katalogwert von mindestens 220,- EUR dürfte auch dieser Satz gefälscht sein, sonst hätte er sicher viel mehr erbracht.


    https://www.ebay.de/itm/China-…id=p2047675.m43663.l10137


    Der Verkäufer mit Standort Deutschland ist sehr emsig und hat schon wieder eine "Rarität" bei Ebay eingestellt. Diesmal eine Marke, die Mao mit Linpiao zeigt. Und wieder liest man in der Beschreibung das übliche Geschwafel von "rar" und "unverausgabt" und ohne Gewähr, ob echt oder falsch!


    https://www.ebay.de/itm/China-…50544290?oid=254037577318


    Ebay sollte solche Zeitgenossen von der Plattform werfen! :cursing:


    Gruß kartenhai

  • China Lückenfüller


    Ein anderer Verkäufer bietet Lückenfüller aus China an. In der Beschreibung liest man: "Ich denke, die sind nicht original!" Bei Echtheit steht: Reproduktion.


    https://www.ebay.de/sch/canece…nc&_trksid=p2047675.l2562


    Irgendwo auf der Welt muß eine große Fabrik stehen, wo all dieser Reproduktions-Schrott an China-Marken hergestellt wird, von dem sie gut leben können. Nur weiß das kein Mensch, wo das ist, die Händler, die das anbieten, werden die Bezugsquellen wohl kennen.


    Gruß kartenhai

  • Bei Echtheit steht: Reproduktion.

    Das musste auch tun, ansonsten hast du immer Rückgaberecht. Du musst nämlich eine Fälschung / Reprint oder was auch immer genau als das angeben. Wenn du es nicht tust, kann der andere das prüfen lassen und du musst es zurücknehmen (falls nicht echt), da helfen auch keine Ausschlussbemerkungen, wie "keine Garantie".

  • Einschreibebrief mit Red Revenues von 1897 von Shanghai nach Oppeln


    Dieser interessante Brief ist gerade bei Ebay für 20.425,- EUR im Sofortkauf angeboten:


    https://www.ebay.de/itm/China-…89092a:g:tpgAAOSwL-1cODbP


    Wenn das Ding echt ist, gehört es doch nicht bei Ebay eingestellt, sondern als Auktion bei einer Hongkonger renommierten Auktionsfirma. Mit etwas Werbung könnte es dann vielleicht viel mehr einbringen?


    Die Erben von Hauptmann Böhmer werden wohl noch mehr so seltene Briefe aus China erhalten haben, die nach über 100 Jahren so richtig Geld bringen.


    Gruß kartenhai


  • https://www.ebay.de/itm/China-…id=p2047675.m43663.l10137


    Kartenhai

    This stamp should be forged, the real stamp is very, very expensive!

    To buy this stamp, the buyer should know its history,

    Spending EUR 251,00? I think the buyer wants to deceive others,



    Greetings

  • Das musste auch tun, ansonsten hast du immer Rückgaberecht. Du musst nämlich eine Fälschung / Reprint oder was auch immer genau als das angeben. Wenn du es nicht tust, kann der andere das prüfen lassen und du musst es zurücknehmen (falls nicht echt), da helfen auch keine Ausschlussbemerkungen, wie "keine Garantie".

    linos203

    These stamps should all be forged. If the buyer has no experience and ability to distinguish, he will buy fakes.

    On ebay, there are a lot of fakes,

    In China, stamps of this type of Cultural Revolution have fewer transactions.




    Greetings

  • Beleg Roter Affe von der WIPA 1981 erzielt 361,- EUR!


    Ein Beleg mit dem chinesischen Roten Affen, der 1981 bei der Briefmarken-Ausstellung WIPA in Wien mit einem Ausstellungs-Sonderstempel zu kaufen war, erzielte 361,- EUR.


    https://www.ebay.de/itm/Briefm…true&rt=nc&orig_cvip=true


    Ich war damals bei dieser Ausstellung, habe mir aber nur einige teure Ausstellungs-Blocks oder -Vignetten mitgenommen, leider aber nicht diesen Beleg, der vielleicht nur 7,- Schillinge damals gekostet hat (ca. 1,- DM). :cursing: Das ärgert mich noch heute.


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Einschreibebrief mit Red Revenues von 1897 von Shanghai nach Oppeln


    Dieser interessante Brief ist gerade bei Ebay für 20.425,- EUR im Sofortkauf angeboten:

    Der Brief ist verfälscht und wurde bereits 4-5x erfolglos in unterschiedlichen Auktionen angeboten.

  • Du brauchst Dich nicht zu ärgern, dass Du diese philatelistische Mache nicht gekauft hast.


    Am gleichen Stand hättest Du die postfrische Marke für deutlich weniger Geld als diesen Brief kaufen können! :whistling:

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • Mischfrankatur Einschreiben von Tsingtau und Kaomi nach Dresden 1903


    Eine interessante China-Ganzsache mit vielen Zusatz-Briefmarken zur Auffrankierung, optisch schön bunt anzusehen, wird hier bei Ebay für 725,- EUR als Auktion bzw. für 1.015,- EUR als Sofortkauf angeboten. Auf der einzigen deuschen Kolonial-Marke trägt sie den Stempel Tsingtau-Kiautschou, auf den 8 chinesischen Marken und dem Ganzsachen-Werteindruck ist jeweils ein großflächiger Stempel von Kaomi aufgedruckt. Die Datumsangaben auf den chinesischen Marken irritieren etwas. Während einige Stempel das Datum 21. Mai 1903 aufweisen, steht auf anderen Stempeln seltsamerweise das Datum 30. Juni 1903?


    War der Brief etwa unterfrankiert, lag einige Zeit auf dem Postamt herum und wurde über einen Monat später erst nachfrankiert? Oder wurde die Abstempelung irgendwie philatelistisch beeinflusst? In Dresden kam der Brief erst am 16. Juli 1903 an. Warum er über Kaomi lief, ist auch eine Frage.


    Kaomi ist lt. Internet ein Platz mit einer sehr kleinen Bevölkerung in der Provinz Shandong in China nahe Weifang. Von 1898 bis 1914 war ein Teil der Provinz Shandong zusammen mit dem Gebiet Kiautschou eine Kolonie des Deutschen Reiches, deshalb ging die Post von Tsingtau wohl über das Festland mit Zwischenstation Kaomi.


    Der Preis für das schöne Stück ist etwas teuer, aber ähnliche Frankaturen haben schon wesentlich höhere Preise erzielt, auch wenn sie nur mit einem Startpreis von 1,- EUR vom Verkäufer eingestellt wurden. Mal sehen, ob am Ende der Auktion noch jemand zuschlägt oder jemand den Sofortkauf-Preis nutzt.


    https://www.ebay.de/itm/Kiauts…4b191a:g:vLAAAOSwW4RbnpJp


    Gruß kartenhai

  • In Kaomi bestand 1905 ein deutsches Postamt. Warum nicht von dort Weitersendung? Kaomi liegt an der Bahnstrecke, dh ein Poststück brauchte nach Tsingtau 1-2 Tage bis zur Weiterbearbeitung. Das sagt alles: "Souvenir". Die Karte ist vom Chinaanteil her krass überfrankiert und hat deutliche Erhaltungsmängel.


    Kaomi: laut "meinem" Google hat es heutzutage ca. 850.000 Einwohner und ist damit selbst in China keine "Kleinstadt".


    Es war auch damals kein kleiner Ort, sondern Bezirkshauptstadt mit 2. Klasse Postamt und Bahnanschluß, der erste Ort hinter Kiaochow an der Shantung-Eisenbahn. Da gibt es Landkarten von.


    Weifang ist keine "Stadt" mit "Vororten", sondern lt. VR-Klassifizierung ein Stadtbezirk mit u. a. den Kolonialsammlern bekannten Städten wie Weihsien (daher kommt das Wei-) und Fangtze (raten Sie mal).

    Ebenfalls bekannt sind Chingchow*, Kaomi usw usw.


    *Die seit 1955 von der VR China verwendeten pinyin Transkriptionen sind anders.

    Vor 1949 kannte die kein Mensch und sie können postamtlich oder sonstwie vor dieser Zeit nicht vorkommen.

  • Toller interessanter Beleg mit dem man sich wirklich gut länger beschäftigen könnte. Ist leider nicht mein Sammelgebiet. Aber die Reihenfolge der Datumsstempel (wie Kartenhai schon schrieb) und welcher Stempel unter welcher Briefmarke ist macht es spannend.


    Kaomi 21.May 03

    Kaomi 30 May 03

    Tsingtau 2 oder 21/6.03

    Dresden 16.7.03


    Nun könnte man sich denken, die Karte ist in einem Chinesischen Postamt liegen geblieben, hat den Zug verpasst, das Boot ist auch schon weg :-) und ich gehe mal eben nach nebenan ins Dt. Auslandspostamt und lasse von dort die Karte weiter schicken. Auch der Dresdenstempel könnte passen sieht aber so aus, als ob er unter der Schrift liegt. Ist bestimmt nur ein optischer Irrtum.


    Schildescher

    Ich mag Vollstempel (keine Versandstellenstempel) folgender Gebiete;


    Bund (bis zum Mauerfall)
    Berlin (u.a. Berliner Bauten , Mi.- Nr. 42- 60)
    DR /Dt. Kolonien / DSWA

    Keulen/ Cöln/ Coeln/ Köln bis 1940

    rote besondere AFS/PFS

  • Handgemalt auf Ganzsache 1909


    Eine schöne handgemalte Postkarte von 1909, gelaufen von China nach Rueil (Frankreich), wird schon heftig beboten, nach 14 Geboten ist sie schon bei 201,- EUR angelangt und läuft noch über 3 Tage.

    Ob die beiden Marken auf Vorder- und Rückseite von 1 1/2 Cent im Auslandsverkehr auch portogerecht waren, kann ich nicht sagen. Bei der Karte handelt es sich auch um eine Ganzsache mit Drachen-Eindruck. Kann sein, daß diese Ganzsache alleine schon selten und teuer ist, und in Verbindung mit einer handgemalten Darstellung sicher eine Rarität für manchen China-Sammler. Mal sehen, was am Ende herauskommt?


    Vielleicht kann ja jemand den Kartentext übersetzen, der gut Französisch spricht?


    https://www.ebay.de/itm/POSTCA…6fc0fc:g:x2UAAOSwUvFcg5Ns


    Gruß kartenhai

  • Und noch eine AK mit gleichem Empfänger!


    Eine ganz ähnliche handgemalte Karte auf derselben Ganzsache und aus dem selben Jahr, an die selbe Empfängerin in Rueil als die vorige Karte, allerdings schon mit einem hohen Startpreis von 199,- EUR eingestellt, hat bereits einen Bieter angelockt. Diese Karte ist jedoch von einem anderen Verkäufer als die vorige eingestellt worden.


    https://www.ebay.de/itm/AK-TIE…id=p2047675.c100005.m1851


    Der Höchstbieter bei beiden Karten ist übrigens identisch. Auch diese Karte hat Potential für einen sehr hohen Preis.


    Gruß kartenhai

  • ...

    Vielleicht kann ja jemand den Kartentext übersetzen, der gut Französisch spricht?


    ...

    Zur ersten Karte:


    "je vais vous envoyer ma photo (seul et viré) peut-être au prochain envoi. Vous allez me trouver maigré en comparaison de l'autre. J'ai perdu 7 kilogr pendants les chaleurs. [Unterschrift]"


    Zur Übersetzung:


    "Ich schicke Ihnen [euch] vielleicht beim nächsten Versand mein Photo (allein und gedreht). Sie [Ihr] werdet mich im Vergleich zum anderen Mal schlank [mager] finden. Ich habe während der Hitze sieben Kilogramm verloren. [Unterschrift]"


    Zur zweiten Karte:


    "A bientôt la suite de la collection

    Respectueux bonjour [Unterschrift]"


    Zur Übersetzung:


    "Bald die Fortsetzung der Sammlung

    Freundliche Grüße [Unterschrift]"


    Gruß

    Pete

  • Pete


    Danke für die Übersetzung. :)


    Bei "Fortsetzung der Sammlung" denkt man an die handschriftliche Numerierung der beiden China-Karten (Nr. 60 und Nr. 88). Da hat wohl jemand aus Frankreich sehr viele Karten früher aus China erhalten. Anscheinend ist diese Riesen-Sammlung aus einem Nachlaß nicht an nur einen Erben gegangen, da die beiden Karten von zwei verschiedenen Verkäufern bei Ebay eingestellt wurden.


    Gruß kartenhai

  • Kartenhai, Dir kam das Porto von 1 1/2 FEN ja schon seltsam vor.

    Das Weltpostvereinsporto war damals 4 FEN für eine Auslandspostkarte.

    Ich gehe von Gefälligkeitsenwertungen aus, die in größeren Mengen dann in einem Umschlag verschickt worden sind um Porto zu sparen.

    Den Stempel auf den Bildseiten (CHINESE IMPERIAL POST) habe ich bisher noch nicht gesehen.

    Es könnte gut sein, daß der Mache ist.


    MVG Z

  • Es gibt eine ganze Reihe dieser chinesischen R-Briefe an Böhmer/Oppeln mit den bekannten "red revenues". Sie tragen allesamt violette Adressenstempel. In diesem Zustand gab es für diesen Brief auch ein Attest BPP. Offenbar hat das jemand im 21. Jahrhundert nicht gefallen wg. sah für den Neubesitzer nicht "bedarfsmäßig" aus, jedenfalls hat er das Attest entsorgt, den Adressenstempel abgewaschen (sieht man auf der Rückseite sofort, aber auch vorderseitig ist ein "Feuchtigkeitshof" erkennbar. Und dann hat jemand eine handschriftliche Anschrift dazugebastelt. Seitdem geistert der Brief herum. Die Chinesen kaufen ihn nicht, weil alle Briefe mit "red revenue"-Frankaturen schon lange mit Photo registriert sind und alle Klassiksammler von China wissen: unmanipulierte Böhmer-Briefe aus dieser Zeit tragen *immer* einen Adressenstempel. Da hat also jemand kraft Eigenmanipulation einen teuren Brief ganz erheblich im Wert gemindert.


    Bömer wurde später nach Lyk/Ostpreußen versetzt, zum Major befördert und ist dortselbst 1908 bei einem Segelunfall ertrunken. Wenn es einen Erbfall Böhmer gab, war das 1908. Lange her, 201x nicht mehr relevant. Böhmerbriefe aller Art sind schon sehr, sehr lange im Handel. Bei Kolonialspezialisten ist der Name wohlbekannt. Da gibt es also keinen "geheimnisvollen Nachlaß".


    Böhmers Hauptinteresse war Photographie, er war ein Pionier und auch früher Aussteller. Seine Arbeiten bringen heutzutage bei Vintage-photography Auktionen gutes Geld.

    Philatelie war Nebensache. Es gibt Briefe aus allen möglichen Ecken der Welt an ihn, viele vermutlich von alten Militärkameraden.